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Opel-Sanierung

Verhandlungen gehen in heiße Phase

In der kommenden Woche wollen das Management der US-Mutter General Motors (GM) und der Opel-Betriebsrat zunächst über die von der Belegschaft geforderte Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft sowie über eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung beraten.

Das sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag (7.1.) in Rüsselsheim. Bei einer Opel-Aufsichtsratssitzung am 15. Januar solle außerdem ein neues Management ernannt werden. "Ich denke, es werden auch wieder einige alte Bekannte dabei sein", sagte Franz.

Lohnverzicht nur gegen Zugeständnisse

GM verlangt von der Belegschaft über Lohnverzicht einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro. Die Arbeitnehmer sind prinzipiell zu Zugeständnissen bereit, haben diese aber an einen Forderungskatalog geknüpft.
 
Franz hatte mehrfach betont, dass die Umwandlung Opels in eine AG nach deutschem Recht mit Sitz in Rüsselsheim das oberste Anliegen der Arbeitnehmervertreter sei. "Das ist eine Voraussetzung für eine Einigung." Darüber hinaus fordern die Betriebsräte etwa auch den Zugang der Marke Opel zu globalen Märkten und eine größere Eigenständigkeit bei der Produktentwicklung. Gleichzeitig lehnen sie Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ab.
 
GM will bei Opel und Vauxhall in Europa rund 8.150 der rund 48.000 Stellen abbauen. Opel-Europa-Chef Nick Reilly will den Sanierungsplan für Opel im Januar vorlegen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wollte das Management am Donnerstag (7. Januar) über die Restrukturierung beraten. Mit dem Konzept wird Reilly auch bei den europäischen Regierungen der Opel-Länder um finanzielle Unterstützung werben, von denen sich GM 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen erhofft. Insgesamt beziffert der Konzern den Sanierungsbedarf auf 3,3 Milliarden Euro.

Offener Brief übt Kritik an Opel-Betriebsrat
 
Unterdessen haben 23 Wissenschaftler, Publizisten und Gewerkschafter in einem Offenen Brief an die Betriebsräte von Opel in Europa das Vorhaben kritisiert, "Personalabbau und Lohnverzicht im Umfang von 265 Millionen Euro im Jahr zu akzeptieren und im Gegenzug eine Beteiligung der Restbelegschaft am Unternehmenskapital von GM zu fordern". Dadurch werde die Hauptlast der Krise auf die vom Personalabbau betroffenen Teile der Belegschaft abgewälzt, schreiben die Unterzeichner, von denen mehrere bei den Globalisierungskritikern von attac organisiert sind.
 
Stattdessen schlagen sie eine Verkürzung der Arbeitszeit für die gesamte Belegschaft vor. "Eine solidarische Lösung könnte die Einführung einer 4-Tage-Woche ähnlich dem VW-Modell sein", heißt es. Franz reagierte gelassen auf die Kritik: "Dass Arbeitszeitverkürzung Arbeitsplätze sichern kann, ist eine sehr alte gewerkschaftliche Erkenntnis. Die Unterzeichner der Erklärung geben allerdings auch keine Auskunft darüber, wie man die globale Überkapazität von circa
28 Millionen Fahrzeugen in den Griff bekommt." Franz hält einen Stellenabbau zwar für unumgänglich, Kündigungen seien aber unnötig und teuer. Bis zum Jahr 2013 würden europaweit bei Opel und Vauxhall ohnehin etwa 10.500 Stellen durch Altersteilzeit und natürliche Fluktuation frei.

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