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Viel PSA-Technik für Opels Zukunft

Elektro-Corsa aus Sarragossa, PSA-Derivate statt Mokka X

Opel PACE Präsentation Lohscheller Studie Designskizze Foto: Opel 16 Bilder

Der neue Mutterkonzern PSA hat Opel einen strikten Sparkurs verordnet. Der PACE!-Plan von Opel sieht vor: Gewinne ab 2020, keine Werksschließungen, alle Modelle werden elektrifiziert: ab 2020 baut Opel den E-Corsa in Sarragossa.

15.02.2018 Patrick Lang, Holger Wittich, Andreas Of Kommentare

Die erste Standort- und Modellentscheidung nach der Opel-Übernahme durch PSA hat Opel-Chef Lohscheller Mitte Februar verkündet: Der neue Corsa wird ab 2019 ausschließlich in Sarragossa gebaut. Das spanische Werk soll ab 2020 außerdem den Elektro-Corsa bauen, das erste elektrisch angetriebene Auto, das Opel selbst produziert. In Sarragossa läuft der Corsa seit 1982 vom Band, es wurde damals extra für den neuen Kleinwagen gebaut.

Saragossa baut ab 2019 Corsa F

Der Opel Corsa F wird die sechste Generation des Kleinwagens sein und erstmals auf PSA-Technik basieren. Es ist nach Grandland X, Crossland X und Combo der vierte Opel auf PSA-Basis. Im Jahr 2017 wurden in Saragossa 876.672 Autos gebaut. Mit Corsa, Crossland X, Mokka X und Citroën C3 Aircross läuft dort heute schon ein PSA-Opel-Mix vom Band.

PSA verordnet Opel Zukunftsplan PACE

CO2-Flottenziel, Effektivität, Elektrostrategie – PSA-Chef Carlos Tavares ließ in den ersten 100 Tagen nach der Opel-Übernahme am Status Quo kein gutes Haar. Die Befürchtungen, dass der neue Sparplan einschneidende Veränderungen bei den Opel-Werken und den -Werkern geben wird, hat sich indes nicht bestätigt. Mit dem Zukunftsplan Pace will Opel in enger Zusammenarbeit mit PSA auf die Spur kommen. Pace steht für Profitabilität und Performance (Leistung), Agility und Accountabliity (Verantwortlichkeit), Collaboration (Zusammenarbeit) und Customer Focus (Kundenorientierung) sowie Enablement (Befähigung) und Empowerment (Ermächtigung).

Was sagt der Zukunftsplan über neue Opel-Modelle?

Opel Produktion Corsa Foto: Opel
Schluss mit GM-Technik: Der neue Corsa entsteht bereits auf einer PSA-Plattform und soll damit effizienter werden.

Bis 2020 sollen vier elektrifizierte Modelle auf den Markt kommen. Zwei davon sind bereits angekündigt worden: Der Opel Grandland PHEV mit Plug-in-Hybridantrieb und der Corsa mit rein elektrischem Antrieb. Der neue Corsa kommt 2019 auf einer PSA-Plattform, er wird in Sarragossa gebaut.

In Rüsselsheim soll ein D-Segment-Auto (also Insignia-Größe), vermutlich ein großere Crossover, auf Basis der PSA-Plattform EMP2 (Peugeot 308 bis 5008) gebaut werden. In Eisenach soll künftig ein SUV auf derselben Plattform entstehen.

Künftig wird es zwei statt neun Plattformen (also die Compact Modular Plattform CMP und die EMP2 von PSA) geben. Die Anzahl der Antriebsvarianten wird reduziert. Diese reduzierte Komplexität spart Geld bei Entwicklung und Bau der Autos.

Was wird aus Ampera-e und Mokka-X?

Carlos Tavares, Porträt Carlos Tavares im Porträt Das Erfolgsrezept des PSA-Chef

Modelle, die noch auf GM-Plattformen basieren – oder gar GM-Entwicklungen sind – wie der Opel Mokka X und der Ampera-e haben so keine Chance. Sie werden aus dem Programm fallen.

Über den Ampera-e hatte Tavares bereits gesagt, dass dieses Auto Verlust bringe. Das passt nicht zu einem auf Profitabilität ausgerichteten Zukunftsplan. Im September 2017 waren vom Ampera-e laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland gut 100 Fahrzeuge zugelassen. Europaweit hat Opel nach eigenen Angaben 2017 rund 2.000 Ampera-e verkauft. Inzwischen gibt Opel für den Ampera-e eine Lieferzeit von 3 bis 4 Monaten an.

Ab 2018 will Opel jedes Jahr eine große Neuheit präsentieren. Das erste Modell wird der neue Combo sein, der bereits auf einer PSA-Plattform entwickelt wird. Bis 2020 sollen 8 weitere Premieren folgen – inklusive Karosserievarianten.

Allianz bei Elektromotoren

Beim Thema Elektromobilität schmiedet PSA eine Allianz mit dem japanischen Elektromotorspezialisten Nidec. Mit dessen französischer Tochter Nidec Leroy-Somer haben die Franzosen ein Joint-Venture eingefädelt, an dem jeder der Partner 50 Prozent halten. Das Gemeinschaftsunternehmen soll Elektromotoren in Frankreich fertigen. Die E-Motoren sollen in Modellen aller Marken – also Peugeot, Citroën, DS und auch Opel – zum Einsatz kommen. Das französisch-japanische Joint-Venture soll Anfang kommenden Jahres starten, die Unternehmen wollen zusammen 220 Millionen Euro investieren.

