Opel

Keine Abstriche bei Stellenabbau

Opel macht keine Abstriche an dem geplanten Abbau von 9.500 Stellen. Das Unternehmen widersprach damit am Freitag (21.10.) Angaben des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz, wonach nur knapp 8.000 Mitarbeiter den Autokonzern verlassen.

"Das Restrukturierungsprogramm wird umgesetzt und läuft gut", sagte ein Opel-Sprecher. "Wir halten an den Verträgen fest." Inklusive Abfindungen, Altersteilzeit und Auslagerung in Joint-Ventures würden bis 2007 rund 9.500 Opel-Mitarbeiter ausscheiden. Vereinzelt stelle Opel wieder Personal ein, vor allem Designer und Ingenieure. Die Neueinstellungen könnten sich bis auf eine dreistellige Zahl addieren.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz hatte mit einem Interview in der "Financial Times Deutschland" für Verwirrung gesorgt. Nach seinen Angaben sind bereits 2.775 Mitarbeiter im Stammwerk in Rüsselsheim mit Abfindungen ausgeschieden, 2.100 in Bochum und 300 im Komponentenwerk in Kaiserslautern. Weitere 780 Stellen würden bis 2007 in Bochum gestrichen. Zu diesen insgesamt 6.000 Stellen addierten sich 2.000 Opelaner, die in den Vorruhestand wechseln. "Die Zahl wurde angepasst", sagte Franz.

Der Konzern bestätigte diese Zahl von 8.000 Stellen - allerdings müssten die Arbeitsplätze hinzugerechnet werden, die durch die Auslagerung in Joint-Ventures wegfielen. Opel hatte vor wenigen Tagen mit dem US-Baumaschinenhersteller Caterpillar ein Gemeinschafts-Unternehmen für die Logistik im Ersatzteilgeschäft gegründet. Allein in dieses neue Unternehmen werden 1.100 Opelaner wechseln. "Weitere Partnerschaften können hinzu kommen, zum Beispiel in Kaiserslautern", sagte der Opel-Sprecher. Dort sollen Teile des Werkes verkauft werden. Insgesamt würden so die 9.500 Stellen erreicht - das wäre jede dritte Stelle. "Es ist jetzt noch zu früh, eine Gesamtbilanz zu ziehen."

Das geplante Einsparpotenzial von 500 Millionen Euro wird die Sanierung nach Unternehmensangaben auf jeden Fall erzielen. Wann der Autobauer wieder in die Gewinnzone kommt, gibt Opel nicht bekannt. "Im nächsten Jahr schreiben wir wieder schwarze Zahlen", sagte Franz. Das GM-Europa-Geschäft mit der Tochter Opel war im dritten Quartal mit minus 150 Millionen Dollar wieder tief ins Minus gerutscht. Im zweiten Quartal hatte GM Europa erstmals seit Jahren operativ schwarze Zahlen erreicht. Auf Opel entfällt 80 Prozent des Europa-Geschäfts.

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