Opel-Sanierung

GM gibt Opel 650 Millionen Euro Finanzspritze

Opel Logo poliert Foto: dpa 34 Bilder

Der US-Autobauer General Motors steckt seiner deutschen Tochter Opel 650 Millionen Euro zu. "Mit dem Geld wird in die neuen Modelle investiert", sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Es gehe unter anderem um den Produktionsstart des Minivans Meriva im spanischen Werk Saragossa, aber auch um die Entwicklung neuer Motoren und Fahrzeuge.

GM hatte Opel die Millionen bereits am 4. Januar überwiesen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der US-Mutterkonzern will damit Opel und seiner britischen Schwestermarke Vauxhall helfen, die Zeit zu überbrücken, bis eine endgültige Finanzierung gesichert ist.

GM spricht von vorgezogenen Zahlungen für Entwicklungsdienstleistungen

Der traditionsreiche Autobauer kämpft seit über einem Jahr ums Überleben. Bis Ende Januar soll für Opel ein Sanierungskonzept vorliegen, das die Grundlage für Verhandlungen über Staatshilfen bildet. GM hat den Geldbedarf auf 3,3 Milliarden Euro beziffert, rund 2,7 Milliarden sollen nach den Vorstellungen der Amerikaner die Regierungen im In- und Ausland aufbringen, in deren Ländern Opel Standorte hat.

Die 650 Millionen Euro hätten Opel ohnehin zugestanden. "Es handelt sich um vorgezogene Zahlungen für Entwicklungsleistungen", sagte ein Opel-Sprecher auf Anfrage. Eigentlich wäre die Überweisung erst im April und im Juli diesen Jahres fällig geworden. Opel betreibt in Rüsselsheim ein großes Entwicklungszentrum, das konzernweit genutzt wird.

Bereits im November hatte GM 600 Millionen Euro überwiesen, damit Opel seine Schulden beim deutschen Staat zurückzahlen konnte. Die Bundesregierung hatte dem Unternehmen einen Überbrückungskredit gewährt. Damit war sichergestellt, dass Opel während der zwischenzeitlichen Insolvenz der Konzernmutter nicht das Geld ausgeht. Nach dem geglückten Neustart ließ GM den eigentlich geplanten Verkauf von Opel platzen.

Der erst am Freitag ernannte neue Opel-Chef Nick Reilly soll das Unternehmen jetzt auf Kurs bringen. Er löste Hans Demant ab. Reilly will nach bisherigen Plänen 9.000 von 48.000 Stellen streichen, einen Großteil davon in Deutschland. Von der Belegschaft verlangt der Konzern über Lohnverzicht einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro. Die Arbeitnehmer sind prinzipiell zu Zugeständnissen bereit, haben diese aber an einen Forderungskatalog geknüpft.

GM setzt auf Technologie aus Rüsselsheim

Wirtschaftlich geht es nach Reillys Prognose mit Opel frühestens 2011 bergauf. Er sei zuversichtlich, dass Opel dann profitabel sein könne. Im laufenden Jahr werde Opel die Krise auf dem westeuropäischen Automarkt nochmals zu spüren bekommen, sagte er.
2009 verkauften Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall rund 1,2 Millionen Autos nach 1,4 Millionen Stück im Jahr zuvor.

Auch bei GM waren die Verkäufe eingebrochen. Konzernchef Edward Whitacre will jedoch bereits in diesem Jahr wieder Gewinne schreiben und zudem ausstehende Schulden beim amerikanischen Staat über 6,7 Milliarden Dollar zurückzahlen. Der US-Steuerzahler hatte GM insgesamt 50 Milliarden Dollar zugesteckt und ist nun Hauptaktionär.

GM will die Wende unter anderem mit einer Modernisierung seiner in den USA immer noch beliebten Pick-up-Trucks schaffen sowie der Einführung neuer, sparsamer Kompaktmodelle. Speziell dafür braucht GM technologische Schützenhilfe aus Rüsselsheim.

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