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Opel Insignia Country Tourer (2017)

Fahrbericht des Allrad-Kombis

Opel Insignia Country Tourer Fahrbericht Foto: Opel 18 Bilder

Mit einem Sports Tourer in Offroad-Optik komplettiert Opel die neue Insignia-Baureihe. Vierradantrieb mit Torque-Vectoring und 25 Millimeter mehr Bodenfreiheit rechtfertigen das robuste Aussehen. Wir haben uns in Opels neuen Überland-Wagen reingesetzt und sind ihn ausgiebig Probe gefahren.

15.11.2017 Gerd Stegmaier, Gregor Hebermehl, Dirk Gulde 6 Kommentare

Noch hat Opel keinen großen SUV im Angebot. Aber jetzt bekommt der neue Insignia als Country Tourer die optischen Merkmale des Boom-Segments und mit einem aufwendigen Allradantrieb sowie 2,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit die größere Berechtigung sie zu tragen als etwa der Crossland X, den es nur mit Frontantrieb geben wird.

Der neue Insignia Country Tourer feierte auf der IAA 2017 Weltpremiere und kann inzwischen bestellt werden.

Anders als bei den in Kooperation mit Peugeot entstehenden Crossover-Modellen Crossland und Grandland X (das Schwestwermodell des Peugeot 3008) hat der Insignia Country Tourer Allradantrieb (zumindest gegen Aufpreis wie beim Vorgänger). Dann trägt er an der Hinterachse statt eines konventionellen Hinterachsdifferenzials, das Drehmoment zu gleichen Teilen an die Räder leitet, eine Variante mit zwei elektrisch gesteuerten Lamellen-Kupplungen. Sie erlauben eine radselektive Kraftübertragung – unabhängig vom Bodenbelag.

Torque Vectoring und Adaptiv-Dämpfer

Opel Insignia Country Tourer Fahrbericht Foto: Opel
Der Sports Tourer fühlt sich dank Allradantrieb auch auf unbefestigtem Untergrund wohl.

Damit wird so genanntes Torque Vectoring möglich: Wenn der Wagen in engen, schnell angegangenen Biegungen zu untersteuern beginnt, leitet das System je nach Gasbefehl und Lenkeinschlag in Sekundenbruchteilen mehr Drehmoment an das kurvenäußere Hinterrad. Das stabilisiert das Fahrzeug. Zudem soll der Insignia damit präziser einlenken und direkter reagieren.

Fahrwerksseitig sollen eine Fünflenkerhinterachse und das so genannte Flex-Ride-Fahrwerk das agile Handling und die Kontrollierbarkeit unterstützen. Flex-Ride heißt vor allem adaptive Stoßdämpfer. Sie sind in ihrer Charakteristik genauso in drei Modi (Standard, Sport und Tour) verstellbar sind wie Lenkung, Gaspedalkennlinie und Schaltpunkte (wenn die optionale 8-Gang-Automatik an Bord ist). Eine neue Software namens „Drive Mode Control“ soll zudem permanent alle Sensoren sowie Einstellungen auswerten und den individuellen Fahrstil erkennen.

Motoren mit bis zu 260 PS

Bei den Motoren setzt der Country Tourer auf zwei Benziner und zwei Diesel. Basistriebwerk ist der 165 PS starke 1,5-Liter-Turbo. Zweiter Benziner ist der 260 PS starke Zweiliter-Vierzylinder-Turbo. Bei den Dieseln setzt Opel auf den 170 PS starken Zweiliter-Vierzylinder sowie den neuen Zweiliter-Biturbo, der es auf 210 PS und 480 Nm Drehmoment bringt.

Opel ein verspricht für die Zukunft „breites Antriebsportfolio“ – vermutlich die Maschinen der anderen Insignia-Varianten abzüglich der Basisversionen. Das könnte heißen: 1,5- und 2,0-Liter-Benziner mit 165 und 260 PS sowie den 2,0-Liter-Diesel mit 170 PS und später dessen Biturbo-Variante mit mehr als 200 PS. Bei den getrieben setzen die Modelle auf manuelle 6-Gang-Boxen sowie 6- und 8-Gang-Automatikboxen. Zudem sind der Top-Benziner und die beiden Diesel mit Allradantrieb kombinierbar.

