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Opel-Betriebsrat Einenkel

Opel nur bis zur Jahresmitte liquide

Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel hat rasche Verhandlungen zwischen Opel-Führung und Arbeitnehmervertretern über den vorgelegten Sanierungsplan gefordert. Ohne ein zweites Modell befürchtet er ein "Sterben auf Raten" für das Werk Bochum.

Zwar verhandele Opel-Chef Nick Reilly mit den Regierungen über Kredite und Bürgschaften, habe aber immer noch nicht das Gespräch mit dem Betriebsrat gesucht. Dabei dränge die Zeit, Opel sei nur noch bis zur Jahresmitte liquide, sagte Einenkel.

Liquidität nur im ersten Halbjahr 2010 gesichert

"Momentan werden im Hintergrund zwischen Opel und der deutschen und den europäischen Regierungen viele Verhandlungen geführt. Einen neuen Termin zwischen der Opel-Geschäftsführung und der Arbeitnehmervertretung dagegen gibt es nicht, kritisiert der Bochumer Betriebsratschef. Dabei sind viele Fragen offen. Der vorgelegte Restrukturierungsplan ist in unseren Augen nicht zukunftsfähig und muss nachverhandelt werden. Dabei drängt die Zeit, denn unsere Liquidität ist nur im ersten Halbjahr 2010 gesichert."

So ist für Einenkel nicht sicher, dass die Werke Bochum und Eisenach wirklich überleben können. Nach dem Viability-Plan 6, auf dem der aktuelle Sanierungsplan basiert, sollen Bochum und Eisenach nicht geschlossen werden. Mir liegen zahlreiche Pläne vor, wo genau diese Schließung vorgesehen war. Ich befürchte, dass General Motors auf frühere Pläne zurückgreifen wird, wenn die Finanzierung der Restrukturierung nicht gestemmt wird, wenn also nicht 2,7 Milliarden Euro seitens der Regierungen als Kredite zur Verfügung gestellt werden und wenn wir europäischen Arbeitnehmer unseren Beitrag von 265 Millionen Euro verweigern, sagte Einenkel dem Magazin. Aber dafür verlangen wir Arbeitnehmer den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine klar transparente Kontrolle der Belegschaften über unsere Arbeitnehmerbeiträge. Wir brauchen eine verlässliche Perspektive für alle Opel-Standorte."

Für Bochum bedeute das die Produktion von zwei Modellen: "Wir brauchen für Bochum den Astra Caravan, der rund 100.000 Einheiten im Jahr bringen könnte. Aber diese Produktion in Bochum darf nicht dazu führen, dass einem anderen europäischen Werk, z.B. Ellesemere Port, die Schließung droht", unterstreicht Einenkel. "Vorstellbar ist auch die Produktion des Elektroautos Ampera, die General Motors derzeit lieber in Ellesmere Port sehen würde. Nur mit einem Modell, so wie Bochum mit dem Zafira, ist kein Werk langfristig überlebensfähig. Das wäre ein Sterben auf Raten."

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