Porsche Macan Facelift (2019)

Scharfes Heck, starke Motoren, modernes Infotainment

Porsche Macan 2018 Porsche Macan 2018 Porsche Macan 2018 Porsche Macan 2018 22 Bilder

Porsche gibt dem Macan zum Modelljahr 2019 ein Facelift. auto motor und sport durfte den bis zu 440 PS starken SUV genau unter die Lupe nehmen. Alle Infos zu den Motoren, Bilder und Fakten finden Sie hier.

Eigentlich ist es ja ein Facelift, das Porsche seinem Erfolgs-SUV (350.000 Exemplare bisher!) zum Modelljahr 2019, also ab Herbst 2018 spendiert. Doch der Begriff trifft es nur zum Teil, denn im Gesicht hat sich der Macan eigentlich kaum verändert. Die nun serienmäßigen LED-Scheinwerfer (gegen Aufpreis mit adaptiver Lichtverteilung jedoch ohne blendfreies Fernlicht), neue Lufteinlässe und der serienmäßige Bugspoiler dürften vor allem Markenprofis auffallen. Im Gegensatz zum für SUV-Verhältnisse eh schon knackigen Heck, das zukünftig mit einem durchgehenden roten 3-D-Leuchtenband strahlt. Wer jetzt noch die Lettern der Typenbezeichnung abbestellt, bekommt einen echt scharfen SUV-Hintern. Wie sagte Designchef Michael Mauer, kurz bevor er das Tuch vom Neuen zog: „Die drei wichtigsten Dinge bei einem Sportwagen sind 1. Proportionen, 2. Proportionen und 3. Proportionen.“ Obwohl der Macan kein wirklicher Sportwagen ist, sportlich aussehen kann er und passende Proportionen hat er ebenfalls.

Vierzylinder kommt im Herbst, die starken V6 Ende 2018

Damit Hinterherfahrer manchmal noch kürzer etwas davon haben, stecken neue Benzinmotoren unter der Haube. Neben dem vom gleich zum Start im Herbst erhältlichen, bekannten Basis-Vierzylinder mit rund 250 PS und Partikelfilter sind das zwei Newcomer. Also neu im Macan, denn man kennt sie aus Cayenne und Panamera. Genauer: der Dreiliter-V6 mit Monoturboaufladung und 354 PS im S (bisher 340 PS) sowie der 2,9 Liter große Biturbo-V6 mit 440 PS im Turbo (bisher 400 PS, mit Performance Paket 440 PS).

Wer es sportlich mag, der darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen GTS machen, den Porsche noch nachschieben dürfte. Ganz konkret los geht es aber mit dem vor allem in China erfolgreichen Zweiliter, bevor Ende 2018 die Sechszylinder folgen.

Großes Kino, permanent Online

Porsche Macan 2018 Foto: Porsche
Auf fast 28 Zentimetern Bildschirmdiagonale ist viel Platz für Informationen.

Neu im Innenraum: der große 11-Zoll-Bildschirm im Armaturenbrett. Mit dem Touchscreen zieht die aktuelle Infotainment-Generation Connect Plus samt permanentem Online-Zugang ein. Der ermöglicht etwa Echtzeit-Verkehrsinformationen, Online-Zielsuche, natürliche Spracheingabe, die ganze Sätze versteht sowie per App auch Zugriff auf das Auto. Ebenfalls neu: der Stauassistent (bis 60 km/h) für den Abstandsregeltempostaten sowie die Lenkeingrife zur Spurhaltung.

Alle, die gern selbst die Spur halten und sich das Sport Chrono-Paket gönnen, dürfen ihren Macan in Zukunft mit dem porschetypischen Drehschalter am Lenkrad für Normal, Sport, Sport Plus oder Individual konditionieren. Über ionisierte Luft und eine beheizbare Frontscheibe freuen sich auch alle anderen. Und beim Fahrwerk? Kaum Handlungsbedarf, so Porsche, kleinere Setup-Änderungen genügen.

