Michelin

Wachsen und schrumpfen

Foto: Michelin

Der französische Reifenhersteller Michelin hat auf dem schnell wachsenden Weltmarkt 2006 bei größerem Umsatz weniger verdient. Der Umsatz sei um 5,1 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte Michelin am Donnerstag (15.2.) in Paris mit.

Der Überschuss sei wegen hoher einmaliger Umstrukturierungskosten um mehr als ein Drittel auf 573 Millionen Euro gefallen. Die operative Marge liege mit 8,2 Prozent im Rahmen der Prognose vom Juli 2006. Für 2007 werden kräftige Umsatz- und Renditesteigerungen erwartet. Michelin will daher die Dividende um 7,4 Prozent auf 1,45 Euro je Aktie erhöhen.

Nach mehreren Jahren der Weltmarktführung hat Michelin 2006 seine "Pole Position" an den japanischen Konzern Bridgestone abgegeben. Der Marktanteil fiel Analysten zufolge von 20,1 auf 19,4 Prozent. Der Konzern aus Clermont-Ferrand erwartet jedoch für die kommenden Jahre erneut wachsende Marktanteile.  Das Geschäft mit Nutzfahrzeugen soll dank Reifen schneller rollen, die ihr Profil selbst erneuern und damit langlebiger und sicherer sind als ihre Vorgänger. Michelin sieht darin einen "Technologiesprung wie beim Gürtelreifen", der die Marktführung für das nächste Vierteljahrhundert sichern soll. Bis 2011 sollen 400 Millionen Euro in die Umstellung der Fertigung auf die Lkw-Reifen der "durable technology" investiert werden.

Michelin, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Werken in 19 Ländern, ist auch für seine Straßenkarten und Gourmet-Führer bekannt. 2006 stieg Michelin nach dem erneuten Gewinn der Weltmeisterschaft aus der Formel-1 aus. Im Mai musste der Konzern den Tod seines jungen Chefs Edouard Michelin (42) verkraften, der beim Hochseeangeln vor der Bretagne ertrank. Seitdem wird das Unternehmen mit 130.000 Mitarbeitern allein von Michel Rollier (62) geführt, der ein Jahr zuvor dem Konzernerben als Co-Chef zur Seite gestellt worden war.

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