MG Rover

Regierung verlangt Aufklärung über Gelder

Foto: MG Rover

Nach dem Ende des britischen Autobauers Rover lässt die Regierung von Premierminister Tony Blair das Finanzgebaren der vier Besitzer untersuchen.

Industrieministerin Patricia Hewitt sagte dem "Independent on Sunday", die Regierung wolle wissen, "was mit dem ganzen Geld und den ganzen Vermögenswerten passiert ist, die von BMW zur Verfügung gestellt wurden".

BMW hatte Rover vor fünf Jahren für den symbolischen Preis von zehn Pfund an das Phoenix-Konsortium verkauft. Zuvor hatte der deutsche Konzern über vier Milliarden Euro in seine englische Tochter gesteckt. Nach Informationen des "Sunday Telegraph" hat Rover heute Schulden von mehr als einer Milliarde Pfund (1,5 Milliarden Euro).

Rover-Chef John Towers und die drei anderen Phoenix-Mitglieder bestritten am Sonntag (17.4.), das Unternehmen geschröpft zu haben. Towers sagte, er sei das Opfer einer "Rufmordkampagne". Medienspekulationen "über so genannte Unregelmäßigkeiten und schwarze Löcher" seien "lächerlich", teilte Phoenix mit. Zu der angeordneten Überprüfung sagte Towers: "So eine Untersuchung begrüßt man nie." Er fürchte sie aber nicht, denn er habe sich nichts vorzuwerfen: "Andere Firmenchefs bekommen viel mehr als ich."

Doch Industrieministerin Hewitt sagte, sie glaube, dass Towers und die anderen Phoenix-Leute zu viel Geld aus dem Betrieb abgezogen hätten. "Das Unternehmen wurde ihnen doch nun wirklich von BMW geschenkt", sagte sie. Da sei es kaum einzusehen, dass die vier Besitzer nun mit gefüllten Taschen davongingen, obwohl Rover immer nur Verlust gemacht habe. Die Arbeiter fühlten sich "ganz krank", wenn sie daran dächten, dass die Herren vom Vorstand durchaus eine Menge an dem Unternehmen verdient hätten. Nach Medienberichten haben sie sich trotz Dauerverlusten etwa 40 Millionen Pfund (60 Millionen Euro) gezahlt. Zeitungen schilderten ein Leben im Luxus.

"Ich hoffe, dass sie (die Phoenix-Direktoren) einen persönlichen Beitrag zur Unterstützung der Belegschaft leisten werden", sagte Hewitt. Auch Finanzminister Gordon Brown soll das verlangen. Der Leiter der von Hewitt angeordneten Untersuchung von Rover und Phoenix, Sir Bryan Nicholson, warnte unterdessen vor einer Vorverurteilung. Seine Überprüfung werde nur etwa zwei Wochen dauern, kündigte er an.

Die Insolvenzverwalter von Rover hatten am Freitag 5.000 der insgesamt 6.000 Beschäftigten entlassen und das Roverwerk endgültig stillgelegt. Zuvor waren Übernahmeverhandlungen mit einem chinesischen Autobauer gescheitert.

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