Porsche will VW nicht führen

Porsche will nach seinem geplanten Einstieg bei Volkswagen als größter Aktionär dem VW-Management nicht in das operative Geschäft hineinreden. Porsche werde seinen Einfluss über den Aufsichtsrat geltend machen und Volkswagen strategisch unterstützen, sagte Finanzvorstand Holger Härter nach Angaben eines Konzernsprechers am Montagabend (26.9.) bei einem Treffen mit Analysten im italienischen Siena.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer werde aber darauf achten, dass VW bestimmte Renditeziele erfülle. Details nannte Härter nicht. Die angestrebte Beteiligung von 20 Prozent an VW werde in der Porsche-Bilanz «at equity» und damit direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht, sagte Härter dem Sprecher zufolge. Porsche hatte am Sonntag angekündigt, rund 20 Prozent der VW-Stammaktien im Wert von rund drei Milliarden Euro zu erwerben. Noch halten die Stuttgarter nach eigenen Angaben unter fünf Prozent.

Härter äußerte sich nicht zu den Möglichkeiten, wie und in welchem Zeitraum die Beteiligung aufgebaut werden soll. Darüber verhandele Porsche derzeit mit dem VW-Vorstand. Volkswagen besitzt rund 13 Prozent eigene Anteile, die jedoch nicht direkt an einen Investor verkauft werden dürfen. Ein Porsche-Sprecher sagte zuletzt, die benötigten Aktien sollten aus dem VW-Streubesitz aufgekauft werden. Härter bekräftigte die Aussage, dass Porsche den Einstieg voll aus der vorhandenen Liquidität stemmen werde. Die Finanzierung künftiger Projekte sei nicht gefährdet.

Der Porsche-Finanzvorstand betonte vor den Analysten, die Idee für die VW-Beteiligung stamme von Vorstandschef Wendelin Wiedeking. Zunächst habe er den Plan mit Aufsichtsratschef Helmut Sihler abgestimmt, dann seien die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche informiert worden. Kenner des Unternehmens mutmaßten dagegen, dass VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die treibende Kraft hinter dem Coup gewesen ist. Die beiden Familienstämme besitzen 100 Prozent der Porsche-Stimmrechte.

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