Öl-Preis auf Rekordhoch

Foto: GIW

Der Winter in den USA, Äußerungen der US-Regierung und die überraschende Abwertung der Öl-Reserven von Royal Dutch/Shell haben den Ölpreis am Freitag (9.12.) auf den höchsten Stand seit dem Irak-Krieg 2003 getrieben.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Liefertermin Februar legte in der Spitze bis auf 31,80 US-Dollar zu. Ein ähnliches Niveau hatte der Ölpreis zuletzt im März 2003 erreicht. Allein seit Jahresbeginn ist der Ölpreis damit um 2,50 Dollar je Barrel gestiegen.

“Die kalte Witterung in den USA stützt neben zahlreichen anderen Faktoren den Markt", sagte Ölexperte Peter Luxton in London. Gestützt werde der Preis auch von Aussagen der US-Regierung. Demnach soll trotz des hohen Ölpreises die strategische Ölreserve weiter aufgefüllt werden.

Royal Dutch/Shell: 20 Prozent weniger Reserven

Die niederländisch-britische Royal Dutch/Shell hatte zuvor die Schätzungen für seine als gesichert geltenden Ölreserven um 20 Prozent gesenkt. Wie das Unternehmen in London mitteilte, sind vor allem in Nigeria und Australien die Vorkommen im derzeitigen Entwicklungsstand überschätzt worden. Damit verringert das Unternehmen die zum 31. Dezember 2002 bilanzierten Reserven um 3,9 Milliarden Barrel Öl. Der britische Konkurrent BP gab gleichzeitig bekannt, dass die Margen des vierten Quartals geringer als im Vorquartal erwartet würden. An den Börsen gaben europaweit die Ölwerte nach.

"Diese Nachricht war ein Schock", urteilte ein Marktbeobachter. Analysten von Merrill Lynch errechneten, dass die Lebensdauer der Reserven von 13,6 auf 10,6 Jahre sinken werde. Am 31. Dezember 2002 hatte Royal Dutch/Shell Group nach eigenen Angaben Reserven für eine Produktionszeit von 13,3 Jahren.

Nach Angaben von Royal Dutch/Shell werden die Kürzungen bei den als gesichert geltenden Reserven keine "materiellen Effekte für die Bilanz irgendeines Jahres, einschließlich 2003" haben. Bei einer Investorenkonferenz bekräftigte die Firmenleitung diese Aussage. Zudem werde auch die gegenwärtige Produktion in näherer Zukunft nicht beeinträchtigt sein. Die Umbewertung bedeutet für das Unternehmen, dass es bereits erkundete, aber noch nicht erschlossene Ölreserven künftig möglicherweise nicht fördern und vermarkten beziehungsweise dies erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann.

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