DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019 Arturo Rivas
DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019
DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019
DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019
DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019 13 Bilder

Ford Mustang und Sierra Cosworth RS500 in Fahrt

DTM-Renner der 80er beim Oldtimer-Grand-Prix

Beim Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring trafen Fords DTM-Renner der 80er-Jahre auf treue Fans und durften noch mal auf die Piste.

Das Ford-Team ABR Ringshausen zählte zu den beliebtesten und erfolgreichsten Teams in der DTM. Vor 35 Jahren stieg die Mannschaft von Bernd Ringshausen in das Championat ein. Nur sechs Jahre war das Team aus Burbach dabei, stieg sogar zum Werksteam auf. Mit dem DTM-Ausstieg von Ford 1989 schloss ABR für immer die Tore. Die stolze Bilanz: zehn Rennsiege, acht Trainingsbestzeiten und sieben schnellste Runden. Beim 47. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring feiert Ringshausen im Rahmen der Tourenwagen Classics sein DTM-Jubiläum.

Fords DTM-Legenden – alt, aber beliebt

Kai Ringshausen blickt ganz nervös auf die vier Renntourenwagen, alles ehemalige Einsatzautos seines Teams. Dabei geht es an diesem Wochenende nicht wie in den 80er-Jahren um DTM-Punkte, sondern um den Zuspruch der OGP-Besucher. Der heute 52-jährige Autohändler ist unsicher, ob das Jubiläumszelt im großen Fahrerlager des Nürburgrings auch ankommt und hält sich etwas schüchtern im Hintergrund.

Doch die Zweifel ziehen so schnell vorüber wie die Regenwolken am Himmel: Schon am Freitag, dem ersten Veranstaltungstag, sind der Ford Mustang, der Sierra XR4 ti und die beiden Sierra Cosworth RS500 dicht umlagert.

1984 ging der Mustang auf die Rennstrecke

Alles begann in der Premierensaison 1984 mit einem Mustang und dem Fahrer Manfred Trinkt. In der Saison darauf übernahm DTM-Urgestein Roland Asch das Steuer. Dem Ford-Händler aus Ammerbuch gehört der Gruppe-A-Mustang heute.

DTM-Ford der 80er-Jahre, Oldtimer-Grand-Prix Nürburgring 2019
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Mit der schwarzen Lackierung und den grellroten Lettern sorgten die Sierras in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft 1987 für Aufsehen.

Auch der ehemalige Ringshausen-Pilot Klaus Niedzwiedz ist da, als wäre die Zeit stehengeblieben. Der spätere Ford-Werksfahrer schreibt Autogramme und plaudert mit den Fans. Der RS500 gleich vorne neben dem Eingang ist sein ehemaliges DTM-Einsatzauto von 1988. Es gehört heute dem Engländer Paul Linfoot, der es eigens für das Ringshausen-Jubiläum in die Eifel gebracht hat. Der historische Zweitürer ist allerdings jetzt in den Farben der erfolgreichen Werks-Sierras aus der Tourenwagen-WM lackiert: schwarz mit großen knallroten Texaco-Schriftzügen. Die geöffnete Motorhaube gibt den Blick auf den kraftvollen Zweiliter-Turbomotor frei: „Der RS500 war zwischen 1986 und 1989 das Maß der Dinge im weltweiten Tourenwagensport“, sagt Niedzwiedz. „Ich habe das Auto von Anfang an gemocht, fast so wie einen guten Freund.“

Vom Reglement eingebremst

In der DTM wurde den Flügel-Cossies das Leben von Anfang an schwer gemacht. Per Luftmengenbegrenzer wurde die Motorleistung des Reihen-Vierzylinders gekappt. Dazu schraubten die Regelmacher das Zusatzgewicht in gefährliche Höhen. Die rund 1,5 Tonnen brachten die Radträger und die Reifen an die Belastungsgrenze und manchmal auch darüber hinaus. Niedzwiedz erlebte dadurch auf der Nordschleife des Nürburgrings 1988 bei Tempo 250 einen haarsträubenden Unfall und überlebte – nicht zuletzt dank der guten Sicherheitseinrichtung des Fords. Mit einem gebrochenen Oberarm kam er recht glimpflich davon. Die Saison schließt er als 17. des Gesamtklassements, während sein Markenkollege Klaus Ludwig im Grab-RS500 seinen ersten von drei DTM-Titeln feiert.

