Nedcar

Mitsubishi macht wenig Hoffnung

Foto: NedCar

Für den niederländischen Autobauer Nedcar gibt es wenig Hoffnung, einen Ersatzauftrag für den vor der Einstellung stehenden Daimler-Chrysler- Kleinwagen Smart Forfour zu erhalten.

Ministerpräsident Jan Peter Balkenende sprach am Montag (17.4.) in Den Haag mit dem Vorstandschef des japanischen Nedcar-Eigners Mitsubishi, Osamo Masuko. Doch Mitsubishi plant nach Rundfunkberichten keinen Ersatz für die Produktion des Smart- Viersitzers, den Daimler-Chrysler aus dem Programm streicht.

Mitsubishi selbst lässt bei Nedcar sein Modell Colt bauen, das die Verkaufserwartungen ebenfalls nicht erfüllt. Die Planung ist bislang bis 2010 begrenzt. Die Einstellung der Smart-Produktion bedroht nach Gewerkschaftsangaben etwa 1.000 der 3.000 Arbeitsplätze bei Nedcar. Ein Sprecher des Betriebsrats sagte im Rundfunk, die Belegschaft sei auf Protestaktionen vorbereitet, zu denen auch ein Streik gehören könne. Mitsubishi hatte kürzlich alle bereits produzierten Fahrzeuge vom Betriebsgelände holen lassen, um einer Blockade der Auslieferung zuvorzukommen.

Standortgarantie für Kölleda

Unterdessen hat Daimler-Chrysler nach einem Bericht der "Thüringer Allgemeine" für das Motorenwerk Kölleda (MDC) eine Standortgarantie abgegeben. Der Zeitung zufolge erwägt der Konzern zudem eine Verlagerung von Teilen der Motoren-Fertigung von Stuttgart nach Thüringen. Nach dem Ende März verkündeten Aus für den Kleinwagen Smart Forfour waren die Konsequenzen für den Standort Kölleda völlig unklar. Hier werden die Motoren für den Smart-Viersitzer gebaut.

"Wir denken gemeinsam mit unserem Partner Mitsubishi darüber nach, wie wir die Auslastung deutlich erhöhen können", zitierte die Zeitung einen Konzernsprecher. Die Pläne seien unabhängig von dem beschlossenen Aus für den Smart Forfour. Details über eine Verlagerung von Stuttgarter Produktionskapazitäten nach Kölleda wurden nicht genannt. Der Autobauer wolle Standortvorteile wie flexible Arbeitszeiten und geringere Löhne nutzen, schrieb die Zeitung.

In der gemeinsamen Fabrik von Daimler-Chrysler und Mitsubishi im nordthüringischen Kölleda arbeiten zur Zeit rund 300 Beschäftigte. Sie bauen Motoren für den Mitsubishi Colt und den Smart Forfour. Die MDC Power GmbH nahm in Kölleda im Dezember 2003 die Produktion auf. Wegen Auslastungsproblemen war die Wochenarbeitszeit im Thüringer Motorenwerk im Vorjahr bereits von 38 auf 33 Stunden verkürzt worden.

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