Michelin

Mitarbeiter arbeiten länger

Foto: Michelin

Der französische Reifenhersteller Michelin will seine fünf Standorte in Deutschland bis 2012 mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe sichern. Im Gegenzug sollen die 5.600 Beschäftigten in Deutschland von September an unbezahlt 75 Minuten pro Woche länger arbeiten, wie das Unternehmen am Montag (2.7.) in Frankfurt ankündigte.

Bis 2012 soll es keine betriebsbedingte Kündigungen geben. Auf diesen "Zukunftspakt" einigten sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) nach knapp sechsmonatigen Verhandlungen. Michelin produziert derzeit in Karlsruhe, Homburg/Saar, Bad Kreuznach, Trier und Hallstadt bei Bamberg insgesamt rund 17 Millionen Reifen im Jahr.

Deutsche Werke gehören zur Weltspitze

Mit den geplanten Investitionen in Höhe von 250 Millionen Euro bekenne sich Michelin klar zum Standort Deutschland, betonte der Michelin-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Jürgen Eitel. Die deutschen Werke gehörten bei Produktivität und Qualität zur Weltspitze im Konzern, allerdings sei die Konkurrenz aus Osteuropa groß. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, habe die Konzernleitung in Frankreich die hiesigen Werke verpflichtet, ihre Produktivität bis 2010 um 30 Prozent zu steigern. "Ich denke, dass der Pakt eine Chance bietet, langfristig in Deutschland zu bleiben", sagte Eitel.

IG BCE-Bezirkschef Hans-Jürgen Patschicke, sprach von harten, aber erfolgreichen Verhandlungen. Das Ergebnis stärke den Standort Deutschland. In anderen Ländern hätten Michelin-Mitarbeiter derzeit Angst um ihren Arbeitsplatz. Daher habe die Belegschaft hier zu Lande die Arbeitszeitverlängerung auf 38,75 Stunden pro Woche auch nicht negativ aufgenommen, sagte Patschicke.

Michelin schon 101 Jahre in Deutschland

Michelin ist seit 101 Jahren in Deutschland vertreten, 1931 wurde in Karlsruhe der erste Reifen der Marke produziert. In Deutschland, dem größten Reifenmarkt Europas, setzt der Familienkonzern im Jahr gut zwei Milliarden Euro um - rund ein Achtel seines weltweiten Umsatzes. Nach Angaben der Geschäftsführung soll die Belegschaft bis 2012 bei 5.000 bis 5.600 Mitarbeitern gehalten werden. Da bis dahin etwa 1.200 Mitarbeiter in den Ruhestand gingen, seien zahlreiche Neueinstellungen geplant. Im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach werden alleine bis zum nächsten Frühjahr 150 Mitarbeiter eingestellt. Auf die Werke in Homburg/Saar und Bad Kreuznach entfallen mit 85 Millionen und 70 Millionen Euro knapp zwei Drittel der Investitionen.

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