Nürburgring-Chef

Nur noch ein deutsches F1-Rennen

Als Reaktion auf die finanziellen Probleme des Hockenheimrings hat Walter Kafitz, Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, nur noch ein deutsches Formel 1-Rennen pro Jahr vorgeschlagen.

Dieses Rennen solle im jährlichen Wechsel auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring stattfinden, sagte er dem Bonner "General-Anzeiger". "Das ist zumindest eine Idee von uns. Sie würde von Bernie Ecclestone begrüßt", meinte Kafitz, der Formel 1-Chef Ecclestone über den Vorschlag schon informiert habe. "Es ist ja bekannt, dass er Formel-1-Rennen in möglichst vielen Ländern weltweit veranstalten will."

Auch 2006 steht der Große Preis von Europa auf dem Nürburgring und der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring im Formel-1- Kalender. Deutschland ist außer Italien (Imola, Monza) das einzige Land mit zwei Formel-1-Läufen pro Saison.

Mit Bezug auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des deutschen Mitbewerbers Hockenheimring sagte Kafitz: "In der Tat haben die Rennstrecken finanzielle Probleme mit der Formel 1". Früher habe man viel Geld an der Formel 1 verdient, "diese Zeiten sind jetzt vorbei. Die Zahlen von 2002, als wir am Grand-Prix-Wochenende 350.000 Zuschauer am Nürburgring hatten, werden sich nur schwer wiederholen lassen." Deshalb habe die Nürburgring GmbH rechtzeitig in andere Felder investiert, um Ausfälle zu kompensieren.
Trotz der finanziellen Mindereinnahmen schließt Kafitz einen Ausstieg seiner Traditionsstrecke in der Eifel aus der Formel 1 aus. "Selbst wenn die Formel 1 betriebswirtschaftlich ein Verlustgeschäft ist, volkswirtschaftlich gesehen ist sie für die gesamte Region ein Gewinn. Sie strahlt auf alle Bereiche aus und sichert letztlich mehrere tausend Arbeitsplätze in der Eifel", sagte Kafitz. Die Formel 1 böte für eine Rennstrecke "das weltgrößte Renommee".

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