Mitfahrt im Erlkönig

Porsche Macan Facelift (2018) Erprobungsfahrt Foto: Porsche
Porsche erprobt den Macan in Südafrika und wir dürfen ans Steuer.

Eine Tiefgarage irgendwo in Johannesburg. Einträchtig parkt eine Rotte Porsche-SUV nebeneinander. Cayenne in gedeckten Farben und vier schwarze Macan. Schwarze Macan? Irgendwas ist komisch. Richtig, die Klebstreifen an der Haube, an der Hecklappe und auch sonst. Beim anderthalbten Blick kommen die eigenartigen Scheinwerfer dazu, ebenfalls mit Aufklebern camoufliert. Klar, Erprobungsautos. Und wir dürfen ran! Sind ja auch nicht zum Spaß in Südafrika, sondern auf Erprobungsfahrt, bei einem der letzten Checks, bevor der facegeliftete Macan in Produktion geht, endgültig aufs Band und dann zum Kunden. Oliver Laqua, Leiter Gesamtfahrzeug SUV, erklärt die Prozedur: „Wir beurteilen die Autos aus Kundensicht. Immer mit dem Fokus auf dem Gesamtfahrzeug.“. „Virtualität und Computersimulation, schön und gut, und natürlich verführerisch, weil schnell und preiswert. Doch ohne Prototypentests in der realen Welt geht es nicht.“

Macan-Prototypen zwischen -50 und +50 Grad Celsius

Erlkönig Porsche Macan
Hier wird das SUV-Facelift getestet 1:52 Min.

Wie hier, wo wir rund um Johannesburg ans Steuer dürfen, bevor der ganze Tross samt Entwicklern zum Höhentest Richtung Sani-Pass und dann nach Durban weiterzieht. Diesmal ist die Truppe zwei Wochen am Stück zusammen, es gibt aber auch längere Törns. „Wir sind in der ganzen Welt unterwegs“, erzählen die Jungs und berichten von Temperaturspannen zwischen minus 50 und plus 50 Grad, die Autos (und die Tester) ertragen müssen. Die Macan-Prototypen reisten übrigens per Flieger von Finnland nach Stuttgart und von dort aus weiter nach Südafrika.

Im Fokus solcher aufwendigen Erprobungen stehen einerseits die Komponenten für sich, also Karosserie, Fahrwerk, Antrieb, Elektronik – am Ende aber das komplette Auto als Einheit. Die Männer und Frauen aus den einzelnen Disziplinen tanzen um den Zielkonflikt herum: Package, Energie, Homologation, Aerodynamik, Konzept, Energie-Management. Digitale Modelle werden erstellt und dann an die Fachabteilungen gegeben. Die Daten stehen allen zur Verfügung, am Ende kommen sie aufs richtige Auto. Dann kommen die Targets: Kosten, Styling, dann startet der konstruktive Streit. Vier Jahre Zeit für Gesamtentwicklung. Sämtliche Bereiche sind in Projekthaus vereint, bis hin zu Aftersales.

Hitze, Schwüle, Schlaglöcher – Ponyhof geht anders

Porsche Macan Facelift (2018) Erprobungsfahrt Foto: Porsche
Eine Kolonne Macan-Prototypen, unterwegs rund um Johannesburg.

Draußen sind es jetzt 30 Grad, schwülwarm, die Sonne brennt. Nach wenigen Minuten droht ein Sonnenbrand, während drinnen im Macan die Klimaanlage schuftet – und das erfolgreich. Ein wichtiger Testpunkt, denn sie und das gesamte Thermomanagement dürfen nicht schwächeln. Weder bei Kälte noch bei anhaltender Hitze.Die Strecke führt am Heartbeesport Dam und Boederstroom vorbei. Raue Straßenoberfläche, kurze Absätze, kleine Wellen, gut für NVH, also das Aufspüren von unerwünschten Geräuschen oder Vibrationen. Nicht zu vergessen: Die fetten Schlaglöcher, zum Glück meist von „Pothole“-Schildern angekündigt. Hier muss das Fahrwerk dann richtig ran. Na ja, zur Not haben sie ein paar Ersatzteile und Reifen dabei, falls jemand mal was verbiegt oder versenkt.

