Opel-Fiat-Fusion

Warum Fiat und Opel nicht zueinander passen

Opel Logo mit Fiat Foto: dpa/ams 144 Bilder

Eine Übernahme durch den Fiat-Konzern birgt für Opel nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer erhebliche Gefahren. "Das finanzielle Risiko für Opel würde steigen", sagte er am Montag (4.5.).

Der angeschlagene Hersteller verlöre durch ein Zusammengehen mit den Italienern die Möglichkeit, auf dem Wachstumsmarkt Russland präsent zu sein und wichtige Technologien zu entwickeln. Zusätzlich sei Fiat auf die gleichen Marktsegmente fokussiert: "Beide Hersteller schnappen sich im europäischen Wettbewerb gegenseitig die Kunden weg", sagte Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen.

Fiat-Chrysler-Opel hätte zu wenig Eigenkapital

Dudenhöffer geht davon aus, dass die deutsche Politik den italienischen Konzern als Investor bevorzuge: "Es sieht so aus, als hätte Guttenberg Vorlieben für Fiat." Ein Anzeichen dafür sei, dass das Wirtschaftsministerium bei den Verhandlungen über die Zukunft Opels von Roland Berger beraten werde, der gleichzeitig im Aufsichtsrat von Fiat sitze.

Nach dem Einstieg von Fiat beim insolventen US-Autohersteller Chrysler hätte eine Gruppe aus den drei Herstellern nur eine sehr dünne Eigenkapitaldecke. "Es drängt sich der Verdacht auf, dass es ein Hau-Ruck-Verfahren von Fiat ist, um an Staatshilfen zu kommen", sagte Dudenhöffer. "Ohne die 3,3 Milliarden Euro Staatshilfen hätte Fiat gar kein Interesse an Opel. Außerdem ist der gebotene Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro jenseits von Gut und Böse." Es bestehe ein Risiko, dass an Opel vergebene Steuergelder durch eine Übernahme von Fiat gefährdet seien.

Dudenhöffer gäbe Magna den Vorzug

Dudenhöffer sieht im Autozulieferer Magna dagegen den geeigneteren Partner für Opel: "Alles was gegen Fiat spricht, spricht für Magna." Der österreichisch-kanadische Autozulieferer hatte vergangene Woche ein erstes Konzept für einen möglichen Einstieg vorgelegt. Bei einer Übernahme würde Magna nach Einschätzung von Dudenhöffer einen Anteil von rund 19 Prozent, der russische Autohersteller GAZ und die Bank Sberbank zusammen etwa 35 Prozent kaufen. "Das ist eine Kombination, die erheblich stabiler als Fiat wäre", sagte Dudenhöffer. Der restliche Anteil bliebe beim bisherigen Mutterkonzern General Motors. Durch GAZ werde der russische Markt für Opel geöffnet, mit Magna stehe ein kompetenter Partner im Bereich der Elektrofahrzeuge bereit.

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