Porträt Rick Wagoner

Automanager ohne Glück

Foto: GM 93 Bilder

Rick Wagoner wurde angesichts milliardenschwerer Rekordverluste des US-Autobauers General Motors schon seit Jahren von Aktionären und Journalisten immer wieder dieselbe Frage gestellt: "Wie lange stehen Sie noch an der GM-Spitze?"

Als nun selbst US-Präsident Barack Obama zum Rücktritt drängte, hatte der 65-Jährige keine Wahl mehr. Zu sehr war er persönlich zum Symbol der gesamten darniederliegenden US-Autoindustrie geworden.

Seit 2000 an der GM-Spitze

Seit Juni 2000 sitzt der gut 1,90 Meter große Ex-Basketballspieler am Steuer der Opel-Mutter GM. Vor mehr als drei Jahrzehnten begann er seine Karriere bei der einstigen Ikone der US-Industrie. Mit einem Business-Abschluss der renommierten Harvard University in der Tasche startete Wagoner in der GM-Finanzabteilung.

Die wachsenden Sorgen um das fehlende Geld konterte der schlaksige Blondschopf zuletzt mit einem immer verkniffeneren Lächeln. "Wagoner lächelt sich durch die Krise", spotteten US-Medien. GM geriet derweil in seiner Amtszeit auf immer steilere lebensbedrohliche Talfahrt.

Spitzenplatz an Toyota verloren

Ausgerechnet zum 100. Geburtstag 2008 verlor GM den Titel als weltgrößter Autobauer an den Erzrivalen Toyota. Wagoner stemmte sich gegen den Absturz mit dem Abbau zehntausender Stellen.

Ohne Wagoners radikale Einschnitte wäre alles noch viel schlimmer gekommen, sagen manche. Aktionäre aber fragen: Noch schlimmer als ein Absturz der GM-Aktie von weit über 60 Dollar auf zeitweise etwas mehr als einen Dollar in seiner Amtszeit? Schon vor einiger Zeit hatte das US-Magazin "Fortune" vorhergesagt: "Wagoner greift in ein fallendes Messer - und scheitert."

20 Millionen Dollar Abfindung

Der zurückgetretene General-Motors-Chef Rick Wagoner nimmt laut US-Medien Pensionsansprüchen von rund 20 Millionen Dollar (15 Mio Euro) mit. Dies gehe aus bei der Börsenaufsicht eingereichten Unterlagen hervor. Eine zusätzliche Abfindung erhalte der 56-Jährige nicht, hieß es am Montagabend.

Die Details der Zahlungen würden derzeit noch geprüft, sagte eine Sprecherin des Opel-Mutterkonzerns der Wirtschaftsagentur Bloomberg. Nach 32 Jahren im Konzern habe Wagoner aber bestimmte Ansprüche etwa für seine Pension.

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