Öl-Preis bleibt auf Rekord-Niveau

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Der Ölpreis bleibt auf Rekordniveau. Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der Nordseesorte Brent (Juli-Kontrakt) kletterte bis zum Donnerstagmittag (20.5.) um 0,63 Prozent auf 38,14 US-Dollar. Der Ölpreis ist in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit der Kuwait-Krise im Herbst 1990 gestiegen.

An der New Yorker Terminbörse Nymex legte Rohöl zur Juni-Auslieferung um 2,4 Prozent auf 41,50 Dollar je Barrel zu, nachdem der Preis am Montag die Rekordhöhe von 41,55 Dollar erreicht hatte. Auf Grund unerwartet niedriger US-Lagerbestände legte zudem der Juni-Kontrakt für Benzin um 6,34 Cent auf 1,4503 Dollar je Gallone (3,8 Liter) zu. Das war der höchste Preis seit Beginn des Benzinterminhandels an der Nymex im Jahr 1984.

IEA fordert OPEC zur Förderquotenerhöhung auf

Die hohen Benzin- und Ölpreise basieren auf dem konjunkturellen Höhenflug in den USA und Asien, niedrigen Reserven, der Furcht vor Terroranschlägen im Irak und in anderen Ländern des Nahen Ostens mit möglichen Lieferunterbrechungen, fehlenden Raffineriekapazitäten in den USA sowie Spekulationen an den Warenterminmärkten. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte in diesem Jahr mit Förderkürzungen mit zu dem rasanten Preisauftrieb beigetragen. Die Industrieländer drängen die OPEC jetzt lautstark auf Produktionssteigerungen. Es solle verhindert werden, dass die hohen Öl- und Benzinpreise die Konjunktur abwürgen.

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) forderte mit Blick auf das informelle Treffen der OPEC-Minister am Wochenende wegen der Turbulenzen auf dem Ölmarkt eine klare Strategie der OPEC. Diese müsse erklären, wie sie den Ölmarkt in den kommenden Wochen und Monaten ausreichend mit Öl versorgen wollen, sagte IEA-Chef Claude Mandil am Donnerstag (20.5.) in Paris. Außerdem müsse die OPEC die Förderquote erhöhen, um die Überhitzung aus dem Ölmarkt zu nehmen.

Bush: "Wir sind im Krieg!"

Die amerikanischen Benzinvorräte stiegen in der vergangene Woche zwar um 1,2 Millionen auf 203,7 Millionen Barrel, doch waren dies geringere Reserven als erwartet. Die US-Raffinerien waren auch nur zu 95,3 Prozent ausgelastet. Ende Mai beginnt die Sommerreisesaison in den USA, die bis Anfang September dauert. Der Benzinbedarf schießt in dieser Zeit stark in die Höhe. Die hohen US-Benzinpreise von durchschnittlich mehr als zwei Dollar je Gallone sind inzwischen zum heißen Thema im Präsidentschaftswahlkampf geworden.

Die Rohölreserven fielen in der Berichtswoche nach Angaben Washingtons um 1,1 Millionen auf 298,9 Millionen Barrel. US-Präsident George W. Bush lehnte unterdessen die von demokratischen Politikern lautstark geforderte Verwendung von Rohöl aus der strategischen Ölreserve der USA strikt ab. Die Reserve diene zur Abfederung für den Fall schwerer Störungen in der Energieversorgung, sagte Bush am Mittwoch zu demokratischen Forderungen, Öl aus den Vorräten auf den Markt zu bringen. Eine Verringerung der Vorräte würde die USA im Krieg gegen den Terrorismus in eine gefährliche Lage bringen.

"Wir befinden uns im Krieg..., und wir dürfen uns dabei nicht in einer schlechtere Situation bringen, indem wir politische Spiele mit der Reserve betreiben", fuhr der Präsident fort. In den USA liegt der Durchschnittspreis für Benzin erstmals bei zwei Dollar pro Gallone oder 53 US-Cent per Liter - das entspricht in Euro 44 Cent pro Liter.

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