Karosse vom Kombi

Opel Insignia Country Tourer Fahrbericht Foto: Opel
Die Basis des Insignia Country Tourers ist der Sports Tourer.

Innen ist der Country Tourer natürlich genauso geräumig wie der rund 5 Meter lange Sports Tourer mit dem geräumigen Fond. Um das Gepäckabteil zu vergrößern, lässt sich die zweite Sitzreihe per Tastendruck vom Kofferraum aus dreifach im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Maximal passen dann 1.665 Liter hinter die Vordersitze – über 130 Liter mehr als beim Vorgänger. Und die serienmäßige Dachreling schultert bis zu 100 Kilogramm Dachlast.

Wenn dort im Winter Ski montiert werden freuen sich die Passagiere hinten über die beheizbaren äußeren Fondsitze, der Fahrer über beheizbare Windschutzscheibe und Lenkrad.

Die Heckklappe öffnet auf Wunsch per Fußkick unter die Stoßstange. Ein auf den Boden projiziertes Piktogramm zeigt dabei an, wo man kicken muss. Die Klappe öffnet und schließt dann, ohne das Fahrzeug berühren zu müssen.

Sitzprobe Opel Insignia Country Tourer

Opel Insignia Country Tourer 2017 Foto: Opel
Innen ist auch der Country Tourer ein Insignia.

Hinein in Opels neuen Überland-Wagen: Den auf der Messe stehenden Insignia Country Tourer hat Opel mit superbequemen Ledersitzen ausgestattet, die einen irgendwie ganz sacht an ein englisches Landhaus denken lassen. Selbst wenn dies reine Psychologie sein sollte: Die großzügigen Platzverhältnisse, das superbequeme Gestühl und die leichte Offroadtauglichkeit dank Höherlegung um 25 Millimeter und recht aufwendigem Allradantrieb machen auf Anhieb richtig Spaß.

Fahrbericht Opel Insignia Country Tourer

Genug über das Leder gestreichelt, jetzt interessiert uns, wie der Country Tourer fährt. Hierfür hat uns Opel die beiden Top-Modelle mit serienmäßigem Allradantrieb und Achtgangautomatik zur Verfügung gestellt: Den Benziner mit 260 PS sowie den 210 PS kräftigen Diesel mit es für ausgiebige Testfahrten rund um Genf auch losgehen soll.

Opel Insignia Country Tourer Fahrbericht Foto: Opel
Der höhere Schwerpunkt wirkt sich nicht negativ auf die Fahreigenschaften aus.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Höherlegung machst sich bei den Fahreigenschaften nicht negativ bemerkbar. Trotz des nach oben gewanderten Schwerpunkt, verkneift sich Opels Großer eine allzu starke Seitenneigung in schnellen Kurven, bleibt lange neutral und lässt sich sicher beherrschen. Zudem beeindruckt, wie problemlos der Insignia seine 480-Diesel-Newtonmeter auf die Piste bekommt. Dank des aktiven Hinterachsdifferenzials mit Torque Vectoring beschleunigt er selbst aus engsten Kehren wuchtig und spurtreu heraus, wirkt handlicher als es die stattlichen Außenabmessungen vermuten lassen.

Komfortabel

Angesichts der zackigen Fahreigenschaften kann sich auch der Komfort sehen lassen: Auf Stellung „Tour“ schluckt das Adaptivfahrwerk selbst gemeine Unebenheiten gelassen, lediglich auf kurze Verwerfungen oder Querrillen könnten die Dämpfer noch etwas feinfühliger ansprechen. Auch die Lenkung dürfte gern etwas mehr Rückmeldung liefern, immerhin ist sie angenehm übersetzt und spricht aus der Mittellage heraus nicht übertreiben spitz an. Ebenfalls prima: Die wirkungsvolle Geräuschdämmung. So dringen Motor- Fahrwerks- oder Windgeräusche nur äußerst gedämpft in den Innenraum vor.

