Mercedes Vision Van

Voll elektrisch, voll vernetzt

Mercedes Vision Van Foto: Mercedes 22 Bilder

Vollautomatisierter Laderaum, integrierte Lieferdrohnen, einzigartige Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umwelt – mit dem Vision Van will Mercedes die Logistik auf der letzten Meile optimieren.

Mercedes ist mit seiner Van-Strategie durchaus auf Erfolgskurs – 2015 war ein Rekordjahr in Sachen Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis. Trotzdem soll sich das Transport-Geschäft jetzt mit Riesenschritten weiterbewegen: „Wir müssen den Transport in der Stadt überdenken“, so Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, im Vorfeld der Präsentation des Vision Van. Warum? „Um den Verkehr zu reduzieren.“ Mornhinweg trägt damit den Veränderungen der letzten zwei bis drei Jahren Rechnung: Die Menschen legen auch im Transportgeschäft weniger Wert auf Besitz, sie wollen vielmehr mieten – und wenn es nur für ein bis zwei Stunden ist. Mercedes will künftig den Kundenwünschen in einer Art 360 Grad-Rundumgeschäft gerecht werden und Transport auch als Sharing-Modell anbieten. Damit wird es Transport- und Logistik-Unternehmen ermöglicht, Auslieferungsspitzen wie im Weihnachtsgeschäft besser puffern zu können, indem sie die Transporter bei Mercedes einfach nur mieten.

Mit dem Vision Van präsentiert Mercedes die entsprechende Transporterstudie für den urbanen Raum. Als Gesamtsystem integriert das Fahrzeug eine Vielzahl Technologien für die Zustellung auf der letzten Meile. Beim Design greift er der Transportergeneration von Übermorgen vor.

Mercedes Vision Van
Die Zukunft des Zustellers 1:33 Min.
Mercedes Vision Van Foto: Mercedes
Vollautomatisches Laderaummangement.

Pakete werden automatisch be- und entladen

Die Zukunft der Transportbranche liegt in Systemlösungen für die Logistik, ein guter Transporter ist da nur ein Glied in der Kette. Mercedes stellt mit dem Vision Van sein Konzept für einen solchen integrierten Ansatz vor. Der Vision Van wurde dazu in einem nie dagewesenen Grad vernetzt und soll so eine lückenlose, digitale Prozesskette vom Warenverteilzentrum bis zum Empfänger gewährleisten.

Los geht es beim Kommissionieren der Ladung. Jedes Paket wird anhand einer optimal vorberechneten Lieferroute automatisch in ein Lademodul verladen, dann wandert das Modul als Ganzes in den Laderaum des Vision Van. Eine ganze Reihe von fahrenden Robotern des Anbieters Starship soll dort Platz finden. Die fassen bis zu 10 Kilogramm, überwachen ihr Umfeld mit neun Kameras und können die Ware in der Innenstadt dann selber zustellen oder das jeweilige Paket wird vor Ort automatisch zur Auslieferung bereitgestellt.

Parallel versorgt das System zwei elektrisch angetriebene Drohnen mit einer Nutzlast von jeweils zwei Kilogramm mit Lieferungen, die sie in einem Radius von zehn Kilometer autonom zustellen können. Natürlich wird der ganze Prozess über eine Cloud verwaltet und überwacht. Zustellungen sollen so schneller und effizienter ablaufen.

Mercedes Vision Van Foto: Mercedes
Futuristische Cockpitgestaltung mit großem Dashboard.

Flüsterleise mit reinem Elektroantrieb

Aber auch der Mercedes Vision Van an sich hat es in sich. Die extrem breite Frontscheibe des rundgelutschten Vans soll die Sicht verbessern. Der Black Panel-Kühlergrill ermöglicht per LED-Matrix eine Kommunikation mit der Umwelt. Ein entsprechendes Modul findet sich auch am Fahrzeugheck. Und natürlich setzen auch die Scheinwerfer auf LED-Technik. Angetrieben wird der Vision Van rein elektrisch von einem 75 kW und 270 Nm starken Elektromotor an der Hinterachse. Das Batteriesystem im Fahrzeugboden ist modular aufgebaut und kann so Reichweiten von 80 bis zu 270 km abdecken. Der Vision Van könnte 120 km/h schnell sein, wird aber elektronisch bei 80 Sachen eingefangen.

Futuristisch zeigt sich das Cockpit. Zugunsten einer Drive-by-Wire Steuerung mittels Joystick verzichteten die Designer auf Lenkrad, Pedalerie und Mittelkonsole. Die gesamte Fläche vor dem Fahrer dient zum Informationsaustausch und als Bedienoberfläche. Der Fahrerhausboden konnte ohne Getriebetunnel eben gehalten werden. Dafür wurde der Fahrersitz weiter vorgezogen und der gewonnene Raum dem Ladeabteil zugeschlagen. Dennoch soll die Bewegungsfreiheit zugelegt haben.

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