Porsche 911 GT3 R Hybrid auf dem Genfer Autosalon 2010

Innovative Hybrid-Variante des GT-Rennautos

Porsche GT3R Hybrid, Genf2010 Foto: Sebastian Viehmann 16 Bilder

Porsche setzt den 911er Rennwagen GT3 R unter Strom und präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon 2010 eine Hybridvariante mit innovativer Technologie. Mitte Mai soll der GT-Renner beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring antreten.

Statt eines elektrischen Akkus – wie bei anderen Hybridmodellen üblich – speichert der Rennwagen die Energie mechanisch in Form von Rotationsenergie in einem Schwungrad.

Der Hybrid-GT3 leistet zusätzlich 163 PS
 
Als Basis dient das neue Kundensportmodell GT3 R der Motorsport-Saison 2010, das auf dem internationalen FIA-GT3-Reglement basiert. Angetrieben wird der Rennwagen von einem Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor mit 480 PS. Im Hybridmodell treiben zudem zwei Elektromotoren die Antriebswellen der Vorderachse an. Zusammengenommen stehen dadurch zusätzliche 120 Kilowatt, also 163 PS, zur Verfügung.
 
Flywheel dient im Porsche GT3 R Hybrid als Energiespeicher
 
Die Energie liefert ein Schwungrad, das mit bis zu 40.000 Umdrehungen pro Minute rotiert. Auf Touren bringt es die Rückgewinnung von Bremsenergie. Dafür arbeiten im Schubbetrieb die beiden E-Maschinen an der Vorderachse als Generatoren und speisen einen weiteren Elektromotor, der seinerseits das Schwungrad antreibt. Dieses so genannte Flywheel rotiert in einem Vakuum-Kasten in Fußballgröße, der am Wagenboden auf der Beifahrerseite montiert ist.
 
Der Energiespeicher wiegt lediglich 40 Kilogramm und bringt es zusammen mit dem gesamten Hybridsystem auf nur 130 Kilogramm Zusatzgewicht. Ein alternatives Akku-Speichersystem wäre schwerer und nicht optimal für den Motorsport geeignet, wie der Leiter von Porsche Motorsport, Hartmut Kristen, erklärt: „Im Rennsport ist hohe Leistungsdichte gefragt und weniger hohe Energiedichte.“

Die gespeicherte Rotationsenergie kann bei Bedarf abgerufen werden, indem das Schwungrad im Generatorbetrieb elektromagnetisch abgebremst wird und die Elektromotoren antreibt. Allerdings steht die Zusatzleistung maximal für sechs bis acht Sekunden zur Verfügung, sollte aber ausreichen, um ein Überholmanöver zu starten. Zudem kann der Hybridantrieb nicht nur leistungs-, sondern auch verbrauchsorientiert eingesetzt werden und damit die Effizienz des 911 GT3 R Hybrid steigern, zum Beispiel durch ein geringeres Tankgewicht oder spätere Boxenstopps.

Vom Race-Lab zum 24h-Rennen
 
„Der Hybrid-Rennwagen verbindet Effizienz und Performance auf intelligente Weise“, so Porsche-Sportchef Kristen. „Die Entwicklung erfolgt auf Porsche-Art. Auf der Rennstrecke, wir nennen das Race-Lab. So erproben wir unter härtesten Bedingungen neue Technologien für künftige Straßenautos.“ Erste Testrennen sind für April angesetzt und die Standfestigkeit des Hybrid-911ers soll beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring demonstriert werden.

Beim Langstreckenklassiker in der Eifel tritt Porsche ebenfalls mit einem 911 GT3 RS an, der unter anderem von Walter Röhrl pilotiert wird.

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