Neuer Anlauf bei Opel - Schlechter Start für PR-Chefin Martini

Die festgefahrenen Verhandlungen über den Opel-Sanierungsplan "Olympia" sollen in dieser Woche wieder voran gehen.

Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat der Adam Opel AG über das Sanierungsprogramm „Olympia“ sollen in dieser Woche wieder flott gemacht werden. Opel-Chef Carl-Peter Forster und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz kamen dazu am Montag (15.10.2001) in Rüsselsheim zusammen, um einen neuen Anlauf zu unternehmen.

Anfang Oktober waren die Gespräche über den geplanten Kapazitätsabbau und Kostensenkungen bei Opel und den übrigen europäischen Werken der Muttergesellschaft General Motors (GM) abgebrochen worden. Die Arbeitnehmervertreter hatten die Informationspolitik des Managements kritisiert und mehr Details verlangt. Kern des Konflikts ist die konkrete Umsetzung des Projekts „Olympia“ auf die großen Montagewerke von GM/Opel. Insgesamt sollen die Kapazitäten um 15 Prozent oder 350.000 Autos reduziert werden.

Gleichzeitig ist vorgesehen, mit einer Konzentration der Modellreihen auf bestimmte Standorte sowie der Zusammenlegung von Fertigungslinien die Produktionskosten zu drücken. Da vor allem für das Modell Astra erhebliche Überkapazitäten bestehen, droht die Hauptlast der Anpassungen auf die Werke Bochum und Antwerpen zu entfallen.

Klaudia Martini im traditionellen Kompetenzgerangel

Das GM-Management beabsichtigt mit der Einführung des neuen Astra 2004 in den Werken Bochum und Antwerpen die Fertigung auf jeweils nur noch eine (bislang zwei) Produktionslinien, und zwar im Drei-Schicht-Betrieb umzustellen. Das hätte erhebliche Konsequenzen für die Belegschaften, die in Bochum derzeit bei 11.200 und in Antwerpen bei 6.500 Personen liegen. Die Pläne veröffentlichte die europäische GM-Zentrale in Zürich gegen den Willen der neuen Opel-Kommunikationschefin Klaudia Martini.

Die ehemalige rheinland-pfälzische Umweltministerin, die am 1. Oktober offiziell ihr Amt übernahm, geriet so – noch ehe sie in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat – in das traditionelle Kompetenzgerangel über die Medienarbeit zwischen Rüsselsheim, Zürich und der US-Zentrale Detroit. Opel-Chef Forster hatte die SPD-Politikerin extra in den Vorstand geholt, um das lädierte Image des Autoherstellers aufzupolieren. Der Bochumer Betriebsrat wertete die umstrittene Veröffentlichung als gezielte Indiskretion, um Druck auf die Belegschaften auszuüben. Auch werde damit der Vorstandsvorsitzende Forster demontiert.

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