Gefährlicher Unfall für den Teamchef

Das beste Ringshausen-Saisonergebnis lieferte der britische Tourenwagen-Haudegen Steve Soper mit dem zweiten Platz in Wunstorf. Doch freuen konnte sich bei der Mannschaft aus Butzbach damals niemand. Beim Aufprall eines privat eingesetzten BMW in die schlecht gesicherte Boxenmauer wurde Teamchef Bernd Ringshausen schwer verletzt.

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OGP
Im DTM-Trimm mit Luftmengenbegrenzer leistete der Sierra RS500 rund 380 PS. Ohne Limitierung wären 500 PS und mehr möglich.

1989 wurde Klaus Niedzwiedz von Ringshausen zum Team von Ruedi Eggenberger abgezogen. Dort setzte er beim Finale in Hockenheim mit zwei Laufsiegen sein Denkmal für den Sierra in der DTM. Rückblickend wäre mit dem damals stärksten Tourenwagen mehr drin gewesen: „Wir haben ja das wahre Potenzial des RS500 wegen der ständigen Restriktionen in der DTM nie ganz ausschöpfen können“, meint der heute 68-jährige Rennprofi. Auch Ringshausen konnte in der Abschiedssaison nichts mehr reißen. So bleibt die Vizemeisterschaft des damaligen Ford-Juniors Manuel Reuter 1987 der beste Saisonabschluss für ABR.

Ein Rennwochende zum Spaß

Sierra RS500, XR4 TI und Mustang: Mit diesen Renntourenwagen von Ford verbindet Kai Ringshausen selbst viele Erinnerungen. In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre war er der jüngste Teammanager der DTM. „Ich habe mich damals um die ganze Logistik und die Organisation der Reisen gekümmert“, beschreibt er seine Aufgaben. So hielt der Junior seinem Vater für seine Aufgaben als Teamchef den Rücken frei. Am Nürburgring erlebte er jetzt zum ersten Mal, wie es ist, an einem Rennwochenende in der ersten Reihe zu stehen.

Zum Jubiläum bestritt Klaus Niedzwiedz in seinem Ex-DTM-Auto einen Einsatz bei den Tourenwagen Classics, als Teil eines Rekordstarterfelds von 44 Autos. Die Probleme mit der Bremsanlage konnten bis zum Rennen behoben werden. Dort arbeitete sich Niedzwiedz sogar um einige Plätze nach vorne. Seine Aufholjagd wurde durch den Rennabbruch gestoppt und er musste sich mit einem Platz im vorderen Mittelfeld zufriedengeben. Doch für Kai Ringshausen war das Jubiläums-Wochenende trotzdem ein großer Erfolg. Auch drei Jahrzehnte nach der aktiven Zeit ist vielen Fans der Name „Ringshausen“ noch ein fester Begriff, wie der Andrang im Zelt gezeigt hat: Sein spontaner Einfall zeigte große Wirkung.

Fazit

Die goldene Zeit der DTM bis 1995 zeigt bis heute Wirkung. Viele Fans kommen zum OGP und auch zu den DTM-Wochenenden, um die Autos von damals bei den Tourenwagen Classic noch einmal auf der Rennstrecke zu erleben – am liebsten mit den passenden Fahrern. Wie die Geschichte der Turbo-Sierras unterstreicht, war damals längst nicht alles Gold, was glänzt. Doch die Details des Regel-Schachs von damals stauben so langsam im Archiv ein. In den Vordergrund rücken die Tourenwagen, ihre Technik und die Fahrer. Allesamt echte Typen, die viel zu erzählen haben. Beim OGP stand mit Ringshausen zudem eines der legendären DTM-Teams im Mittelpunkt. Eine tolle Idee, die man fortsetzen könnte. Mögliche Kandidaten gibt es genügend.

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