Opel-Verkauf an PSATavares will von GM Geld zurück

Wie soll Opel in die Gewinnzone kommen?

Bis 2020 soll Opel 2% Marge erzielen, bis 2026 sollen es 6% Marge sein – ein Ziel, das PSA laut Tavares schon heute erreicht. Um dieses Ziel zu erreichen, soll jedes Auto 700 Euro günstiger produziert werden.. Konkret muss der Vertrieb 30% Kosten einsparen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden um, 25 % gekürzt. Die Marketingkosten sinken um 10% senken, für IT und Dienstreisen soll weniger Geld ausgegeben werden. Die Auslastung der Werke soll verdoppelt, Komponentenvielfalt halbiert werden.

Wie behält Opel seine Identität?

Lohscheller sagt: „Opel bietet deutsche Ingenieurkunst mit skulpturaler Formgebung und bezahlbaren Zugang zu Technik. Opel bleibt eine echte deutsche Marke.“ Als Beispiel nennt der Opel-Chef den Grandland X, der auf Basis der EMP2 zusammen mit dem Peugeot 3008 entwickelt wurde. PSA-Boss Carlos Tavares fordert die deutsche Entwicklungsmannschaft auf, den Autos typisch deutsche Eigenschaften mitzugeben.

Was wird aus dem Entwicklungszentrum in Rüsselsheim?

PSA-Chef Carlos Tavares sagt: „Das Zentrum der Entwicklung ist Rüsselsheim.“ Hier sollen künftig alle Opel-/Vauxhall-Modelle entwickelt werden. Allerdings auf Basis der beiden PSA-Plattformen CMP für Kleinwagen und EMP2 für alle Modelle ab der Kompaktklasse. Schon jetzt hat Opel mit dem kleinen SUV Crossland X und dem Kompakt-SUV Grandland X zwei Modelle auf PSA-Basis im Programm. Rüsselsheim soll außerdem Entwicklungszentrum für alternative Antriebe und Assistenzsysteme werden. Künftig sollen 7 bis 8 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung fließen.

Hier können Sie die Reden von Opel-Chef Lohscheller und PSA-Boss Carlos Tavares zum Opel-Zukunftsplan noch mal nachverfolgen:

Die Details zur Opel-Zukunft im Einzelnen:

Wirtschaftlichkeit und Jobs

  • Operative Marge von 2 Prozent ab 2020, 6 Prozent ab 2026
  • Synergieeffekte innerhalb des PSA-Konzerns von 1,21 Milliarden Euro bis 2020 und 1,7 Milliarden Euro bis 2026
  • Gewinnschwelle bei 800.000 Fahrzeugen pro Jahr erreicht
  • Senkung der Kosten pro Fahrzeug um 700 Euro
  • Anteil der Verwaltungskosten am Umsatz soll von 5,6 auf 4,7 Prozent sinken
  • Steigerung der Nutzfahrzeug-Verkäufe zwischen 2017 bis 2020 um 25 Prozent
  • Bis 2022 soll Opel auf mehr als 20 Exportmärkten aktiv sein
  • Verhältnis Lohnkosten und Umsatz werden der Branche angepasst
  • Keine Kündigungen, stattdessen Arbeitszeitkonzepte, Angebote für Altersteilzeit und freiwillige Programme

Werke und Modelle

  • Neue Modellvergaben zur besseren Produktivität der Opel-Werke
  • Alle europäischen Pkw-Baureihen werden bis 2024 elektrifiziert – als Plugin-Hybride oder reine Elektroautos
  • Alle Opel/Vauxhall-Werke sollen die beiden PSA-Plattformen „CMP und EMP2“ verarbeiten können
  • Eisenach beginnt ab 2019 mit einem SUV auf EMP2-Plattform, Rüsselsheim baut ein Modell aus dem D-Segment ebenfalls auf EMP2-Plattform
  • Neue Antriebe werden in Opel-/Vauxhall-Werken produziert
  • Entwicklung aller neuen Opel/Vauxhall-Fahrzeuge in Rüsselsheim, Entwicklung Brennstoffzelle, Asisstenzsysteme, Technologie zum autonomen Fahren
  • Reduzierung der von Opel verwendeten Plattformen von bis 2024 von neun auf vier
  • Ab 2024 basieren alle Opel-Modelle auf PSA-Plattformen
    erste Modelle: 2018 Opel Combo, 2019 Opel Corsa
  • Bis 2020 neun neue Modelle (inkl. Karosserievarianten)
  • Preissenkungen bei Pkw
Neuester Kommentar

Wo der Mokka X da überhaupt noch reinpassen soll, bleibt abzuwarten. Die Lücke zwischen Crossland X und Grandland X ist eigentlich zu eng, um noch ein ähnliches, aber komplett eigenständiges Modell dazwischenzupacken. Dazu soll es noch einen Mini-SUV und einen SUV oberhalb des Grandland X geben. Somit dürfte der bisher auch von GM Korea stammende Karl ein vierter Ableger von 108/C1/Aygo werden, für den Adam sehe ich ebenfalls keinen Platz, denn der Lifestyle-Kleinwagen im Programm wäre dann logischerweise schon der Mini-SUV.
Außerdem passt ein aufgeblähtes Portfolio nicht wirklich zu den Sparvorgaben von PSA

McAnic 5. Januar 2018, 13:42 Uhr
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