Motorschäden

VW eiskalt erwischt

Kälte und ein Konstruktionsfehler lassen VW-Motoren wegen mangelnder Schmierung verenden.

Eisige Kälte und ein Konstruktionsfehler lassen zahlreiche VW-Motoren wegen mangelnder Schmierung verenden. Betroffen vom plötzlichen Kältetod sind ausschließlich Motoren mit Leichtmetallblock, die seit 1996 mit 1,0- und 1,4-Liter Hubraum ihren Dienst im VW Lupo, Polo, Golf und einigen Seat- und Skoda-Modellen verrichten. Dies bestätig VW-Sprecher Jens Bobsien gegenüber auto.t-online.de. „Allerdings handelt es sich um ein bereits seit längerem bekanntes Problem.“ Dabei ist die Alu-Bauweise der Motoren der Hauptgrund für die Eisbildung im Ölsumpf. Aluminium kühlt beim Abstellen des Motors schneller aus als Grauguss – im Gehäuse bildet sich deshalb leichter Kondenswasser. Es sammelt sich in der Ölwanne und gefriert bei extremer Kälte. Wird das Fahrzeug angelassen, so können die Eisklumpen den Ölkreislauf verstopfen und dem Motor so die Schmierung versagen. „Dies ist ein reines Kurzstreckenproblem“, so Bobsien, „beim Langstreckenbetrieb verdunstet das Kondeswasser durch die hohen Betriebstemperaturen aus dem Ölsumpf.“

Eigentlich sollte diese Feuchtigkeit über eine Entlüftung abgeführt werden, beim VW-Aggregat scheint dieser Schlauch aber so ungünstig verlegt zu sein, dass er zuweilen komplett zufror und überhaupt keine Feuchtigkeit mehr entließ. VW ließ deshalb bereits Ende 1999 Verbesserungen in die Serienfertigung des Motors einfließen: Der Entlüftungsschlauch wird seither elektrisch beheizt.

Wie viele Motorschäden auf dieses Problem zurückzuführen sind, darüber machte VW keine Angaben. Alle bisher aufgetretenen Schäden sollen jedoch zu 100 Prozent kostenfrei repariert werden, allerdings nur bei eindeutig nachgewiesener Eisbildung im Ölsystem. „Die Werkstätten können diesen Schaden leicht überprüfen,“ so Bobsien weiter. „Wir werden uns sehr kulant zeigen.“ Darüber hinaus gelte für alle betroffenen Motoren eine fünfjährige Garantie beziehungsweise eine Gewährleistung bis 150.000 Kilometer.

Sämtliche betroffenen Modelle zu Nachbesserungen in die Werkstätten zurückzuholen, hält VW nicht für nötig. Immerhin sollen bald alle Halter der Fahrzeuge – allein in Deutschland sind 78.000 Lupo und 40.000 Seat Arosa mit den kälteempfindlichen Motoren unterwegs – über das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (KBA) angeschrieben werden. Sie können die verbesserte Entlüftung auf Wunsch kostenlos nachrüsten lassen. Die Teile dafür stehen derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung.

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