Peugeot-Studie Prologue Hybrid4

Flexibler Hybrid-Baukasten von Peugeot

Foto: Peugeot 8 Bilder

Der Prologue Hybrid4 ist mehr als nur Show-Geplänkel. Mit der Studie zeigt Peugeot einen flexiblen, modularen Hybridbaukasten für die gesamte Modellpalette.

Unter dem Stichwort Prolog erwarteten früher alle, die sich durch Goethes Faust quälen mussten, eher das: "Und schnell und unbegreiflich schnelle/Dreht sich umher der Erde Pracht; ... Und Fels und Meer wird fortgerissen/Im ewig schnellen Sphärenlauf." Aber es passt dann doch ganz gut, dass Peugeot die Bezeichnung Prologue für seriennahe Studien nutzt - Fahrzeuge sozusagen, die einen konkreten Ausblick auf den zukünftigen, ewig schnellen Sphärenlauf geben wollen.

Minimalistische Sparmodelle sind nicht gefragt

Der wird, so glauben die Peugeot-Entwickler, sparsamere Autos fordern, aber keine minimalistischen Sparmobile. Davon ist der Prologue Hybrid4 weit entfernt, denn er basiert auf der für den Frühsommer erwarteten Softroader-Version des 308 und wirkt daher äußerlich eher modisch als futuristisch.

Hybrid mit Diesel-Triebwerk

Die Innovationen stecken unter dem Blech. Anders als die meisten anderen Hersteller kombiniert Peugeot beim Hybridantrieb den Elektromotor nicht mit einem Benzin-, sondern mit einem Dieseltriebwerk. Im Fall des Prologue Hybrid4 sitzt ein 163 PS starker Selbstzünder mit Common-Rail-Einspritzung und Rußpartikelfilter unter der Fronthaube. Der Diesel wuchtet 300 Newtonmeter, mit denen er ausschließlich die Vorderräder versorgt. Der E-Motor treibt nur die Hinterräder an.

Er findet unter dem Kofferraumboden auf Höhe der Hinterachse Platz, seine Dauerleistung liegt bei 20 kW, kurzzeitig schafft er 27 kW. Das Drehmoment beträgt 100 Nm, die sich aber zeitweise verdoppeln. Vervollständigt wird das Hybrid-Modul von einer Nickel-Metallhydrid- Hochspannungsbatterie, die im Schiebebetrieb einen Teil der investierten Energie zurückgewinnt.

Vier Antriebsmodi stehen zur Auswahl

Der Fahrer kann über einen Drehschalter vier Antriebsmodi wählen: "ZEV" bevorzugt den E-Motor, der Diesel wird nur bei niedrigem Ladestand der Batterie oder starker Beschleunigung zugeschaltet. Auf "4WD" fährt der Prologue, wann immer es die Auslastung des Dieselmotors und der Ladezustand der Batterie zulassen, mit beiden Motoren. "Sport" fordert dem Diesel höhere Drehzahlen für bessere Fahrleistungen ab. In "Auto" schließlich regelt die automatische Antriebssteuerung die unterschiedlichen Betriebsarten des Diesel- und des E-Motors mit dem Ziel, einen möglichst niedrigen Verbrauch zu realisieren. Zum Anfahren und bei niedrigen Stadtgeschwindigkeiten bis 50 km/h reicht der reine Elektrobetrieb - bis zu 4,5 Kilometer sind möglich.

Maximal stehen 200 PS zur Verfügung

Bei konstantem Tempo auf der Autobahn oder der Landstraße übernimmt der Dieselmotor den Antrieb allein, bei starkem Beschleunigen wirft die Steuerung beide Motoren an. Dann stehen maximal 200 PS sowie 300 Newtonmeter an den Vorder- und 200 Newtonmeter an den Hinterrädern bereit. Weil das System auf die Daten des ESP zurückgreift, treibt der Peugeot Prologue auch immer dann alle vier Räder an, wenn es der Fahrbahnzustand erfordert.

4,7 Liter innerorts dank Start-Stopp-Automatik

Diese Art von Allradantrieb nutzt auch der Lexus RX 400h mit dem Vorteil, dass auf eine schwere und Platz raubende Kardanwelle verzichtet werden kann - mit positiver Auswirkung auf den Verbrauch: Der soll beim Peugeot auch dank Start-Stopp-Automatik innerorts bei 4,7 Liter Diesel/100 km liegen, im Gesamtschnitt sogar bei nur 4,1 Liter, was einer CO2-Emission von 109 g/km entspricht - 83 Gramm weniger als der Lexus, der trotz einer um 72 PS höheren Gesamtleistung kaum bessere Fahrleistungen schafft.

Reiner Hybridantrieb ist möglich

In nur 8,8 Sekunden soll der Prologue aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen und maximal 209 km/h erreichen. Ein großer Vorteil des modularen Hybridsystems besteht darin, dass es unterschiedliche Antriebs-Layouts erlaubt: Neben der Aufteilung auf Vorder- und Hinterachse ist reiner Vorderradantrieb wie beim Toyota Prius möglich. Außerdem lassen sich unterschiedliche Hybridisierungsgrade realisieren - vom Mildhybrid mit Start-Stopp bis zum Vollhybrid. Zudem ist das variable Hybridmodul sowohl mit Diesel- als auch mit Benzinmotoren kombinierbar. So scheinen denn die Franzosen mit diesem flexiblen Hybridbaukasten zumindest für den mittelfristigen Sphärenlauf ganz gut gerüstet zu sein.

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