Porsche/VW

Neue Attacken

Foto: dpa

Im Dauerkonflikt zwischen VW und Porsche um die Mitbestimmung haben sich beide Seiten zum wiederholten Mal attackiert und gegenseitig die Schuld an der verfahrenen Situation gegeben.

„Das ist ein Streit zwischen den Belegschaftsvertretern“, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking der Wochenzeitung „Die Zeit“. Zu vermitteln sei der Konflikt eigentlich nur über die IG Metall. Dieser Einschätzung widersprach VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh mit Nachdruck: „Herr Wiedeking will sich aus einem Konflikt verabschieden, den er selbst ausgelöst hat.“ Er forderte den Porsche-Chef stattdessen auf, selber einen Lösungsvorschlag in dem Dauerstreit zu präsentieren.

In dem Konflikt geht es um die Rechte der VW-Beschäftigten im Aufsichtsrat der Porsche-Holding. Osterloh kämpft seit Monaten dafür, dass die 28 Mal größere Belegschaft von Volkswagen mehr Rechte hat als die Beschäftigten von Porsche.

Osterloh kritisiert Wiedeking

„Wir wollen fair beteiligt werden. Herr Wiedeking lehnt dies ab. So wird es keine Ruhe bei Volkswagen geben, denn wir werden auch in Zukunft für den Erhalt von Arbeitnehmerrechten kämpfen. In Gerichtssälen genauso wie auf der Straße“, sagte Osterloh. „Die Kollegen sind wütend und haben ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Großaktionär“, betonte Osterloh. Dabei sei völlig egal, ob Porsche 30 oder 50 Prozent an Volkswagen halte. Der Stuttgarter Konzern will im November über 50 Prozent der VW-Anteile besitzen. Zweitgrößter VW-Aktionär ist das Land Niedersachsen, das etwas mehr als 20 Prozent der Anteile hält.

Wiedeking erklärte dagegen, die Sitzverteilung in den Arbeitnehmergremien sei alleine Sache der Betriebsräte. Doch zwischen Osterloh und seinem Porsche-Amtskollegen Uwe Hück gebe es derzeit keinen Kontakt. Ähnlich wie der Porsche-Lenker hatte sich vor wenigen Tagen bereits Betriebsratschef Hück geäußert: „Allein wir Betriebsräte von Volkswagen und Porsche sind aufgefordert, gemeinsam mit der IG Metall eine Lösung zu finden. Nur wenn wir wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, können wir den Streit beilegen.“

Zuletzt hatten beide Seiten darum gerungen, ob und wann die Mitbestimmungsvereinbarung durch VW oder andere künftige Teilkonzerne gekündigt werden kann. Ein Friedensgipfel bei der IG Metall wurde bereits wegen mangelnder Erfolgsaussichten kurzfristig abgesagt.

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