Pischetsrieder bleibt VW-Chef - Vertrag verlängert

Foto: VW

VW-Chef Bernd Pischetsrieder bleibt im Amt. Der VW-Aufsichtsrat beschloss am Dienstag (2.5.) in Hamburg einstimmig, seinen Vertrag bis zum 16. April 2012 zu verlängern. Das teilte das Unternehmen am Abend nach der Sitzung mit.

Das Votum der Kontrolleure war seit Wochen mit großer Spannung erwartet worden. Die Sitzung hatte gut drei Stunden später begonnen als ursprünglich geplant, da sich die getrennten Vorgespräche von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern lange hinzogen. Bis zuletzt war nicht sicher gewesen, ob der VW-Chef die notwendige Zwei-Drittel- Mehrheit bekommen würde. Seit Tagen war spekuliert worden, dass eine Verlängerung am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat scheitern würde. Der Vertrag des 58-jährigen Vorstandschefs läuft zwar noch bis zum Frühjahr 2007. Den Branchen-Gepflogenheiten gemäß wird aber ein Jahr vor Auslaufen des Vertrags entschieden, ob er verlängert wird.

Anfang März hatte Pischetsrieders Vorgänger und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piëch für Wirbel gesorgt, als er die Verlängerung des Vertrags von Pischetsrieder als "offene Frage" bezeichnet und von einer starken Opposition der Arbeitnehmer-Seite im Aufsichtsrat gesprochen hatte. Dies war in der Branche als gezielte Demontage gewertet worden. Unmittelbar vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung hatten die Debatten um die Zukunft von VW-Chef Bernd Pischetsrieder bis zuletzt hohe Wellen geschlagen.

Heftige Kritik an Pischetsrieder wegen seiner Pläne zur Sanierung der ertragsschwachen Kernmarke Volkswagen hatte auch der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrates, Bernd Osterloh, geäußert. Und er hatte dies ebenfalls in Zusammenhang mit der Abstimmung über die Vertragsverlängerung gebracht. Pischetsrieder fährt einen strikten Sparkurs und will bis 2008 dem Vernehmen nach rund zehn Milliarden Euro einsparen. Der Vorsteuergewinn soll um vier auf 5,1 Milliarden Euro anwachsen. Dazu hat der VW-Chef ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm angekündigt, von dem bis zu 20.000 Jobs betroffen sein könnten. Das wäre ein Fünftel aller Arbeitsplätze in den westdeutschen VW-Werken.

Einzelheiten des Umbauprogramms, das vor allem zur Sanierung der ertragsschwachen Marke VW beitragen soll, sind noch nicht bekannt. Es wird voraussichtlich auf der Hauptversammlung an diesem Mittwoch in Hamburg eine wichtige Rolle spielen.

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