Opel Grandland X Teaser Opel
Opel Ampera-e
Sitzprobe Gerd Stegmaier Opel Ampera E
Opel Ampera-e Paris 2016
Opel Karl Rocks 23 Bilder

Opel Neuheiten 2017

Neue Autos in allen Klassen

Um das Ziel einer positiven Unternehmensbilanz zu erreichen, enthüllt Opel im Jahr 2017 gleich mehrere Modelle – allen voran die zweite Generation des Insignia.

Gäbe es einen Preis für denjenigen Vorstandsvorsitzenden in der Automobilindustrie, der am überzeugendsten optimistisch wirkt – Opel-Chef Karl-Thomas Neumann wäre wohl abonniert darauf. Der leidenschaftliche Marathonläufer verkündet praktisch täglich auf allen möglichen Kanälen des Netzwerks der sozialen Medien freudestrahlend die neuesten Entwicklungen in Rüsselsheim.

Sitzprobe Gerd Stegmaier Opel Ampera E
Sitzprobe im E-Auto mit Reichweite-Versprechen
1:58 Min.
Opel Insignia 2017 Grand Sport
Opel
Der neue Insignia wird deutlich größer als sein Vorgänger.

Sein derzeitiges Lieblingsthema: die Modelloffensive 2017. Mal eben sieben neue Modelle bringt Opel im kommenden Jahr auf den Markt. Auf twitterisch: #7in17. Doch zunächst muss dieses Produktfeuerwerk etwas relativiert werden. Den Elektro-Kleinwagen Ampera-e kennt die Welt bereits seit dem Pariser Salon, er rollt aber erst im Juni 2017 zu den Händlern. Der robuste Karl Rocks wurde ebenfalls schon gezeigt, parkt ab kommendem März in den Schauräumen. Und dann wäre da noch der Vivaro Tourer Life, eine freizeitorientierte Variante des Kastenwagens.

Neuer Insignia deutlich größer

Viel wichtiger dagegen: der neue Insignia. Die zweite Generation des Topmodells tritt in zwei Karosserievarianten an, als viertüriger Grand Sport mit großer Heckklappe sowie als Kombi Sports Tourer, von dem wiederum der auf Offroad geschminkte Country Tourer abgeleitet wird. Das reicht Ihnen bereits? Gut. Der Grand Sport kommt im April in den Handel, der Sports Tourer folgt im August, und im Oktober reicht Opel den Country Tourer nach.

Falls Ihnen das nicht reicht: Der Insignia wird, verglichen mit dem aktuellen Modell, komplett umgekrempelt. Er baut auf der sogenannten Epsilon-2-Architektur auf, mit der die Ingenieure zwei wesentliche Ziele verfolgen. Zum einen muss die zweite Generation eine deutlich bessere Raumausnutzung bieten, zum anderen deutlich weniger wiegen. Die erste Maßnahme lautet also: Radstand verlängern, und zwar um neun Zentimeter auf 2,83 Meter. Die Außenlänge wächst ebenfalls, beim Schrägheck um 5,5 Zentimeter auf 4,90 Meter Länge. Auch der ST legt hier noch etwas zu, wenngleich das aktuelle Modell mit 4,91 Metern schon an der Obergrenze der Mittelklasse parkt. Damit fällt der Opel länger aus als die Konkurrenten Ford Mondeo, Skoda Superb und VW Passat, unterbietet sie allerdings beim Radstand – nur den VW übertrifft er. Und da die Raumeffizienz des Passat als Maßstab in diesem Segment gilt, sind die Erwartungen groß. Eine erste Sitzprobe ohne Maßband bestätigt ein deutlich besseres Raumgefühl, zudem fiel die tiefere Sitzposition auf – und auch die ausgewogenen Fahreigenschaften der noch getarnten Prototypen.

Neue Motoren und weniger Gewicht

Dazu trägt neben dem bekannten Talent der Opel-Ingenieure für gute Fahrwerksabstimmungen die erheblich reduzierte Masse des Insignia bei.

Achtgangautomatik
Opel
Neben neuen Motoren gibt es auch neue Getriebe.

Je nach Motorisierung und Ausstattung soll das Gewicht beim Grand Sport um 175 Kilogramm unterhalb des vergleichbaren Vorgängermodells liegen, beim Kombi sogar 200 kg. Das Motorenangebot deckt ein Leistungsspektrum von 110 bis 170 PS bei den Dieseltriebwerken (1,6 und zwei Liter Hubraum) ab, bei den Benzinaggregaten reicht die Spanne von 140 bis 250 PS aus 1,5 und zwei Litern Hubraum. Alle Triebwerke zählen zu der neuesten Generation, die Opel zu bieten hat – inklusive entsprechender Getriebe. Die manuelle Sechsgangschaltung baut kompakter als bislang und soll allein bis zu drei Prozent Kraftstoff einsparen. Beim Achtgangautomaten hält sich Opel noch mit solchen Auskünften zurück, doch hier dürfte die Ersparnis gegenüber dem aktuellen Sechsgangwandler durch das geringere Drehzahlniveau noch größer ausfallen. Übrigens: Wer einen Insignia mit Allradantrieb bestellt, bekommt immer das Automatikgetriebe dazu.

