Mercedes ML 2011 Premiere

Weltpremiere: Die neue M-Klasse

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Dramatisch sparsamer, agiler auf der Straße und fit im Gelände: Mercedes erfindet die M-Klasse neu. Wir zeigen alle Details der dritten Generation, die im Herbst an den Start geht.

Dynamischer und maskuliner tritt die Mercedes M-Klasse auf, deren Form in der dritten Generation deutlich an Kontur gewinnt. Reichlich gerade Linien und scharfe Kanten zitieren die aktuelle Pkw-Kollektion des Hauses und lassen die rundliche Ur-M-Klasse in Vergessenheit geraten.

Ellen Lohr testet die neue Mercedes M-Klasse 6:13 Min.

Mit Mini-Diesel Richtung Verbrauchs-Rekord

Downsizing ist das Zauberwort – zumindest bei den Motoren. Denn bei der neuen M-Klasse, die Ende des Jahres bei den Händlern stehen wird, geht erstmals seit dem seligen 230er-Benziner wieder ein Vierzylinder an den Start.
 
ML 250 BlueTec nennt sich die Version mit dem nur 2,2 Liter großen Euro-6-Diesel, der jüngst erst in der S-Klasse mit seinem Spatzendurst für Furore sorgte. Das soll auch in der großen M-Klasse so weiter gehen; mit einem Durchschnittsverbrauch von gerade einmal 6,0 Liter auf 100 Kilometer mutiert der ML zum Knauser-König der Oberklasse-SUV. Mit dem optional erhältlichen Langstreckentank (93 Liter, Serie sind 70 Liter) sind damit zumindest rechnerisch Reichweiten von 1.500 Kilometer drin – ML-250-Fahrer werden künftig ihren Friseur öfter sehen als den Tankwart. Dennoch rennt der kleinste Diesel richtig flott: neun Sekunden auf Tempo 100, 210 km/h Spitze. Verzicht hört sich anders an.

Entschieden rascher ist man mit dem 258 PS starken ML 350 BlueTec unterwegs, dessen Bizeps sich auf 620 Newtonmeter spannt – 7,4 Sekunden, vmax 224 km/h. Und noch etwas flinker wird das Ganze vom zum Produktionsstart einzig verfügbaren Benziner, dem 350 BlueEfficiency, abgehandelt, der bis zu 240 km/h schnell gallopiert.

Neue Mercedes ML-Klasse mit intelligenter Spritspartechnik

Natürlich wurde auch bei der restlichen Technik radikal aufgerüstet. Elektrische Servolenkung, eine bedarfsabhängige Steuerung sämtlicher energie-intensiven Aggregate von der Lichtmaschine bis zum Klimakompressor, ein serienmäßiges Start-Stop-System, Siebengang-Automatik – die Liste ist lang. Zur Gewichtsreduzierung sind die Achsen und die Motorhaube aus Leichtmetall gefertigt, der Armaturenträger aus Magnesium. Beim ML 250 BlueTec sind weitere Maßnahmen für den niedrigen Verbrauch verantwortlich, die wir bereits von den Spritspar-Pkw der verschiedenen Hersteller kennen. Das reicht von den Verkleidungen für Unterboden und Motorraum bis zur Kühler-Jalousie – und der obligatorischen Tieferlegung, was Geländefahrer eigentlich so gar nicht komisch finden.
 

Neue Mercedes ML-Klasse auch weiterhin mit Offroad-Technik-Paket

Allerdings gibt es in diesem Hinblick gleich wieder Entwarnung: auch weiterhin wird Mercedes den Kunden gerecht, die ihre M-Klasse gelegentlich auch abseits gekiester Auffahrten und vierspuriger Autobahnen bewegen. Serienmäßig ist ein schaltbares Offroad-Fahrprogramm, das verschiedene Kennlinien von der Reaktion des Gaspedals bis zur Getriebesteuerung beeinflusst. Gegen Aufpreis ist weiterhin ein Offroad-Technik-Paket erhältlich, das auch eine Gelände-Untersetzung umfasst.
 
Die Untersetzung wird, weil das seit dem Terrain Response-System im Range Rover hip ist, jetzt auch bei Mercedes per Drehregler gesteuert. Gleich drei davon kümmern sich bei Vollausstattung um die Kommunikation mit dem Piloten: der Comand-Drehregler, ein weiterer für die Fahrwerkssteuerung der Luftfederung und der dritte mit den Geländeprogrammen. Immerhin verzichtet Mercedes darauf, für jeden denkbaren Untergrund ein eigenes Fahrprogramm für den Spieltrieb zu offerieren und begrenzt die Auswahl auf leichtes und schweres Gelände, normale sowie sportliche Straßenfahrt, ein Winterprogramm und eines für den Hängerbetrieb. Das Offroad-Paket bringt in Verbindung mit der Luftfederung eine maximale Bodenfreiheit von 285 Millimeter und umfasst außerdem einen Unterfahrschutz sowie eine Verteilergetriebe-Sperre.

Adaptive Dämpfer bei der neuen Mercedes ML-Klasse

Nicht nur bei der Luftfederung zieht eine aktive Steuerung ein, auch die Modelle mit Stahlfedern bekommen eine selektive Dämpfung verpasst. Das erlaubt eine dem Untergrund angepasste Kennlinie mit weicherer Reaktion auf welligem Untergrund und straffer Abstimmung bei schneller Straßenfahrt. Ist die Luftfederung verbaut, lässt sich zusätzlich das Active Curve System bestellen: eine Wankstabilisierung mit aktiven Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse, welche die Seitenneigung und das aufschaukeln in schnellen Kurvensequenzen unterbindet.
 
Beim Innenraumdesign hat Mercedes kräftig nachgelegt und die M-Klasse andgültig auf Oberklasse-Niveau getrimmt. Das Platzangebot ist besonders seitlich gewachsen. Die Lehnen der Rücksitze lassen sich nun in der Neigung verstellen, umgeklappt wächst der Laderaum auf bis zu 2.010 Liter.  Vier Ausstattungsfarben (schwarz, grau, beige und braun) stehen zur Verfügung. Das Audio-System mit Bluetooth-Freisprechanlage und Farb-Display ist serienmäßig und lässt sich klassenüblich um diverse Entertainment- und Navigations-Lösungen erweitern. Neu ist der Internet-Zugang, wobei sich spezielle Apps wie Google Maps oder eine Wetter-Applikation auch während der Fahrt ansteuern lassen.

Verkaufsstart für die neue M-Klasse ist im Herbst, Publikums-Premiere wird auf der IAA in Frankfurt sein.

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