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Neuer Audi A6 C8 Limousine (2018)

So schick ist die neue Oberklasse-Limousine

Auto Salon Genf 2018

Audi zeigt in Genf erstmals die neue A6 Limousine der Generation C8. Die Oberklasse wird schlauer, sparsamer, komfortabler. Und das Design? Ist ebenfalls neu. Unsere Eindrücke von der ersten Sitzprobe, dazu Infos zu Preisen, Motoren und Assistenzsystemen.

28.02.2018 Andreas Of

Wenn ein Designer über ein neues Auto sagt: „Das hat total Spaß gemacht”, denken wir Journalisten gern ganz kritisch: “Ja mei, das muss der halt sagen.” Aber so wie Andreas Mindt über den neuen Audi A6 spricht, bleibt kein Raum für Zweifel: Der Mann hat ganz offensichtlich Freude an seinem Beruf.

Neuer A6 erstmals mit Mildhybrid

Audi A6 Limousine (2018) Renald Lassowski Leiter Baureihe Foto: Audi
Der neue A6 hat immer Mildhybrid-Technik an Bord, das spart bis zu 0,7 l/100 km, erklärt Baureihenleiter Renald Lassowski.

Gut, der Baukasten ist bekannt. Beim Leichtbau, also zum Beispiel dem Einsatz von Aluminium sei der Vorgänger schon recht weit gewesen, erklärt A6-Projektleiter Renald Lassowski. Kleinigkeiten wie Aluminium-Bremssättel sparen 30 Kilo Gewicht – nicht mehr als ein mittelgroßer Reisekoffer. Zusätzliche Bauteile wie sie etwa für die milde Hybridisierung benötigt werden – E-Motor, Kabel, Akku – machten die Diät zu einer schweren Aufgabe. Die Vierzylinder bekommen ein 12-Volt-System. Die stärkeren V6 fahren wie der A8 mit 48-Volt-Technik vor, schalten ab 22 km/h den Motor aus und sollen ihn per Riemen-Startergenerator blitzschnell und unmerklich wieder anwerfen – werden wir ausprobieren! Auch die 0,7 Liter Spritersparnis, die Audi verspricht, werden wir nachmessen.

Design mit Anleihen bei Audi-Ikonen

Audi A6 Limousine (2018) Andreas Mindt Exterieur Design Foto: Audi
Die kräftigen Schultern lassen den neuen A6 breiter wirken und zitieren den Quattro von 1980, erklärt Exterieur-Designchef Andreas Mindt.

Mit leuchtenden Augen erzählt Andreas Mindt von den breiten Schultern des Autos, die den Quattro-Antrieb betonen, der Taille, die diese Schultern betont und den ein Zoll größeren Rädern, die den vorderen Überhang optisch verkleinern. Die vier ausgestellten Kotflügel betonen die Breite des Autos, weisen auf den markentypischen Allradantrieb Quattro hin und zitieren die Historie: Schon der Audi Quattro parkte 1980 mit breiten, kantigen Backen auf dem Genfer Salon. Dort wird auch der A6 seine Messepremiere haben – 38 Jahre später.

Von einer zweiten Markenikone, die quasi auf dem halben Weg in die Gegenwart liegt, hat der A6 die schmale Fensterlinie und die angedeutete Kuppelform des Dachs. Richtig, ganz so extrem wie beim TT ist das Blech-Fenster-Verhältnis nicht, doch die schmalen Fenster gehören zu einem Audi wie das dritte Seitenfenster zum A6 – wenn man so will, ein Erbe des NSU Ro 80.

Ehrensache für den neuen A6, der ja schließlich in direkter Linie mit dem Aerodynamik-Weltmeister Audi 100 verwandt ist: ein sehr guter Cw-Wert: Im günstigsten Fall 0,24. Der Mercedes CLA als derzeit aerodynamisch günstigste Limousine erreicht Cw 0,22.

2 cm mehr Beinraum hinten

Türen auf: Ganz schön viel Platz hier drin. Das war bisher schon so, da fallen die zwei Zentimeter mehr Beinfreiheit für die Rückbänkler gar nicht weiter auf. Das Cockpit ist schön flach, die Säulen sind nicht allzu dick – so bleibt genügend Aussicht und Übersicht übrig. Typisch Audi: das dritte Seitenfenster. Die Chromleisten um die Fenster sind nun an den Türen statt an der Karosserie angebracht – so wirkt das Auto schlanker, der Einstieg größer, erklärt Renald Lassowski, Projektleiter für A6 und A7.

