Mosley-Skandal

Ecclestone geht auf Distanz

Foto: dpa

Max Mosley hat mit Verständnis auf eine zurückgezogene Einladung durch den israelischen Sportminister reagiert und erneut die Zeitung attackiert, die die Sex-Videoaffäre um den Präsidenten der FIA ins Rollen gebracht hatte. In einem durch die FIA verbreiteten Statement sprach Mosley von "absichtlichen und kalkulierten Lügen". Doch offenbar ist nun auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auf Abstand zum FIA-Boss gegangen.

Nach übereinstimmenden britischen Medienberichten am Sonntag soll Ecclestone bei einem Treffen der Teamchefs in Barcelona angekündigt haben, ein Rücktrittsgesuch an Mosley angeblich unterzeichnen zu wollen. Wie die "Sunday Times" schrieb, sollen Ferrari, Toro Rosso und Williams aber abgelehnt haben, sich einer entsprechenden Erklärung anzuschließen. Das finanziell schwer angeschlagene Super-Aguri-Team soll bei dem Meeting als einziger der elf Rennställe laut dem britischen Sender BBC nicht vertreten gewesen sein.

Mosley selbst ließ unterdessen via FIA-Erklärung mitteilen, dass er sich darauf freue, den Kontakt zum israelischen Minister Galeb Majadle aufrechtzuerhalten, wenn die Anschuldigungen umfassend zurückgewiesen seien, so Mosley in der Mitteilung. Bei der Rallye-Premiere in Jordanien zeigte er sich erstmals nach Bekanntwerden der Affäre am 30. März als FIA-Chef in der Öffentlichkeit.

Mosley konnte die Entscheidung des israelischen Sportministers nachvollziehen, der laut einer Erklärung zum Zeitpunkt der Einladung noch nichts von der Videoaffäre gewusst hatte. "Ich kann die Position des Ministers voll verstehen", wurde Mosley in der FIA- Mitteilung zitiert. Auch der Verband selbst zeigte für die Umstände des Rückzugs der Einladung an Mosley Verständnis.

Rekordweltmeister Michael Schumacher hielt sich unterdessen am Formel-1-Wochenende in Barcelona mit einem Statement und einer Einschätzung zurück. Er plädierte aber dafür, das Privatleben Mosleys zu respektieren. Er habe auch immer gewollt, dass sein Privatleben geachtet werde. "Ich schätze Max von seiner professionellen Seite her sehr", sagte Schumacher.

Zu einem Wechsel an der Spitze des Automobilverbands dürfte es aber frühestens am 3. Juni kommen. Sollten die FIA-Mitglieder mehrheitlich Mosley das Vertrauen bei einer eigens einberufenen Versammlung entziehen, wolle er zurücktreten, kündigte er jüngst in einem Zeitungsinterview an. Spätestens aber mit dem Ende seiner Amtszeit im Herbst 2009 plane er seinen Rückzug.

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