MTU

Maybach verkauft an Daimler-Chrysler

Foto: MTU

Daimler-Chrysler hat bestätigt, dass im Streit um den Verkauf des Dieselmotorenbauers MTU Friedrichshafen der Familienstamm Maybach seine Anteile an den Autokonzern verkaufen will.

Dies sei ein wichtiger Schritt zur Zukunftsausrichtung von MTU und zum Wohle seiner Mitarbeiter, erklärte das Unternehmen. Daimler-Chrysler stockt seinen Anteil damit von 88 auf rund 95,2 Prozent auf.

In Konzernkreisen hieß es, dass man auch bereit sei, die restlichen 4,8 Prozent des Familienstamms Brandenstein-Zeppelin zu übernehmen. Dieser Teil der Familie hat sich in dem monatelangen Streit allerdings gegen Daimler-Chrysler gestellt. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll der Preis für den Anteil der Familie Maybach deutlich über dem anteiligen Wert des angestrebten Verkaufserlöses liegen.

Der Stuttgarter Konzern streitet seit Monaten mit den Familien über den Verkauf von MTU und hat inzwischen ein Liquidationsverfahren durchgesetzt, um die Vetorechte der Familien zu umgehen. Die Familiengesellschafter hatten bereits einen Exklusivvertrag über Verkaufsverhandlungen mit dem US-Finanzinvestor Carlyle geschlossen, während Daimler-Chrysler ursprünglich den Münchner Industriekonzern MAN bevorzugte. Die Münchner sind weiterhin an MTU interessiert. Allerdings wollen sich auch mehrere Finanzinvestoren an der neuen Verkaufsrunde beteiligen. Als andere Interessenten gelten auch die schwedische Wallenberg-Gruppe und ein Konsortium um den früheren Detroit-Diesel-Chef Roger Penske. Daimler-Chrysler will mit mindestens zwei Bietern verhandeln, hieß es in Konzernkreisen.

Eine Zerschlagung des Unternehmens lehnt Daimler-Chrysler ab; zum Zuge kommen werde zudem nur ein Käufer, der langfristig bei MTU einsteige, hatte es im Konzern geheißen. Der MTU-Betriebsrat hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eingeschaltet, um die Zukunft des Konzerns zu sichern. MTU produziert auch Motoren für die Marine und für den Leopard-Panzer. Bei einem Verkauf an einen ausländischen Investor hätte die Bundesregierung nach der kürzlich geänderten Außenwirtschaftsverordnung ein Mitspracherecht, weil es sich um rüstungspolitische Kernkompetenzen Deutschlands handelt.

MTU hat rund 6.700 Beschäftigte, davon etwa 5.000 am Stammsitz Friedrichshafen. Das Unternehmen produziert Motoren für Schiffe, Bahnen, Militär- und Baufahrzeuge sowie Energieversorgungsanlagen. 2004 betrug der Umsatz 1,35 Milliarden Euro.

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