Selbstzünder besser als Benziner

Uneingeschränktes Lob verdient der neu konstruierte, doppelt aufgeladene Diesel. Ein kleinerer Lader mit variabler Turbinengeometrie setzt bereits im unteren Drehzahlbereich ein, obenrum wird er von einem großen Turbo mit fester Geometrie unterstützt. Kein Wunder, dass sich der Zweiliter-Vierzylinder schon knapp über seiner Leerlaufdrehzahl wuchtig ins Zeug legt und motiviert durchs Drehzahlband stürmt. Unterstützt wird er von einer ebenfalls neuen Achtstufenautomatik, die vom japanischen Spezialisten Aisin stammt und überaus zackig Gang um Gang liefert. An der Werksangabe von 8,2 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 kommt jedenfalls kein Zweifel auf. Darüber hinaus überzeugt der neue Motor mit seinem kultivierten, dank Ausgleichswelle auch äußerst vibrationsarmen Lauf.

Opel Insignia Country Tourer Fahrbericht Foto: Opel
Mit Diesel besser unterwegs als mit Benziner: Der neue Opel Insignia Country Tourer.

Der im Vergleich dazu gefahrene Benziner, der ebenfalls serienmäßig mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb kombiniert wird, kann sich nicht entscheidend abheben. Obwohl 50 PS stärker, kommt er gefühlt eher schwerer in die Puschen, wirkt nur im obersten Drehzahlbereich überlegen. Zudem liegt er mit seinem Grundpreis von 44.230 Euro rund 1.500 Euro über dem Selbstzünder. Da der Top-Benziner auch nicht wesentlich leiser oder kultivierter läuft, dürfte er nur für Diesel-Verweigerer eine Alternative darstellen.

LED-Licht und Head-Up-Display gegen Aufpreis

Bei den Technik-Features ist der Country Tourer ganz Insignia. Zu habe sind das LED-Licht mit 32 Segmenten mit Kurvenlichtfunktion, Head-Up-Display, 360-Grad-Rundum-Kamera, adaptiver Geschwindigkeitsregler ACC (Adaptive Cruise Control) mit automatischer Gefahrenbremsung, aktiver Spurhalte-Assistent mit automatischer Lenkkorrektur und der Rückfahr-Assistent. Wie schon im Astra vernetzen Apple CarPlay und Android Auto den Country Tourer mit Smartphones.

Individuelle Farbe nach Vorlage

Download Preisliste Opel insignia Country Tourer (PDF, 5,46 MByte) Kostenlos

Auch für den Insignia Country Tourer gibt es das Individualisierungs-Konzept Opel Exclusive. Es enthält 15 Farben zusätzlich zum regulären Programm und vor allem lässt sich jede erdenkliche Lacknuance ganz individuell gemäß Bildvorlage komponieren. Spezielle Felgendesigns und Lederinterieur-Optionen gehören außerdem dazu.

Der Insignia Country Tourer startet zum Einstiegspreis von 34.885 Euro für den 165-PS-Benziner mit Frontantrieb. Die hochwertiger ausgestattete Exclusive-Version startet ab 35.885 Euro. Beim 170 PS-Diesel geht es ab 37.350 Euro los, als Allradler liegt der „Kleine“ Diesel bei 39.550 Euro.

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Neuester Kommentar

Frag mich immer was das Lobgedudel auf Opel ,Ford,Mazda ,usw usw soll wenn im nächsten Vergleichstest ,die schlechtere und bezahlte Betrugskonkurrenz aus Wolfsburg gewinnt .Selbst wenn der Opel fliegen könnte wäre der Passat besser ,weil er wahrscheinlich geerdeter ist .Die Presse zieht so allerlei Tricks aus dem Hut wenn es darum geht den Loyaleren Konuorrenten gewinnen zu lassen .

Tin 16. November 2017, 11:03 Uhr
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