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Opel-Zukunftskonzept

Magna rechnet mit 1,2 Milliarden Dollar Gewinn

Opel Logo Foto: dpa 144 Bilder

Hochfliegende Pläne für den angeschlagenen Autobauer Opel: Der wahrscheinliche Investor Magna rechnet nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" im Jahr 2014 mit einem Opel-Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar, nach einem Verlust von 2,1 Milliarden Dollar im laufenden Jahr. 

Das gehe aus einem Geschäftsplan des österreichisch-kanadischen Zulieferers hervor, berichtet die Zeitung in ihrer Freitagausgabe.
 

Magna stellt die Weichen

Noch vor dem endgültigen Einstieg bei Opel stellt Magna mit einer Spitzenpersonalie erste Weichen für den Neuanfang. Carl-Peter Forster solle die neue Gesellschaft aus Opel und Vauxhall führen, sagte der Co-Chef des kanadisch-österreichischen Zulieferers, Siegfried Wolf, nach Angaben von Teilnehmern einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim vom Donnerstag. Dort hatte Wolf am Vortag gemeinsam mit dem Opel-Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz gesprochen.

Forster hat sich selbst bereits hochgesteckte Ziele gesetzt und will mit Opel vor 2013 wieder Gewinn machen. Forster sagte der "Bild"-Zeitung am Donnerstag (4.6.): "Da ist mein voller Ehrgeiz geweckt, Herrn Stronach das Gegenteil zu beweisen. Wir werden alles daran setzen, schon vor 2013 Gewinn zu machen." Magna-Chef Frank Stronach hatte zuvor erklärt, er rechne damit, dass Opel erst in vier Jahren wieder Gewinn mache.

Überbrückungskredit soll bis zur Vertragsunterzeichnung reichen

Forster unterstrich, der staatliche Überbrückungskredit für Opel werde auf jeden Fall bis zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags reichen: "Der Kredit wird mindestens so lange ausreichen, bis die Verträge mit den Investoren unterschrieben sind. Das kann bis zu sechs Monate dauern." Bislang steht Hans Demant an der Spitze von Opel. Forster ist Europachef des bisherigen Mutterkonzerns General Motors (GM) und saß bereits von 2001 bis 2004 am Opel-Steuer.
 
Neben Opel und Vauxhall gehört zu GM Europe noch die schwedische Marke Saab, die aber getrennt verkauft werden soll. Um die Personalie Forster habe es keine Diskussionen gegeben, hieß es aus Unternehmenskreisen. Schließlich sei die neue Gesellschaft vom Umfang her eher mit GM Europe als mit der Adam Opel GmbH vergleichbar. Der Einstieg von Magna ist allerdings noch nicht perfekt. Es besteht nur eine vorläufige Vereinbarung mit GM. Die Bundesregierung hatte zu einer schnellen Entscheidung gedrängt, um den deutschen Hersteller vor dem Strudel der GM-Insolvenz zu bewahren. Magna selbst hatte am Montag ausdrücklich erklärt, dass die Übernahme noch scheitern könnte.

Fiat und BAIC stehen bereit

Unterdessen buhlen der italienische Autohersteller Fiat und der chinesische Rivale BAIC nach einem Pressebericht weiter um Opel. Sollte der Magna-Einstieg doch noch scheitern, sei man bereit, wieder über einen Einstieg zu reden, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag aus Fiat-Kreisen. In Regierungskreisen sei dies bestätigt worden. Demnach gehört auch BAIC weiter zu den Bietern.

Die vom russischen Staat kontrollierte Sberbank will nicht auf Dauer Anteile am deutschen Autobauer Opel halten. "Sberbank plant nicht, als strategischer Partner in diesem Geschäft zu bleiben", sagte Vorstandschef German Gref auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg, wie die Agentur Interfax meldete. Nach der Restrukturierung komme als Investor in erster Linie ein russischer Partner in Frage. Nach Grefs Worten wollen die Sberbank und Magna 500 Millionen Euro für ihren Anteil an Opel bezahlen. Sberbank soll 35 Prozent der Aktien übernehmen, Magna 20 Prozent. Magna und Sberbank hoffen darauf, künftig pro Jahr eine Million Opel auf dem russischen Markt zu verkaufen. 2007 waren es knapp 70 000 Fahrzeuge der Marke mit dem Blitz.

Zu dem laut "FR" angepeilten Ertragssprung von 3,3 Milliarden Dollar (derzeit rund 2,3 Mrd Euro) sollen dem Zeitungsbericht zufolge die Beschäftigten einen Beitrag von 300 Millionen Dollar leisten. Neue Modelle und höhere Preise sollen 1,3 Milliarden Dollar beisteuern, ein höherer Marktanteil weitere 600 Millionen Dollar. Die restlichen 1,4 Milliarden Dollar entfielen auf geringere Kosten etwa beim Material, aber auch durch den Umbau des Unternehmens sowie Personaleinsparungen.
 
Magna wolle den Plänen zufolge 11.600 der rund 50.000 Stellen in Europa kappen. Dabei sollen nach Informationen der Zeitung 9500 Stellen durch den Abbau von Überkapazitäten in der Produktion wegfallen, 2100 Stellen in Verwaltung und Vertrieb. Werksschließungen oder eine "Verschlankung" der Fabriken würden nicht ausgeschlossen. Das Konzept sehe eine Erhöhung der Produktivität bis 2014 um zehn Prozent vor.

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