Opel baut für Buick

GM will den Buick LaCrosse bei Opel fertigen lassen

Opel Insignia 2.0 CDTi Cosmo Foto: Hans-Dieter Seufert 26 Bilder
Nach den Opel-Betriebsferien soll die US-Ausgabe des Opel Insignia, der Buick LaCrosse in Rüsselsheim vom Band laufen, sagte Betriebsratschef Klaus Franz am Montag (11.5.). Geplant seien 70.000 Exemplare des "Buick LaCrosse" innerhalb von zwei Jahren.

 

Die Rüsselsheimer Fabrik ist derzeit mit einem Zweischichtbetrieb auf rund 180.000 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt. Dort arbeiten rund 5.600 Menschen.

100.000 Bestellungen für den Opel Insignia

Für den Opel Insignia liegen nach Werksangaben in Europa bereits mehr als 100.000 Bestellungen vor. Opel übernehme die Produktion, weil das in den USA vorgesehene Werk noch nicht auf das neue Modell umgestellt sei. Von einer Produktionsverlagerung auf andere GM-Standorte in Billiglohnländern könne da keine Rede sein, sagte Franz.

Zuvor hatten US-Medien berichtet, GM wolle Teile seiner für den US-Heimatmarkt bestimmten Produktion aus Kanada, Europa und Australien in billigere Länder in Asien und Lateinamerika verlagern. Es gehe um ein Volumen von rund 130.000 Fahrzeugen, berichtete die Zeitung "Detroit News" unter Berufung auf interne GM-Dokumente. GM vertreibt in den USA derzeit etwa unter der Marke Saturn das in Europa gefertigte Opel-Modell Astra. Die Stückzahlen sind allerdings gering. GM-Chef Fritz Henderson wollte sich am Montagnachmittag (11.5.) deutscher Zeit zum Stand der Sanierungspläne äußern.

Franz wäre ein direkter Staatseinstieg lieber

Gewerkschafter Franz zeigte sich offen zu den Vorschlägen von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die europäischen Teile des GM-Konzerns bei einem Treuhänder zu parken. "Mir wäre zwar der direkte Einstieg des Staates lieber, aber bei einem zu großen Widerstand ist auch das ein guter Vorschlag", sagte Franz. Er stehe jeder Lösung positiv gegenüber, die dafür sorge, dass das neue europäische Unternehmen juristisch korrekt aufgestellt werde. Ein temporärer Einstieg des Staates ohne die Hilfskonstruktion einer Treuhand wäre aber besser.

Franz rechnet weiterhin damit, dass GM in die Insolvenz nach US-Recht gehen wird. Bis dahin solle zumindest eine grundsätzliche Übereinkunft mit einem neuen Investor unter Dach und Fach sein. "Wer ernsthaft Interesse an Opel hat, muss das in den nächsten zwei, drei Wochen beweisen." US-Präsident Barack Obama hat dem größten amerikanischen Autobauer für ein tragfähiges Konzept ein Ultimatum bis Ende Mai gesetzt. Sonst droht eine Insolvenz wie beim Wettbewerber Chrysler.

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