Im 4x4-System des vorläufigen Topmodells mit 250 PS starkem Turbo-Vierzylinder steckt noch eine Besonderheit: Am Platz des Hinterachsdifferenzials stecken nun zwei elektrohydraulisch gesteuerte Lamellenkupplungen, die das Motordrehmoment aktiv zwischen den Rädern verteilen, um so die Agilität in Kurven zu erhöhen. Bislang übernahm diese Torque-Vectoring-Funktion die Regelelektronik – und das auch nur halbherzig sowie ausschließlich im Topmodell OPC. Dessen Nachfolger muss übrigens ohne V6-Triebwerk auskommen, stattdessen ist mit einem etwa 340 PS starken Vierzylindermotor zu rechnen.

Ach, Ihnen fehlt noch etwas besonders Sparsames, möglichst wenig Umweltbelastendes? Eine Plug-in-Hybrid-Variante? Oder gar ein rein elektrisch betriebener Insignia? Jetzt, wo Opel beim Ampera-e eine Reichweite von 500 Kilometern verspricht? Offenbar möchte man in Rüsselsheim zunächst dieses Versprechen einlösen – und wartet lieber noch mit weiteren PHEV- oder BEV-Fahrzeugen.

CUVs mit PSA-Technik

Für Profi-Optimist Neumann jedenfalls stellt der Insignia jenes Modell dar, das der Marke endlich über die Gewinnschwelle hilft. Dieses Ziel wird entgegen der ursprünglichen Planung 2016 wohl nicht erreicht, torpediert von den Brexit-Turbulenzen in Großbritannien. Zurück zum Insignia: Dessen erste Generation verkaufte sich in Europa seit 2008 über 900.000-mal, etwas mehr als der Mondeo von Ford und rund doppelt so viel, wie Skoda vom Superb im gleichen Zeitraum verkaufte. Für den VW Passat entschieden sich allerdings fast doppelt so viele Kunden.

Opel Crossland X
Christian Schulte
Bei den neuen Crossover-Modellen nutzt Opel die Technik-Plattform von PSA.

Mindestens ebenso wichtig wie der Insignia: die beiden neuen Crossover-Modelle Crossland X und Grandland X. Ab August kehrt der Crossland X den Meriva aus den Schauräumen der Händler, der trotz der gegenläufig öffnenden Türen unter dem inzwischen recht spießigen Image der Vans leidet. Der intern B-CUV genannte knapp 4,20 Meter lange Kleinwagen teilt sich die Basis mit dem Nachfolger des Citroën C 3 Picasso und übernimmt auch dessen Antriebe, voraussichtlich Dreizylinder-Benziner sowie zwei Vierzylinder-Diesel. Allradantrieb? Nicht vorgesehen. Deshalb auch die Klassifizierung als CUV (Crossover Utility Vehicle und nicht SUV. Das gilt ebenso für den größeren Grandland X (C-CUV), der auf dem Peugeot 3008 basiert. Auch hier kommen die Antriebe aus dem PSA-Regal, in diesem Fall Drei- und Vierzylinder-Turbobenziner sowie Vierzylinder-Selbstzünder. Ihre Bandbreite: von 120 bis 180 PS.

Nun mag sich mancher Opel-Fan fragen: Muss ich mich also künftig mit französischen Eigenheiten wie ultrakleinen Lenkrädern (Peugeot) oder mittig angeordneten Digitalanzeigen (Citroën) auseinandersetzen? Nein, denn bei der Optik enden die Gemeinsamkeiten, die Opel-Derivate dürfen dem etwas weniger experimentellen Stil des Hauses folgen. Andererseits: Beim Insignia Sports Tourer dürfen die Designer immerhin die schwungvollen Linien der spektakulären Studie Monza Concept von 2013 aufnehmen.

Zafira Tourer muss SUV weichen

Apropos: Kommt ein neuer Monza, also ein großes Coupé? Oder gar ein neuer Senator oder Diplomat? Nein. Auch wenn Neumann sich gerne mit den historischen Fahrzeugen bei Oldtimer-Rallyes zeigt, diesen Segmenten fehlt das wirtschaftliche Potenzial. Stattdessen kommt ein großer SUV, der voraussichtlich Ende 2019 präsentiert wird. Überlegungen, dieses Modell auf eine Hinterradantriebsarchitektur zu stellen, wie sie beispielsweise beim Cadillac XT 5 Verwendung findet, wurden inzwischen verworfen. Stattdessen nutzt das noch namenlose Fahrzeug ebenfalls Epsilon 2, kann daher auch viel einfacher im Stammwerk Rüsselsheim gebaut werden. Dafür muss der Zafira Tourer weichen, er fliegt dann ersatzlos aus dem Programm. Aber bis dahin dauert es ja noch ein Weilchen. Und Medienprofi Neumann wird unterdessen bestimmt noch viele weitere frohe Botschaften über das Internet verbreiten.

Fazit

Da Opel mit dem neuen Insignia die Schwächen des Vorgängers eliminiert, also das viel zu hohe Gewicht und die mäßige Raumausnutzung, dürfte er sich noch erfolgreicher am Markt behaupten. Dass das Flaggschiff vorerst nicht als Plug-in-Hybrid kommt und die enge technische Verwandtschaft der beiden CUV mit ihrer französischen Basis verdeutlichen jedoch das aktuell schmale Budget. Allerdings starten die Crossover-Modelle zur richtigen Zeit. Verkaufen sie sich gut, ermöglicht das Opel in Zukunft auch hier wieder mehr Eigenständigkeit.

Verkehr Verkehr Opel Insignia Opel Insignia Grand Sport (2017) ab 25.940 Euro Mittelklasse-Limousine mit Heckklappe im Check

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