Interieur: edel wie immer bei Audi

Audi A6 Limousine (2018) Interieur Foto: Audi
Edles Ambiente, viel Platz und noch mehr Technik: Der A6 rückt Richtung A8.

Der Einstieg gelingt tatsächlich recht leicht, die Türen schließen satt. Edle Materialien, beinahe pedantisch exakt verlegte Nähte, satt klickende Regler: Nichts anderes sind wir von Audi gewohnt und der A6 enttäuscht die hohe Erwartung nicht. Beinahe schon enttäuschend, dass im Türfach kein edler Teppich liegt -dafür sei hier Platz für einen kleinen Regenschirm, erläutert Lassowski. Das tiefe und mit einer Klappe geschützte Fach vor dem linken Fahrerknie ist mit Filz klapperfrei ausgelegt. Die Komfortsitze sind neu, sie lassen sich vielfältig und weitläufig einstellen, beheizen und kühlen – zumindest gegen Aufpreis. Das neue Lenkrad mit seiner filigranen Optik – je nach Ausstattung drei oder vier Speichen – schmeichelt im voll ausgestatteten S-Line-A6 mit weichem Leder und präzsien Nähten den Händen. Die Holz- und Aluminiumleisten gehen ohne fühlbare Fuge ineinander über – das wirkt sehr edel.

Die Touchbedienung beider Bildschirme in der Mittelkonsole – der untere für Klima und Schrifterkennung, der obere für fast alles andere – klickt fast wie echte Schalter, geben präzise akustisches und haptisches Feedback.

4 Motoren von 204 bis 340 PS

Zum Marktstart im Juni 2018 bietet Audi vier Motoren an. Der TFSI-Benziner und die drei Diesel leisten zwischen 204 und 340 PS. Der Zweiliter-Vierzylinder-Diesel im A6 40 TDI kommt auf 204 PS und 400 Newtonmeter, er hat serienmäßig Frontantrieb und eine Siebengang-S-Tronic (Doppelkupplungsgetriebe). Gegen Aufpreis ist in Verbindung mit der Doppelkupplungs-S-Tronic ein Allradantrieb erhältlich, der sich zuschaltet, wenn er gebraucht wird. Auch der 3.0 TFSI mit 340 PS hat diesen „Ultra“ genannten Allradantrieb. Dessen V6-Turbo hat 340 PS, stemmt 500 Newtonmeter und läuft 250 km/h.

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Die beiden Leistungsstufen des V6 TDI haben jeweils eine Achtstufen-Automatik und damit den klassischen Permanent-Allrad Quattro serienmäßig. Der A6 45 TDI leistet 231 PS und 620 Nm, die stärkere Version mit der Kennung 50 TDI am Heck kommt wie im A8 auf 286 PS und 620 Newtonmeter. Alle Diesel haben einen SCR-Kat mit Adblue-Einspritzung. Handschaltgetriebe gibt es beim A6 künftig nicht mehr – auch nicht bei den Basismodellen.

Zum ersten Mal Vierrad-Lenkung im A6

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Um die Kurven hilft bei den Permanent-Quattros optional das Sportdifferenzial mit Torque Vectoring. Erstmals bekommt der A6 gegen Aufpreis eine Allradlenkung, die den Wendekreis um 1,1 Meter verkleinert, die Lenkung in Kurven agiler machen und das Auto beim schnellen Spurwechsel stabilisieren soll.

Je nach Modellvariante soll die Gewichtsverteilung nahe an 50:50 liegen – die Sechszylinder haben sowohl die 12-Volt-Betriebsbatterie als auch den-48-Volt-Lithium-Ionen-Akku für den Mildhybrid im Heck. Bei den Frontantriebsvarianten ist die Gewichtsverteilung aus Traktionsgründen leicht kopflastig – beim Beschleunigen entlastet die dynamische Achslastverlagerung die Vorderräder.

Das Fahrwerk federt in der Basisversion mit Stahl, gegen Aufpreis gibt es ein Sportfahrwerk mit 20 Millimeter Tieferlegung oder adaptive Dämpfer. Außerdem kann der Käufer ein Luftfeder-Fahrwerk bestellen. Die adaptiven Dämpfer und das Luftfeder-Fahrwerk lassen sich über Drive Select beeinflussen.

