Peugeot e-Legend Concept

Retro-Coupé als Elektroauto mit 49 Zoll-Bildschirm

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Auf dem Autosalon in Paris wird Peugeot mit der Studie e-Legend Concept an das legendäre 504 Coupé erinnern. Der Elektro-Traum hat 462 PS und soll in unter vier Sekunden bis Tempo 100 sprinten. Das Coolste jedoch ist sein 49 Zoll großer Bildschirm – im Fußraum.

Es gibt sie immer noch. Die Autofahrer, die partout etwas gegen französische Fahrzeuge haben. Aber auch die müssen diesen Herbst ihre Einstellung ändern. Denn mit dem e-Legend Concept zeigt Peugeot auf dem Pariser Automobil Salon das coolste Auto des Jahres: eine Hommage an das legendäre 504 Coupé in Silber-Chrom. Der Innenraum wirkt mit seinem blauen Samt, echten Holz im Zusammenspiel mit digital dargestelltem Holz wie eine Zeitreise. Doch wohin eigentlich?

Der Peugeot e-Legend Concept bringt Zukunft und Vergangenheit zusammen. Denn „alles an ihm ist bis 2025 umsetzbar“, verrät der Mann, der es wissen muss: der Chef von Peugeots Concept-Car-Strategie Philippe Emmanuel Jean. Als erstes wird man wohl die Frontscheinwerfer und Teile des i-Cockpits in einem der nächsten Peugeot-Modelle wiederfinden. Die nahezu komplett aus Karbon gefertigte Studie baut jedoch auf einer eigens für alle Konzeptfahrzeuge entwickelten Plattform auf, so dass von ihr keinerlei Ableitungen auf zukünftige Modelle möglich ist.

Von außen kaum als Zukunftsspinnerei zu erkennen

Peugeot e-Legend concept Foto: Peugeot
Wie bei einem Rolls-Royce sind die Radnaben kugelgelagert.

Das Äußere des e-Legend Concept erinnert stark an die V8-Muscle-Cars heutiger Zeit wie Chevrolet Camaro, Ford Mustang oder Dodge Charger. Zugleich finden sich an der Außenhaut viele Reminiszenzen aus den 70er Jahren. So sind die Front- und die Heckscheibe dreigeteilt. An der C-Säule (eine B-Säule existiert nicht) begrüßt der Zweitürer seine Passagiere genau an der Stelle, wo beim Urahn ein Plastikgitter zu finden ist mit einem ähnlich geschnittenen Teil. Die Rückleuchten bestehen aus je drei Einzelleuchten, die beim Konzeptfahrzeug mit LED-Technik ausgerüstet sind. Beim Neuling ist zudem über die ganze Fahrzeugbreite von 1,93 Metern eine dritte Bremsleuchte unter dem Dach angebracht. Die Frontscheinwerfer sind ebenfalls mit LED-Technik ausgestattet. Besonders ist auch die Konstruktion der Stoßfänger vorn und hinten, die eine Lücke von rund zehn Zentimetern zum Chassis lassen. Die 19 Zoll großen Räder tragen dank kugelgelagerter Radnaben das Löwenemblem stets aufrecht. Die Seitenspiegel sind kleinen Kameras in schmalen Außenspiegel-Attrappen gewichen.

Das Coupé triebt ein 340 kW / 462 PS starker Elektromotor an, der seine 800 Newtonmeter an alle vier Räder abgibt. Die Batterie ist 100 kWh groß und soll eine Reichweite von 600 Kilometern nach WLTP zulassen. Das aber natürlich nur, wenn nicht ständig der Start von 0 bis Tempo 100 in unter vier Sekunden durchgezogen und die Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde ausgereizt werden. Geladen wird der Peugeot e-Legend Concept unter anderem induktiv. Mit Kabel sind nach 25 Minuten 80 Prozent der Reichweite wieder verfügbar.

Der Zweitürer ist 4,65 Meter lang und 1,37 Meter flach.Der Radstand von 2,69 Metern verheißt viel Platz im Auto. Also Knopfdrücken, Tür auffahren lassen und hinein.

Heimkino mal anders – 49 Zöller im Fußraum

Peugeot e-Legend concept Foto: Peugeot
49 Zoll groß ist der Bildschirm im Fußraum des Peugeot e-Legend Concept.

Der Einstieg erfolgt über eine verspielte Lichtprojektion auf dem Boden. Die Hoffnung auf viel Platz erfüllt sich – aber nur für die zwei Passagiere in der ersten Sitzreihe. Auf der Rückbank darf sich gern quer hingelegt werden, aber viel Bein- oder gar Kopffreiheit gibt es dort nicht. Dafür aber vorn – und wie. Die beiden Samt-Sitze umschmeicheln den Körper, der die elektrische Sitzverstellung in eine typische Fernsehsesselposition bringen kann. Wer jetzt glaubt, dass dies in einem Auto alles andere als angebracht scheint, der irrt. Denn der Peugeot e-Legend Concept ist ein auch autonom nach Level 4 fahrendes Display-Paradies.

