Nissan Project Titan

Tuning-Kracher für Alaska

Nissan Project Titan Foto: Nissan 30 Bilder

Mit dem Project Titan hat Nissan USA auf Basis des Full-Size-Pickup Titan ein grimmiges Offroad-Gerät gebaut. Jetzt geht es nach Alaska.

Der Name ist nicht unbedingt übertrieben: für europäische Verhältnisse ist der Nissan Titan ein echtes Kaliber. Der sehr, sehr große Bruder des bei uns besser bekannten Nissan Navara ist bis zu 6,2 Meter lang, mindestens 2,3 Tonnen schwer und kommt ausschließlich mit einem klassischen Saugmotor-V8, der aus 5,6 Liter Hubraum gemütliche 309 PS freisetzt. Für ein Charity-Projekt hat Nissan seine Facebook-Fans abstimmen lassen und aus einem serienmäßigen Titan ein Expeditions-Mobil gebaut, mit dem zwei Armee-Veteranen in die Wildnis Alaskas aufbrechen.

Wohltätigkeits-Projekt als Anlass

Anlass für das Project Titan war eine Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation "Wounded Warriors", die sich um kriegsversehrte US-Soldaten kümmert. Für zwei Wounded Warriors-Mitglieder soll es im Nissan Titan auf eine Expeditionsreise nach Alaska gehen. Für den Einsatz in der unwirtlichen Weite Nordamerikas wurde der Nissan Titan umfangreich aufgerüstet – per Nissan-Fan-Befragung. Über eine Facebook-Seite konnten diese abstimmen, wie der Titan umgebaut werden soll.

In einer mehrmonatigen Phase voteten die Fans der Nissan-Truck-Seite bei Facebook über die Details des Projektautos und bestimmten so vom Audio-System bis hin zu den gewaltigen Geländereifen jeden Umbauschritt. Selbst das Outfit, eine Folierung im Tarn-Look, wurde per Facebook-Abstimmung gewählt.

Der Project Titan-Nissan, ab Werk bereits mit Unterfahrschutz und hinterer Differentialsperre ausgerüstet, wurde von Grund auf modifiziert. Den Anfang machte das Fahrwerk, das mit einer Höherlegung um 102 Millimeter und neuen Federbeinen mit externem Reservoir aufgerüstet wurde. Für schwere Beladung und den geplanten Einsatz eines Anhängers wurden Zusatz-Luftfedern an der Hinterachse verbaut, die bei Bedarf ins Geschehen eingreifen. Die schwarzen 18-Zoll-Räder wurden mit groben Geländegummis in 35-Zoll-Größe bezogen.

Nissan Project Titan

Um sich in den Weiten Alaskas notfalls auch selbst aus dem Schlamassel befreien zu können, wurden an Front und Heck elektrische Seilwinden mit 4,5 Tonnen Zugkraft montiert, dafür wanderten auch gleich die Stoßfänger ins Gebrauchtteile-Lager. An der Front des Nissan Project Titan wuchtet sich nun eine massive Stahl-Stoßstange der australischen Outdoor-Spezialisten von ARB ins Bild. ARB lieferte auch den Heckstoßfänger mit Seilwinden-Aufnahme und, eventuell war das ja auch als Spaß gedacht, Einparksensoren. Zusätzlich zur serienmäßigen Hinterachssperre wurde auch an der Vorderachse eine Differentialsperre montiert. Zwei moderne LED-Leuchtleisten an der Frontramme und auf dem Dach können in Alaskas dunklen Nächten notfalls auch als Landebahn-Beleuchtung oder Bärenschreck eingesetzt werden.

Auf elektronischer Seite fand ein großes Lowrance-GPS-System mit Kartendarstellung den Weg in das Nissan Project Titan, gegen Langweile dröhnt eine Rockford-Fosgate-Anlage mit 600-Watt-Subwoofer an, den größeren Durst auf Energie stillt eine verstärkte Lichtmaschine und eine zusätzliche Versorgerbatterie.

Wer nun glaubt, ein derartig riesiger Pritschenlaster habe genügend Ladekapazität, damit zwei Kumpels damit zum zelten fahren können, kennt die amerikanischen Camping-Gepflogenheiten nicht. Insbesondere Nahrungs- und Getränke-Vorräte werden bei solchen Gelegenheiten mitgeführt, als drohe der Weltuntergang. Nachdem auch noch Ersatzteile und sonstige Campingausrüstung mit sollten, war bald klar, dass auch noch ein Anhänger mit auf die Reise muss. Dieser wurde auf eine identische Rad/Reifen-Kombination wie das Zugfahrzeug gestellt und trägt auf einem Gestell ein Dachzelt, das sich schnell aufklappen lässt. Zwei Ersatzräder sind brüderlich auf den Anhänger und das Zugfahrzeug verteilt.

Was die beiden Titan-Fahrer auf ihrer Reise in den Norden erleben, erzählt Nissan, natürlich, auf Facebook. Seit dem 8. September ist das Project Titan-Team unterwegs, unter www.facebook.com/nissantrucks gibt es entsprechend tagesaktuelle Infos.

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