Mercedes

Stellenabbau im Gespräch

Foto: Daimler-Chrysler

Update ++ Beim Autobauer Daimler-Chrysler gibt es Pläne für einen Stellenabbau in Deutschland. Dabei wird es aber wegen der Beschäftigungssicherung bis 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Details für ein mögliches Programm über freiwilliges Ausscheiden würden in den nächsten Monaten beschlossen, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm am Montag (25.7.) nach einem Gespräch mit Konzernchef Jürgen Schrempp. Beiden Seiten hätten in dem Gespräch bekräftigt, dass die vereinbarte Zukunftssicherung 2012 "ohne Wenn und Aber" gelte.

Klemm setzt vor allem auf einen befristeten Personalaustausch zwischen den Werken. Nur wenn dies nicht ausreiche, könnte es eine Vereinbarung über freiwilliges Ausscheiden mit entsprechenden finanziellen Anreizen geben.

2. Quartal: 40 Prozent Gewinneinbruch bei Mercedes?

Es gebe noch keine Entscheidung über einen Personalabbau, betonte ein Unternehmenssprecher. "Die in Medien genannten Zahlen sind reine Spekulation", sagte er. Mercedes-Chef Eckhard Cordes hatte bereits im Februar bei der Vorstellung des Milliarden-Sparprogramms CORE erklärt, dass Personalmaßnahmen nicht ausgeschlossen seien. Angesichts des Beschäftigungspaktes kämen aber nur freiwillige Maßnahmen, Nicht-Wiederbesetzung von Stellen und Stellenverlagerungen in Frage, hatte er seitdem mehrfach erklärt. Schon länger sind Mitarbeiter der schwächer ausgelasteten Werke in Sindelfingen und Bremen unter anderem im Werk Rastatt beschäftigt, wo die A- und B- Klasse gebaut wird.

Die im Juli 2004 getroffene Beschäftigungssicherung gilt für rund 160.000 Mitarbeiter. Nach einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" werde ein Abbau von 5.000 Stellen diskutiert. Das liege vor allem an der schlechten Auslastung im Mercedes-Werk Sindelfingen. Klemm sagte, jetzt zeige es sich , wie richtig es war, im vergangene Jahr einen Zukunftspakt zu vereinbaren, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließe.

Analysten gehen davon aus, dass Daimler-Chrysler trotz der allmählichen Genesung des Patienten Mercedes-Benz für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von fast 40 Prozent ausweisen muss. Die Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht. Experten erwarten im Schnitt einen operativen Konzerngewinn (Operating Profit) von 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,09 Milliarden Euro). Allein für die Sanierung der Kleinwagenmarke smart wollte Daimler-Chrysler im Quartal weitere Kosten von bis zu 400 Millionen Euro verbuchen. Insgesamt haben die Stuttgarter dann 1,2 Milliarden Euro ausgegeben, um die bislang defizitäre Tochter profitabel zu machen.

Analysten erwarten eine Trendwende

Unter dem Strich dürfte der Konzern zwischen April und Juni 559 Millionen Euro und damit weniger als im Vorjahr verdient haben (577 Millionen Euro). Beim Umsatz rechnen die Analysten mit einem leichten Anstieg von 37,07 auf 37,53 Milliarden Euro.

Im Mittelpunkt des Interesses dürfte am Donnerstag die Entwicklung in der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, smart, Maybach- MCG) stehen. Nach dem Ertragsschock im ersten Quartal - ausgelöst durch smart und Rückstellungen für die Qualitätsprobleme - mit einem Minus von fast einer Milliarde Euro, erwarten die meisten Analysten nun den Beginn einer Trendwende. Die Investmentbank JP Morgan sieht bei Mercedes bereits die Null-Linie erreicht, da sich die neuen Modelle (A-, B- und M-Klasse) sowie der wieder stabile Absatz der E-Klasse positiv auswirkten. Im Durchschnitt sagen die befragten Analysten jedoch noch einen Verlust von etwa 140 Millionen Euro voraus.

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