Opel-Krise

Opel fürchtet eine mögliche GM-Insolvenz nicht

Opel Logo Stopp Foto: dpa 144 Bilder

Der Autobauer Opel sieht einer möglichen Insolvenz seiner US-Mutter General Motors (GM) gelassen entgegen. Betriebsrat und Opel betonten am Montag (13.4.), dieser Schritt habe nach jetzigen Erwartungen keinen Einfluss auf das Europageschäft des Konzerns.

Vielmehr werde Opel/Vauxhall aus der "schwierigen wirtschaftlichen Zeit als Teil eines starken globalen GM-Produktionsnetzwerkes hervorgehen". Das Bundeskanzleramt schloss unterdessen eine Staatsbeteiligungen an Opel erneut aus.

GM durch Insolvenz retten

Nach einem Bericht der "New York Times" hat die US-Regierung GM angewiesen, einen Insolvenzantrag zum 1. Juni vorzubereiten. Ziel sei ein "chirurgischer Bankrott", bei dem GM in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten werde, berichtete die Zeitung unter
Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der marode Teil von GM mit unverkäuflichen Marken und Fabriken könne über mehrere Jahre abgewickelt werden. Die auf Hochtouren laufenden Gespräche der US-Regierungskommission (Task Force) mit GM sollen dem Blatt zufolge in dieser Woche fortgesetzt werden. Weder GM noch das amerikanische Finanzministerium wollten sich zu dem Bericht äußern.

Weiter Uneinigkeit über Opel-Beteiligung

Unterdessen tobte in Berlin der politische Streit um einen möglichen staatlichen Einstieg bei dem Autobauer. Nach Überzeugung der SPD kann die Union eine direkte Beteiligung des Staates an der Rettung von Opel nicht verweigern. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sagte der "Bild am Sonntag", Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "wird es nicht durchhalten, eine Staatsbeteiligung an Opel zu verweigern, wenn dies die einzige Möglichkeit zur Rettung des Unternehmens bedeutet. Dafür geht es um zu viele Arbeitsplätze." Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) lehnte eine direkte staatliche Beteiligung an Opel erneut ab. Für den Autobauer sei "wichtig, dass ein oder mehrere Investoren gefunden werden" und der Staat dann mit Bürgschaften den Einstieg stützen könne, sagte er der "Sächsischen Zeitung".

Ein Opel-Sprecher sagte der dpa, das Unternehmen befürchte "im Rahmen der bis jetzt getroffenen Maßnahmen und der Geschäftsentwicklung im Falle einer Insolvenz" keine Auswirkungen auf das Europa-Geschäft. Zudem seien erste Kontakte mit potentiellen Investoren sehr vielversprechend verlaufen. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster hatte betont, eine mögliche Insolvenz von General Motors sei keine Gefahr für Opel. "Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen", sagte er.

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz bekräftigte, Opel bekomme derzeit ohnehin kein Geld mehr von GM und habe zudem entsprechende Vorbereitungen getroffen, auch im Insolvenzfall den Zugriff auf die Technologie haben. "Von daher sind wir davon überhaupt nicht tangiert", sagte Franz. Er sei auch "sehr guter Dinge", einen Investor für Opel zu finden.

GM-Rettung könnte US-Regierung bis zu 70 Milliarden Dollar kosten

Nach dem Bericht der "New York Times" soll der Insolvenzantrag schnell gestellt werden können, falls der Autobauer sich mit Gläubigern nicht über den Tausch von etwa 28 Milliarden Dollar Schulden in Firmenanteile einigen könne. Offene Fragen gebe es auch in den Gesprächen mit den Gewerkschaften. Zuvor hatte die Regierung den Druck auf die Gläubiger erhöht, weitere Zugeständnisse zu machen. Eigentlich sollten 90 Prozent der GM-Unternehmensanteile an die Gläubiger gehen. Dies wird laut "Wall Street Journal" mittlerweile als zu großzügig angesehen. Ein überlebensfähiges, neu aufgestelltes Unternehmen soll nach Insiderangaben die Insolvenz schon nach zwei Wochen wieder verlassen, berichtete die "New York Times". Der Rest von GM könne nach Einschätzung von Rechtsexperten und Regierung Staatsgelder von bis zu 70 Milliarden Dollar benötigen.

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