Opel-Boss

Gewinn trotz Gegenwind

Foto: dpa

Der Chef des Rüsselsheimer Autobauers Opel, Carl-Peter Forster, rechnet im kommenden Jahr mit einem Wachstum des Automarktes in Deutschland von maximal fünf Prozent.

Angesichts der lahmenden Konjunktur schließt er aber auch eine Stagnation nicht aus. Trotz des Gegenwinds wolle Opel im kommenden Jahr einen kleinen operativen Gewinn einfahren, sagte der Unternehmenschef am Dienstag (19.11.) in Frankfurt und bestätigte damit bisherige Prognosen."Wir haben uns ein strammes Ziel gesetzt, aber es wird nicht einfach."

Nach einem positiven ersten Halbjahr dürfte die GM-Tochter für das Gesamtjahr wieder erneut einen Verlust ausweisen, nach einem operativen Minus von 227 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dass Opel bisher beim Marktanteil um einen Viertelprozentpunkt zugelegt habe, sei durch zahlreiche Verkaufsförderungsmaßnahmen teuer erkauft worden. Auch im kommenden Jahr will Forster den Opel-Marktanteil steigern.

Arbeitszeitmodell "30plus" auch in anderen Werken möglich

Wenn der Gesamtmarkt 2004 aber stagniere, könnte sich die Rabattschlacht gar noch einmal verschärfen. Opel werde sich auch dann nicht dem Preisdruck entziehen können, gab Forster zu bedenken. Vom Niveau der USA, wo die Konzerne zuletzt Nachlässe bis zu 4.500 Dollar gaben, seien Westeuropa und Deutschland aber noch weit entfernt.

Der Autobauer hatte jüngst mit einer Senkung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden in seinem Stammwerk Rüsselsheim auf die schwächelnde Nachfrage nach dem Modell Vectra reagiert. Forster schloss nicht aus, das Arbeitsmodell mit dem Namen "30plus" auch in anderen Werken einzuführen, sollte dies notwendig werden. Dies sei derzeit aber kein Thema."In unserem Werk in Bochum ist die Auslastung gut, in Eisenach sogar sehr gut."

Auch eine zeitliche Ausweitung des Programms, mit dem Opel flexibel auf die Nachfrage reagieren und gegebenenfalls schnell mehr oder weniger Autos produzieren könne, schloss Forster grundsätzlich nicht aus. "Darüber würden wir aber erst reden, wenn wir sehen, dass wir das brauchen." Derzeit ist mit dem Betriebsrat vereinbart, "30plus" bis Ende 2004 laufen zu lassen.

Jobs sollen absorbiert werden

Ob ein weiterer Stellenabbau, auf den Forster in den letzten Monaten gedrängt haben soll, damit ausgeschlossen ist, ließ er offen. Opel werde sich aber darauf konzentrieren, Jobs zu "absorbieren", anstatt abzubauen. So sollen neben den flexibleren Arbeitszeitmodellen, ausgelagerte Aufgaben wieder ins Haus geholt und von Opel-Leuten übernommen werden. Zudem wolle Opel sein Vorruhestandsprogramm forcieren.

Während der VW-Konzern jüngst eine Senkung seiner Investitionen bekannt gab, will Opel diese nicht weiter kappen. Auf seinem Weg hin zum Turnaround habe Opel bereits in den vergangenen drei Jahren seine Investitionen um zehn Prozent heruntergeschraubt, sagte der frühere BMW-Manager. Dabei sei die Entwicklungsleistung aber gleichzeitig um 30 Prozent gesteigert worden.

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