Pebble Beach

Verschollener Rekordwagen aufgetaucht

Foto: Pebble Beach Concours d'Elegance 60 Bilder

Beim Concours d' Elégance in Pebble Beach zeigt sich ein lange verschollenes Stück Automobilgeschichte in neuem Glanz. Am 20. August wird in Kalifornien ein Delahaye-Rekordwagen aus dem Jahr 1937 präsentiert, der unter dem Namen "Das Millionen-Francs-Auto" berühmt wurde.

Eine Million alter französischer Francs (746.329 Euro) setzte die französische Regierung 1937 als Preis für denjenigen aus, der mit einem französischen Auto den Geschwindigkeitsrekord über die 200 Kilometer-Distanz knacken könnte. Der damalige Rekord wurde mit einem Durchschnitt von 146,508 km/h von Alfa Romeo gehalten.

Emile Delehaye nahm das Projekt in Angriff und unter Fahrer René Dreyfus gelang die Rekordfahrt mit einer Leichtbauversion des Typs 145 V-12. Das "Millionen-Francs-Auto" nahm noch an einem Rennen in Frankreich und Irland sowie an der Mille Miglia teil, im 2. Weltkrieg wurde es eingelagert und 1946 nach Amerika verkauft, doch dann verlor sich die Spur.

60 Jahre verschollen

Der Rekord-Wagen galt sechs Jahrzehnte als verschollen. Insgesamt wurden vom Typ 145 V-12 vier Autos gebaut. Einen davon erwarb der Amerikaner Mullin. Erst kürzlich fanden die Buchautoren Richard S. Adatto und Diana E. Meredith beim Graben in französischen Archiven die Chassis-Nummer des berühmten Delehaye heraus. Es war die Nummer 48771.

Mullins Auto trug auf der Schottwand ein Emblem mit der Nummer 48775, dementsprechend galt sein Typ 145 viele Jahrzehnte als "der Falsche". Doch beim Restaurieren des fast 70 Jahre alten Chassis fand sich links vorn in den Rahmen gestanzt die Nummer 48771.

Die schönsten Autos

Am 20. August präsentiert Mullin sein einzigartiges Schmuckstück in Pebble Beach der Öffentlichkeit. Der Concours d'Elegance wird in Kalifornien seit 1950 veranstaltet und gilt als einer der Haupttreffpunkte wohlhabender Sammler klassischer Autos. Auf dem 18-Loch-Golf-Platz von Pebble Beach trafen sich allein im letzten Jahr Teilnehmer aus 15 Ländern und 26 US-Bundesstaaten. Teil der Veranstaltung ist neben der gemeinsamen Ausfahrt über die Küstenstraße eine von Christies geleitete Auktion, das Sammlen von Spenden für wohltätige Zwecke und eine Preisverleihung für die schönsten Autos.

Zumindest in Punkto Berühmtheit ist dem Delehaye 2006 die volle Aufmerksamkeit des Publikums gewiss, allerdings ist der Ruhm des wiederentdeckten Rekordwagens dann doch nicht so groß, wie die Grande Nation Frankreich es gerne sähe. Geschwindigkeitsrekorde gab es in den 30er Jahren in zahlreichen Hubraumklassen über diverse Distanzen.

Der Rekord, den Dreyfus im Delehaye 145 V-12 aufstellte, pulverisierte den drei Jahre zuvor aufgestellten Alfa-Rekord nicht gerade. Mit einem Schnitt von 146,654 km/h war der Franzose gerade einmal 0,041 km/h schneller als sein Vorgänger. Das heißt, er erreichte die 200 Kilometer-Marke um 4,83 Sekunden eher als der Alfa. Das entspricht einem Vorsprung von nicht einmal 200 Metern.

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