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Opel

Elf Prozent im Visier

Der Autobauer Opel will mit Sonderaktionen, Preisnachlässen und einer Vertriebsoffensive seinen Marktanteil in Deutschland bis Jahresende auf elf Prozent von 10,3 Prozent Ende 2004 ausbauen.

"Im ersten Quartal war Opel der Gewinner unter den Volumenherstellern", sagte Vertriebsvorstand Jean-Marc Gales. "Die eingeleitete Trendwende werden wir nun fortsetzen." Von Januar bis April stieg der Marktanteil binnen Jahresfrist um 5,9 Prozent auf 10,7 Prozent. "Es ist lange her, dass wir so viel besser waren als im Vorjahr."

Der vor einem Jahr gestartete Astra sowie der neue Kompakt-Van Zafira seien die Hoffnungsträger. Von 9. Juli an steht der Zafira bei den Händlern. "Ein Frühbucherpaket bietet einen Preisvorteil von 1.220 Euro", sagte Gales. Wer den Zafira vor der offiziellen Präsentation bestellt, erhält eine Ausstattung mit Bord-Computer, Aluminiumfelgen und Geschwindigkeits-Regelung ohne Aufpreis. Seit Anfang März seien bereits 5.700 Vorbestellungen eingegangen.

Der Astra bleibt das wichtigste Modell für den Rüsselsheimer Autohersteller. Statt der ursprünglich geplanten 40.000 wurden 2004 rund 60.000 Kompaktwagen verkauft. "Wir haben unser Ziel weit übertroffen", sagte Gales. Neue Impulse erhofft sich das Unternehmen auch vom Mittelklassewagen Vectra, der als stark überarbeitetes Modell im September auf der Automobilausstellung IAA in Frankfurt gezeigt wird.

Mit Mager-Corsa gegen VW Fox

Dem Billigmodell Fox des Konkurrenten Volkswagen werde Opel ab Sommer 2006 eine abgespeckte Version des Kleinwagens Corsa entgegen setzen. "Wir werden Ausstattungselemente rausnehmen, aber nicht an der Fahrsicherheit sparen", sagte Gales. Der Preis werde knapp unter 10.000 Euro liegen. Ob es ein neues Oberklasse-Modell geben wird, ist noch nicht entschieden. "Das steht derzeit nicht auf der Tagesordnung."

Die monatelange Diskussion um den Abbau von 9.000 Stellen bei Opel hat den Absatz nach Worten Gales nicht beeinträchtig. "Das hat uns nicht geschadet." Im März hatten sich Betriebsrat und Management auf den Arbeitsplatzabbau geeinigt.

Mehr Margen für die Händler

Für besonders wichtig hält Gales ein gutes Verhältnis zu den Händlern. "Die Händler müssen motiviert sein, deshalb werden sie stärker an den Margen beteiligt." Die Rendite der Opel-Händler liege derzeit bei 1,1 Prozent vom Umsatz, das sei mehr als doppelt so viel wie im Branchenschnitt. Bis Jahresende sollen die rund 50 offenen Punkte im Vertriebsnetz vor allem in ländlichen Regionen besetzt sein.

Um den Marktanteil auf elf Prozent zu verbessern, müsste Opel bei einem Gesamtmarkt auf Vorjahresniveau von fast 3,27 Millionen Fahrzeugen knapp 23.000 Autos mehr verkaufen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) 340.542 Neuzulassungen - ein Plus von 0,3 Prozent. Allerdings ist angesichts der Konjunkturschwäche und der Feinstaub-Debatte mit Absatzrückschlägen für Diesel-Fahrzeuge noch unklar, ob der Markt überhaupt das Volumen des Vorjahres erreicht. Ende April betrug der
Rückstand zu den Vorjahreswerten noch 0,2 Prozent - allerdings mit einer deutlichen Verbesserung im dem Monat.

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