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Mercedes F800 - neue Sicherheitssysteme

Neue Sicherheitstechniken im Mercedes F800

Foto: Mercedes 37 Bilder

Mit dem Mercedes F800-Showcar gibt Mercedes auf dem Autosalon in Genf nicht nur einen Ausblick auf die nächste C-Klasse. Die Technikstudie präsentiert auch einige Sicherheitssysteme, die in kommende Fahrzeuggenerationen Einzug halten werden.

05.03.2010 Uli Baumann

Einer der wesentlichen Ermüdungsfaktoren auf langen Fahrten ist das ständige Wechseln des Blicks vom Kombi-Instrument im Nahbereich zur Straße im Fernbereich. Mittels Muskelkraft müssen die Augen ihre Fokussierebenen ändern, was sie mit der Zeit stark belastet. Um diese Fahrerbelastung zu reduzieren, trägt der Mercedes F800 ein neuartiges Anzeigesystem.

Mercedes F800: Technik reduziert die Augenbelastung

Mit dem Servo-HMI-Display haben die Mercedes-Ingenieure eine optimierte Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine (Human Machine Interface, HMI) entwickelt, bei der die angezeigten Fahr- und Fahrzeuginformationen über einen Spiegel im Kombi-Instrument abgebildet werden. Durch diese Technik erscheinen sie optisch aber weiter entfernt und entlasten so die Augen des Fahrers.

Das Display mit der Instrumentenanzeige liegt waagrecht im Armaturenträger. Ein Spiegel lenkt die Lichtstrahlen des Display-Bilds in den Bereich des Kombi-Instrumentes. Von dort aus gelangen sie zum Fahrer. Dadurch verlängert sich der Betrachtungsabstand und die Augen müssen sich nicht mehr so stark zwischen Nah- und Fernsicht umstellen.

Automatische Folgefunktion im Stau

Für mehr Sicherheit soll auch der abermals erweiterte adaptive Tempomat sorgen. Als Distronic Plus beherrschte er es schon, den Abstand zum Vordermann auch bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten bis hin zum Stillstand zu regeln. Im F800 wurde die Regelung um einen Staufolgefahrassistenten erweitert. Mit dieser Funktion kann der Wagen dem Vordermann auch in seitlicher Richtung folgen. Der Fahrer muss nicht mehr selbst lenken, die Funktion Staufolgefahren übernimmt für ihn bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h sowohl die Längs- als auch die Querführung. Der Fahrer kann sich – mit den Händen am Lenkrad – entspannt zurücklehnen. Selbstverständlich kann der Fahrer das System jederzeit übersteuern. Aktive Lenkeingriffe des Fahrers werden durch Sensoren erkannt, die automatische Querregelung des Systems wird außer Kraft gesetzt. Bei Überschreiten der 40-km/h-Marke wird das spurhaltende Lenkmoment sukzessive verringert, sodass der Staufolgeassistent sanft abschaltet.

Für die Funktion Staufolgefahrassistent wurde der adaptive Tempomat zusätzlich um eine Stereokamera ergänzt. Kamera und Systemelektronik überwachen und analysieren den Verkehrsraum vor dem Fahrzeug bis etwa 50 Meter voraus. Die Kamera erkennt sowohl Fahrspurmarkierungen als auch das vorausfahrende Fahrzeug, das zusätzlich in seiner Position und Breite vermessen wird. Bewegt sich der Vordermann innerhalb seiner Fahrspur, so folgt ihm der Wagen anhand der Kamera-Messdaten. Verlässt der Vordermann jedoch die Fahrspur oder biegt nach rechts oder links ab, begrenzt das Assistenzsystem die Querregelung auf die eigene Fahrspur.

Pre-Safe überwacht das komplette Fahrzeugumfeld

Ebenfalls im Funktionsumfang erweitert wurde das Sicherheitssystem Pre-Safe. Sensoren überwachen das komplette Fahrzeugumfeld bis zu einer Entfernung von 60 Metern. Wird eine drohende Kollision erkannt, so aktiviert das System vorsorgliche Maßnahmen zum Insassenschutz. Bei einem drohenden Heckaufprall werden beispielsweise die Bremsen aktiviert um die Unfallfolgen für die Insassen zu reduzieren und ein Wegschleudern des getroffenen Fahrzeugs zu verhindern. Sollte der Fahrer aber Gas geben um der Situation zu entkommen, werden die Bremsen sofort gelöst.

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