2 Bildschirme: wie im A8

Am meisten bekommt geboten, wer vorn links Platz nimmt: Der Fahrer begreift am schlank gestalteten Lenkrad sofort, dass der A6 neu ist, schaut auf ein „frei programmierbares Kombiinstrument“ – Audianer sagen FPK – wenn das große Navi mit 10,3-Zoll-Bildschirm an Bord ist. Auch hier haben wir wieder ein bisschen TT im A6: Das Coupé hatte das digitale Instrumentendisplay als erstes. Auch hier machen sich die Rundinstrumente zugunsten der Navikarte klein oder rücken in den Vordergrund. Optional ergänzt ein Head-up-Display die Anzeige, es ist nun besser integriert als im Vorgänger.

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Wer die Topview-Ansicht bestellt, kann sein Auto von oben sehen und die 3D-Ansicht des Autos mit dem Finger verändern. Die Anzeige ist knackscharf und ruckfrei. Das Feature ist zu Beginn einzeln lieferbar und ab Ende 2018 im Paket Parken zu bekommen. Etwas später kommen auch der Parkpilot und der Garagenpilot, mit dem der A6, über die Smartphone-App myAudi gesteuert, aus- und einparken kann, ohne dass der Fahrer hinter dem Steuer sitzen muss.

38 Assistenzsysteme

Ähnlich wie beim A8 bündelt Audi die 38 lieferbaren Assistenzsysteme in drei Paketen. Die Kameras über dem Nummernschild und in den Außenspiegeln für die Topview-Ansicht, sowie der Park- und Garagenpilot gehören zum Paket Parken. Praktisch: Das Paket enthält auch einen Bordsteinschutz für die Felgen.

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Das „Assistenzpaket Stadt“ enthält unter anderem einen Kreuzungsassistenten. Teilautonome Fahrfunktionen stecken im „Assistenzpaket Tour“: Auf Knopfdruck hält der A6 Abstand, Geschwindigkeit und Spur, das Getriebe schaltet nutzt die Kartendaten des Navigationssystems für vorausschauende Schaltvorgänge.

Das Überwachungsfeld der Assistenzsysteme deckt fast die gesamte Umgebung des A6 ab. Dafür nutzen die Systeme Daten von bis zu fünf Radarsensoren, fünf Kameras, zwölf Ultraschallsensoren und einem Laserscanner. Der Laserscanner sitzt gut erkennbar rechts im Singleframe-Grill, links ist der Radarsensor für den Abstandstempomaten untergebracht. Die Position sei wegen der nötigen Mindesthöhen und –abstände für die Sensoren nötig gewesen, erläutert Projektleiter Lassowski.

Preis und Markstart

Premiere hat die A6 Limousine auf dem Genfer Autosalon (8.-18. März 2018), auf den Markt kommt das Auto im Juni 2018. Die sportlichen S- und RS-Versionen sowie der Allroad in Offroad-Optik folgen mit etwas Abstand. Der hierzulande besonders wichtige A6 Kombi mit der markentypischen Bezeichnung Avant debütiert im Herbst. Der neue A6 50 TDI Quattro kostet 58.050 Euro. Der Preis für die Limousine liegt damit zwischen dem Vorgänger und einem BMW 530d xDrive. Ausstattungsbereinigt soll der der A6 laut Audi nicht mehr kosten als bisher.

Fazit

Audi zeigt mit dem neuen A6, wofür die Marke steht und erneuert das Design behutsam, aber konsequent weiter – das gelingt sogar eine Spur besser und überzeugender als beim A8 und sehr viel besser als beim A4. Die breiten Radläufe betonen die Markenikone Quattro, das Assistenz-Angebot und die 48-Volt-Technik die technische Kompetenz. Laserscanner und Mildhybrid hat die Konkurrenz in dieser Klasse noch nicht: Wir werden testen, was es bringt.

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Neuester Kommentar

Was soll bitte ein "quattro-Radhaus" sein (siehe Übrrschrift)?
Ansonsten selbst wenn der Touchbildschirm gutes Feedback gibt, man muss dabei Hinschauen, denn man kann nichts ohne hinschauen bedienen, wie es bei Tasten unterschiedlicher Platzierung, Form und Oberfläche und Drehreglern der Fall ist, daher nicht optimal für den Fahrer

VW-Fan 9. März 2018, 12:39 Uhr
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