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Verkauf an MAN vorerst vom Tisch

Foto: MTU

Der Verkauf der Daimler-Chrysler-Tochter MTU Friedrichshafen an den Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzern MAN ist vorerst vom Tisch. "Wir haben die Verhandlungen abgebrochen, weil man nicht weiter gekommen ist", sagte ein MAN-Sprecher am Mittwoch (6.7.) in München.

Er bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Wesentlich für diese Entscheidung sei die uneinheitliche Haltung der Verkäuferseite gewesen, erklärte der Sprecher, ohne nähere Angaben zu machen.

Ein Sprecher von Daimler-Chrysler sagte in Stuttgart, der Autokonzern und die Familiengesellschafter hätten "gemeinsam" entschieden, die Verhandlungen zunächst nicht weiterzuführen.

Höherer Verkaufspreis in Aussicht?

Das Thema sei für MAN aber nicht für alle Zeiten beendet. "Wenn sich eine Klärung ergibt und wieder eine Basis für Verhandlungen da ist, könnte man die Gespräche auch wieder aufnehmen." MAN habe ein industrielles Konzept für das Unternehmen vorgelegt. "Aus unserer Sicht ist es das beste für alle Seiten, vor allem für MTU Friedrichshafen." Bei dem Rückzug dürften auch die Preisvorstellungen eine Rolle gespielt haben. MAN hatte stets erklärt, man wolle keinen strategischen sondern einen industriell begründeten Preis für den Dieselmotorenbauer zahlen.

Aus dem Umfeld von MTU hieß es, dass die Familiengesellschafter sich entgegen verschiedener Medienberichte in der Ablehnung von MAN einig seien. Sie erwarteten offenbar, dass ein Finanzinvestor eine höhere Summe für MTU zu zahlen bereit sei. Der Wert von MTU (Umsatz 2004: 1,35 Milliarden Euro) wird in Finanzkreisen auf maximal etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt.

Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge hat MAN-Chef Hakan Samuelsson "die Reißleine gezogen", weil er mit Blick auf die widerstrebenden Interessen in den Familien Maybach und Brandenstein-Zeppelin bei einer Integration von MTU Friedrichshafen rechtliche Streitereien fürchte. Die Familien halten zusammen zwar nur 11,6 Prozent an dem Hersteller für Dieselmotoren. Bei wichtigen Entscheidungen besitze aber jedes der Familienmitglieder ein Vetorecht, Verhandlungen gelten daher in der Branche als schwierig, schreibt die Zeitung.

Mit dem Rückzug von MAN kämen nun Finanzinvestoren als mögliche Käufer wieder ins Spiel, hieß es in dem Bericht. Neben Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) gilt auch Carlyle als Interessent.

MTU hatte im Juni für die rund 5.000 Mitarbeiter einen Beschäftigungspakt bis 2011 geschlossen. Langfristig soll die Belegschaft ohne Kündigungen um rund zehn Prozent reduziert werden. Die MTU Friedrichshafen GmbH baut Großdiesel für Schiffe, Eisenbahnen, Militär- und Baufahrzeuge sowie Energieversorgungsanlagen.

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