Schwarzfahrer: Ohne Tarnung geht nix

Ralf Bosch, für die Erprobungskoordination der SUV zuständig bringt noch ein anderes Thema ins Spiel: die Tarnung. Schließlich sollen die neuen Modelle nicht vorzeitig entdeckt und über die schnellen Netzwerke in die Welt posaunt werden. Porsche setzt statt auf Psychofolie auf schwarze Autos. Glänzend schwarze, matt war zu auffällig. Ziel: die Autos sollen möglichst wie der Vorgänger, möglichst serienmäßig aussehen. Sicken werden – wie oben erwähnt – per Klebstreifen versteckt, Fugen auch. Problem: wenn Tarnung Bauteile überdeckt kann es später Probleme geben, Korrosion oder Verschmutzung etwa wird zu spät erkannt. Ganz klar: es gibt einen Zielkonflikt zwischen Tarnung und Funktion. Auch deshalb prüft man die Folie für die Scheinwerfer bevor sie ihre Freigabe erhalten. „Bei Wintererprobungen schneiden wir die Öffnungen manchmal etwas größer aus, um mehr Licht zu bekommen,“ so Bosch.

Offroad im Macan

Porsche Cayenne S, Exterieur Porsche Cayenne S Oberklasse-SUV im Test

Der Unterschied zwischen S und Turbo bleibt unter diesen Bedingungen trotzdem überschaubar. Erst rechts als wir abbiegen und über ein Art Feldweg auf einen Pass gelangen. Ausgewaschen, mit eingewachsenen Steinen und losen Felsen. An den kniffligen Stellen steigen die Beifahrer aus und lotsen. Schließlich möchte keiner Reifen aufschlitzen oder den Unterboden beschädigen. Manchmal sind zwei Räder diagonal in der Luft, der Offroad-Modus der Luftfederung erhöht die Bodenfreiheit, konditioniert die Systeme. Ein bisschen stolz sind wir schon, als die härteste Passage ohne Abschürfungen passiert ist.

Wir sind schon tolle Typen, der Macan sowieso. Denkt wir jedenfalls, bis sich zwei weiße Fremdkörper in den virtuellen Lorbeerkranz drängeln. Ein VW Bus und ein Hyundai Kleinbus. Kein Allrad, kein Offroad-Klimbim, dafür bis zum Dach vollgepackt. Unsere Servicecrew. Aussteigen? Wozu. Die Jungs bleiben sitzen, verziehen keine Miene und zwingen ihre Kisten über die Steine. Okay, hie und da surft der Schweller, dotzt der Unterboden, aber am Ende kommen sie durch. Nun ja, das ist der Fiat Panda-Effekt in den Alpen, wenn stolzen Mountainbikern, Enduro-Piloten oder 4x4-Virtuosen der örtliche Ziegenhirt mit seinem runtergerockten Kleinwagen entgegenkommt. Na ja, aber darum geht es beim Macan ja auch nicht. Er wird auch in der facegelifteten Generation eher auf Asphalt daherräubern. Und das vermutlich besser denn je.

Marktstart und Preise

Aktuell beginnt der Einstieg in die Macan-Baureihe bei 56.264 Euro und reicht bis 91.964 Euro für den Macan Turbo mit Performance-Paket. Das 245-PS-Modell startet ab 58.763 Euro und ist damit 2.499 Euro teurer.

Fazit

Porsche legt Hand an sein Erfolgsmodell: Der Macan bekommt ein dezent verändertes Gesicht, neue Leuchten und ein modernisiertes Infotainment. Ansonsten bleibt der Mittelklasse-SUV, was er bisher war: unterhaltsam, teuer und irre kompetent auf der Straße. Unser Tipp: Der S mit Sechszylinder – gefühlt fast so stark wie der Turbo und viel souveräner als der Vierzylinder.

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