Allein der im Fußraum installierte und gekrümmte Bildschirm mit 4K-Technologie misst 1,25 Meter in der Diagonalen, sprich 49 Zoll. Hinzu kommen die beiden 29 Zöller in den beiden Türen und je ein zwölf Zoll großer Bildschirm in den Sonnenblenden. Streitereien über ein falsches Entertainmentprogramm dürften der Vergangenheit angehören. Die Frage: „Was hat denn der Fahrer davon? Der wird doch nur abgelenkt!“ ist absolut gerechtfertigt, die Antwort jedoch umso simpler: „Er schaltet einfach in den autonomen Modus. Oder noch besser: er lässt sich von außen per Fernbedienung fahren.“

Pong und Augmented Reality in einem Fahrzeug

Peugeot e-Legend concept Foto: Peugeot
auto motor und sport-Redakteur Marcel Sommer ist plötzlich lenkradlos.

Was beim korrekten Fingerdruck auf die sehr reduzierte Mittelkonsole passiert, ist allein schon kinoreif. Das Lenkrad und die drei oben installierten Head-up-Display-Bildschirme klappen zusammen und verschwinden gemeinsam mit der Lenkradsäule vorn unter der Windschutzscheibe. Das dabei eingespielte und zugleich durch die Technik verstärkte Geräusch könnte auch auf Raumschiff Enterprise gut ankommen.

Gefahren wird das Konzeptfahrzeug in drei Modi: autonom, sportlich oder gemütlich. Im sportlichen Modus klappen die beiden äußeren Head-up-Display-Infotafeln einfach herunter und lediglich das Tempo oder der anliegende Gang werden angezeigt. Und während der Fahrer im Spaß-Modus ums Eck zirkelt, kann der Beifahrer das Navigationssystem, den Radiosender oder nahezu alles andere auf dem gewaltigen Fußkino-Bildschirm bedienen und sogar das legendäre Pong (Tennis) aus den 70er Jahren spielen. Eine Spielekonsole lässt sich allerdings noch nicht anschließen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Was den Schöpfern des Peugeot e-Legend Concept vorschwebt kommt aber einem Computerspiel schon sehr nahe. „Wir werden mithilfe von Augmented Reality zum Beispiel Navigationspfeile direkt vor das Fahrzeug auf die Straße projizieren können. Optional gibt es für unser Showcar aber auch noch die Zwischenstufe, soll heißen, wir projizieren die Informationen auf die Windschutzscheibe“, verrät Matthias Hossann, Leiter des Concept-Car Designs bei Peugeot. Ob es auch einen sportlichen Sound geben wird, ist noch nicht geklärt. Die Soundanlage von Focal stünde zumindest schon jetzt bereit. Sollte sich der Fahrer einmal nicht auf seinen Co-Piloten verlassen wollen, steht im zudem noch „Ok Peugeot“ zur Verfügung. Die Alexa-Alternative kann schon jetzt mit vielen Befehlen gefüttert werden und lernt stets weiter. Die Stimme wird der französischen Alexa übrigens von Gilles Vidal, dem Design-Chef von Peugeot geliehen – vorerst.

Das Peugeot 504 Coupé ist eine französische Legende

Peugeot e-Legend concept Foto: Peugeot
Gemeinsam in die Zukunft: der Peugeot e-Legend Concept und das 504 Coupé.

Kein Wunder, dass sich Peugeot das 504 Coupé für seine Hommage herausgepickt hat. Der Zweitürer sticht selbst in der an bemerkenswerten Modellen nicht armen Historie der Franzosen heraus. Vor allem durch sein Design. Großmeister Pininfarina höchstselbst zeichnete die zeitlosen, perfekt proportionierten Formen des Coupés und des darauf basierendes Cabrios – und ließ beides auch in seinen Turiner Werkshallen fertigen. Zum harmonischen Gesamteindruck gesellen sich die gestalterischen Details, die Betrachter nachhaltig in ihren Bann ziehen: Der sanfte Hüftschwung vom vorderen Kotflügel, der sich unterhalb der großzügigen Fensterflächen bis zum Heck erstreckt, wo er dann leicht abfällt. Die Front mit den eckigen Doppelscheinwerfern, die leicht in den von einer unteren Chromspange begrenzten Kühlergrill ragen und dem 504 einen aggressiveren Blick verpassen, als ihn die Limousine trug. Und das Heck, das mit rechteckigen Rückleuchten und graziler Stoßstange den Hinterteilen italienischer Edel-Coupés nicht unähnlich ist.

Peugeot 504 Kaufberatung
Dauerläufer wird 50 Jahre alt

14 Jahre, von 1969 bis 1983, blieb das 504 Coupé im Programm. So viel kann Pininfarina mit seiner Kreation also nicht falsch gemacht haben. Eher schon Peugeot. Die Franzosen pflanzten zunächst einen arg biederen Motor in den Bug. Anfangs einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Einspritzer mit 97 PS, dann einen Zweiliter-Benziner mit 101 PS. Erst 1975 gibt es ein angemessenes Triebwerk: den sogenannten Euro-V6 mit 2,7 Litern Hubraum und 136 PS. Auch mit dem neuen Motor bleibt der zweitürige 504 eher Gleiter als Sportler, der letztlich zwar schön, aber auch sehr teuer war; teils teurer als ein vergleichbares Mercedes-Coupé. Deshalb blieben die Stückzahlen überschaubar, nur gut 26.500 Coupés und 8.000 Cabrios wurden gebaut. Doch eine moderne Interpretation hat das 504 Coupé allemal verdient.

Fazit

Mit dem Peugeot e-Legend Concept zeigen die Franzosen einen echt heißen Anwärter auf den Preis des coolsten Autos des Jahres. Welcher Jugendliche möchte da nicht Passagier sein? Unsere Bitte: So bauen, egal mit welchem Antrieb!

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