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Opel

Neues Aufbegehren

Foto: dpa

Im Kampf gegen den Stellenabbau bei Opel will der Betriebsrat mehrere hundert Arbeitsplätze zusätzlich erhalten. "Wir akzeptieren die Zahl 6.500 noch nicht", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Samstag (18.12.) in Rüsselsheim.

20.12.2004

"Sie ist Gegenstand von Verhandlungen. Wenn wir ein paar hundert weg verhandeln können, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt." Das könnten zum Beispiel ein Drittel der 750 Beschäftigten in der Komponentenfertigung im Werk Bochum sein. Der Werkzeugbau in Rüsselsheim und Bochum mit 700 Leuten könne als Profit Center selbstständiger werden und Aufträge von außen annehmen.

Der Mutterkonzern General Motors will bei Opel mit 9.500 Stellen fast jeden dritten Arbeitsplatz sozialverträglich abbauen. "Wir schätzen, dass rund 2.500 in ausgelagerten Unternehmensteilen abgesichert werden können", sagte Franz. Weitere 6.500 Mitarbeiter sollen freiwillig in Beschäftigungsgesellschaften wechseln oder eine Abfindung annehmen. Für diesen Schritt müssen sich Beschäftigte bis zum 31. Januar 2005 entscheiden. "Auch wenn sich zu wenige Mitarbeiter melden, wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben", unterstrich Franz. Laut Betriebsvereinbarung werde dann eine paritätisch besetzte Einigungsstelle unter einem Arbeitsrichter gegründet. Darin müssten Arbeitgeber-Vertreter und Betriebsräte eine Lösung finden.

"Unser Oberthema ist die Absicherung von Jobs", unterstrich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Für das Werk in Bochum, wo 3.600 Stellen betroffen sind, rechnet Franz mit harten Auseinandersetzungen. "Mit der langfristigen Zukunftsperspektive für Bochum werden wir eine harte Nuss zu knacken haben." Die Arbeitnehmer fordern eine Beschäftigungsgarantie und Zusicherung für alle Opel-Standorte bis 2010. "Dafür sind wir bereit, auf übertarifliche Zulagen zu verzichten. Zu einem Arbeitszeitkorridor von 30 bis 40 Stunden sagen wir ebenfalls ja." Eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich lehne der Betriebsrat jedoch ab, weil dies das "dramatische Beschäftigungsproblem" nur verschärfen würde.

Im neuen Jahr gehen die Verhandlungen mit dem Management weiter. "Dann gehen wir ans Eingemachte." Dazu gehöre die Frage, ob die neue Mittelklasse-Produktion nach Rüsselsheim oder ins Werk der Schwester Saab nach Trollhättan vergeben werde. Außerdem verlangt der Betriebsrat, dass Rüsselsheim die Entwicklungsverantwortung für den Astra-Nachfolger sowie dessen Produktion erhält. Bei Opel haben bereits am vergangenen Donnerstag (16. Dezember) die Werksferien begonnen, sie dauern bis zum 10. Januar.

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