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Neue Sammelklage gegen Daimler-Chrysler

Foto: Daimler-Chrysler

Zwei amerikanische Anwaltsfirmen haben wegen der Chrysler-Fusion Sammelklagen gegen den Autobauer Daimler-Chrysler und mehrere Spitzenmanager des Unternehmens eingereicht.

Die bei einem Gericht in Delaware eingegangenen Klagen beziehen sich auf den Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler vor sechs Jahren zur Daimler-Chrysler AG. Der Konzern um Vorstandschef Jürgen Schrempp habe die Transaktion als Fusion unter Gleichen dargestellt, obwohl es eine Übernahme gewesen sei.

DC: "Erpressung" und "Trittbrettfahrerei"

So sei vermieden worden, den Aktionären einen deutlichen Aufschlag für die Akquisition zu bezahlen, begründeten die Anwälte ihre Klagen. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher wies das Vorgehen als "Trittbrettfahrerei" zurück. "Das ist nichts anderes als eine Klage mit erpresserischer Tendenz", sagte er am Mittwoch (26.5.) in Stuttgart.

Neu sind die Vorwürfe nicht. Eine gleichlautende Milliardenklage des US-Investors und Chrysler-Großaktionärs Kirk Kerkorian ist noch anhängig. Hier wird eine Entscheidung nicht vor dem vierten Quartal diesen Jahres erwartet. Schrempp hatte in mehreren Aussagen vor dem US-Bezirksgericht in Wilmington betont, die Investoren seien über den Charakter der Fusion nicht getäuscht worden.

Die neuen Sammelklagen wurden für ausländische Investoren eingereicht, die zwischen dem 17. November 1998 und dem 17. November 2000 Wertpapiere der Daimler-Chrysler AG gekauft hatten, einschließlich früherer Chrysler-Aktionäre, teilte die Anwaltskanzlei Milberg Weiss Bershad & Schulman LLP am Dienstag in New York mit. Neben dem Konzern wurden auch Schrempp und andere Spitzenmanager in der Klage benannt.

Ausländische Aktionäre wollen jetzt zum Zuge kommen

Ihnen wird vorgeworfen, eine Reihe falscher und irreführender Stellungnahmen abgegeben zu haben, um die Zustimmung der Aktionäre für die vorgeschlagene Fusion zu erhalten. Die Beklagten hätten die Transaktion fälschlich als gleichberechtigte Fusion dargestellt, um "Chrysler billig einzukaufen", erklärte Milberg Weiss in einer Pressemitteilung. Tatsächlich hätten die früheren Daimler-Benz-Manager im Laufe der Zeit die Kontrolle im neuen Gesamtkonzern übernommen und Chrysler zu einer untergeordneten Sparte gemacht.

Durch die Sammelklagen wollen offenbar jene ausländischen Aktionäre zum Zug kommen, die bei einem gerichtlichen Vergleich im Juni 2003 leer ausgegangen waren. Damals hatte Daimler-Chrysler rund 300 Millionen Dollar an amerikanische Aktionäre gezahlt. Ausländische Anteilseigner waren vom Gericht dagegen ausdrücklich ausgenommen worden.


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