Porsche

Mehr zum Panamera

Foto: Schulte-Nextline 3 Bilder

Was lange währte, wird endlich gut: Der Porsche-Vorstand um Chef Wendelin Wiedeking hat grünes Licht für die vierte Baureihe gegeben, hinter der sich ein viertüriges Sportcoupé namens Panamera mit Frontmotor und Heckantrieb verbirgt. Verkaufsstart: 2009.

Wie der geplante BMW Z9 ist auch der Panamera kein Sportwagen der absoluten Superlative um jeden Preis, sondern ein Auto, das für 70.000 bis 100.000 Euro Kunden locken soll, denen der Elfer zu knapp geschnitten und der Cayenne zu wuchtig ist.

Eine Milliarde Euro ist Porsche die Gesamtinvestition in dieses Projekt wert, das entgegen ursprünglichen Überlegungen nun doch ohne einen Partner durchgezogen wird. Eine Herkulesaufgabe für die Kaderschmiede im Porsche-Entwicklungszentrum Weissach. Hier wie am Standort Zuffenhausen, wo die Motoren gefertigt werden, entstehen 400 neue Arbeitsplätze. Anwärter auf diese Jobs soll es bereits geben: Dem Vernehmen nach gibt es eine ganze Reihe von Mercedes-Entwicklern, die aus Unzufriedenheit über die neuen Strukturen in ihren Abteilungen lieber heute als morgen wechseln würden.

Freuen dürfen sich auch die Menschen in Leipzig: Das knapp fünf Meter lange Coupé mit vier Türen wird aller Voraussicht nach wie Cayenne und Carrera GT dort gebaut, was dem Osten der Republik noch einmal 600 neue Arbeitsplätze verschaffen würde. Wenn man sich mit der Arbeitnehmerseite einigt, könnte schon 2006 der Anbau an die bereits vorhandene Montagehalle losgehen.

Vier Schalensitze und 450 Liter Kofferraumvolumen

In Anlehnung an das legendäre Langstreckenrennen Carrera Panamericana heißt das viertürige Sportcoupé Panamera und versprüht mit seiner ungewöhnlich langgezogenen Motorhaube schon auf ersten Skizzen den Charme klassischer Sportwagen. Sein Gesicht verströmt mit der weiterentwickelten Bi-Xenon-Scheinwerfertechnik aus dem Carrera GT dagegen ein High-Tech-Flair. Die Aufgabe des Panamera: vier Personen inklusive Reisegepäck Porsche-gemäß von A nach B zu bringen.

Die Rede ist also von einem vollwertigen Vier- statt einem 2+2-Sitzer. Deshalb schwingt auch die Heckklappe komplett nach oben und gibt den Weg frei zu einem etwa 450 Liter großen Kofferraum, der allerdings keine Klappmöglichkeiten bietet. Wie auch? Die vier Passagiere sind schließlich alle in fest installierten Schalensitzen untergebracht.

Das klassische Konzept mit Motor vorne und Antrieb hinten passt gut ins Portfolio: Nach dem Heckmotor im 911 und dem Mittelmotor im Boxster sowie dem allradgetriebenen Frontmotor-Cayenne entsteht hier auch wirklich eine vierte, neue Antriebsvariante.

Aus Kostengründen setzt Porsche auf eine möglichst hohe Komponenten-Übernahme von 911 und Cayenne, wobei nicht auszuschließen ist, dass der Panamera in einer zweiten Stufe auch einmal mit Allradantrieb angeboten wird. Sicher ist auf jeden Fall, dass Porsche von diesem Auto Schritt für Schritt analog zum 911 möglichst viele Varianten auflegen will.

Zum Verkaufsstart 2009 gibt es den Panamera zunächst mit Achtzylindermotoren: 340 PS leistet der 4,5-Liter-V8 als Sauger zurzeit, 450 beziehungsweise 500 liegen im Turbo an, doch alle dürften in ihrer Leistung bis dorthin noch einmal gesteigert werden. Schrittweise wird das Programm ausgebaut: Traumauto dieser Liga ist der Panamera V10 mit dem 612-PS-Zehnzylinder-Triebwerk aus dem Carrera GT. An der Basis kommt ein Sechszylinder zum Einsatz, der voraussichtlich aus dem Cayenne mit 3,2 Liter Hubraum (250 PS) stammt, weil eine Adaption der 911-Boxermotoren unter der Fronthaube zu kompliziert wäre.

Geschaltet wird wahlweise per Hand mit der bekannten Tiptronic oder dem neuen Doppelkupplungsgetriebe, das ZF für Porsche entwickelt hat, das erstmals auf der IAA im September gezeigt wird und ab 2006 zuerst im neuen 911 Turbo zum Einsatz kommt.

Rund 20.000 Einheiten pro Jahr möchte Porsche vom Panamera verkaufen, der vom neuen Designchef Michael Mauer und seinem Team geformt wird und gegen Mercedes CLS oder Maserati Quattroporte konkurrieren soll.

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