Milan Red-Hypercar aus Österreich

Sportwagen-Chef wegen Betrugs verhaftet

Milan Red Foto: Milan Automotive GmbH

Mit dem Milan Red wollte auch Österreich im Supersportwagen-Segment mitmischen. Nun ist das Projekt wie eine Seifenblase geplatzt.

Wie die österreichische „Kronen Zeitung“ berichtet, wurde der Geschäftsführer von „Milan Automotive“ und Ex-Rennfahrer Markus F. wegen Verdachts des schweren Betrugs von der Staatsanwaltschaft in Wien verhaftet. So soll es mehrere Anzeigen mit einem Gesamtschaden von mehr als einer Million Euro geben. „Das Automodell steht übrigens nicht mehr im noblen Schauraum am Ring in der Wiener City. Es soll wegen ausstehender Schulden von einem Transportunternehmen einbehalten worden sein“, schreibt die Kronen Zeitung. Markus F. soll bereits sieben Vorstrafen haben und ihm könnte, falls sich der Verdacht gegen ihn erhärtet, bis zu zehn Jahre Haft drohen. In einem ersten Verhör habe er die Betrugsabsichten abgestritten.

Der 37-Jährige Oberöstereicher hat nach dem Artikel potenzielle Kunden für seinen exklusiven Milan Red-Sportwagen auf Jet-Set-Veranstaltungen in in Monaco, Mailand oder Abu Dhabi präsentiert: Roadshows des Fahrzeugs ohne Motor waren auf Kohlefaser gedruckt, Sogar eine eigene Champagner-Edition hatte F. aufgelegt.

„Der immer wieder als ehrenamtlicher Projekt-Mentor ins Spiel gebrachte [Ex-Magna-Manager; Anm. d. Red.] Sigi Wolf will freilich nichts mehr von Markus F. wissen. Auch, weil ihn dieser offenbar als Garantiegeber für ein großes Darlehen benannte.“

Milan Red Foto: Milan Automotive GmbH
Der Milan Red sollte über 400 km/h schnell sein.

Der Milan Red reklamierte mit 1.325 PS eine Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h für sich und beruft sich dabei auf den Greifvogel „Roter Milan“ als Namensgeber. Auch das Markenlogo wurde von diesem abgeleitet. Das Chassis für den 4,74 Meter langen, 2,16 Meter breiten und 1,20 Meter hohen Milan Red baut auf einem Carbon-Monocoque mit angeflanschten Carbon-Crash-Strukturen und Aggregateträgern auf. Auch die darüber gestülpte Karosserie wird aus Kohlefaserlaminat geformt. Der Radstand wird mit 2,75 Meter angegeben.

1.325 PS für über 400 km/h

Verbaut als Mittelmotor soll ein gleich von vier Turboladern beaufschlagter 6,2-Liter-V8 satte 1.325 PS und 1.400 Nm Drehmoment liefern. Über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe fließt das Antriebsmoment ausschließlich auf die Hinterräder. Wie oben schon erwähnt stehen im Milan Red drei Fahrmodi zur Wahl: gleiten, jagen und angreifen.

Entsprechend fallen auch die genannten Fahrleistungswerte aus. Null auf Tempo 100 soll der 1.300 Kilogramm leichte Milan Red in 2,47 Sekunden schaffen, die 200-km/h-Marke soll nach 5,46 Sekunden fallen und 300 km/h werden schon nach 9,98 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit stellt sich erst jenseits von 400 km/h ein. Als maximale Querbeschleunigung werden 2,6 g genannt.

99 Modelle zum Preis von 2 Mio. Euro

Für die benötigten Haftungsreserven sollen ein großer Frontspoiler, ein großer Heckspoiler mit Luftbremsfunktion sowie ein mächtiger Diffusor sorgen. Den Fahrbahnkontakt an der Vorderachse sichern 265/35er Reifen auf 20-Zoll-Felgen. Hinten sind auf 21 Zoll großen Felgen 325/30er Pneus aufgezogen. Verzögert wird mit einer Carbon-Keramik-Bremsanlage von Brembo mit 390er Scheiben und Sechskolbensätteln vorn sowie 380er Discs und Vierkolbenzangen an der Hinterachse. Das Fahrwerk mit Liftsystem und aerodynamischer Absenkung setzt auf liegende Federbeine, vorne mit Pull-Rods, hinten mit Push-Rods.

Geplant war für den Milan Red ein Fünf-Jahres-Sorglospaket mit einem Flying-Doctor-Service, der weltweit greifen soll. Alle Fahrzeuge unterliegen einer Ferndiagnose mit Benachrichtigungsservice.

Gefertigt werden sollten vom Milan Red lediglich 99 Exemplare. Der Preis lag bei rund 2 Millionen Euro. Angeblich waren damals schon 18 Fahrzeuge reserviert. Alle Autos sollten natürlich umfangreich individualisierbar sein.

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