Preiskämpfe an Tankstellen - "Verbraucher profitieren"

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Preiskampf an Tankstellen in Deutschland: Nicht alle Wettbewerber wollen den vom Marktführer Aral vorgezeichneten Weg mitgehen und Normal- und Superbenzin zum gleichen Preis verkaufen.

"Wir wollen unseren Kunden weiterhin einen günstigen Preis für Normalbenzin bieten", sagte Jet-Sprecher Nikolai Lassen am Dienstag (4.12.) in Hamburg. Dafür gebe es "strategische Gründe". Da Jet ohnehin einen Cent günstiger ist als die sogenannten A-Gesellschaften Aral, Shell, Esso und Total, vergrößert sich der Abstand zu Aral bei Normalbenzin auf zwei Cent je Liter.

Bislang sind die heftigsten Preiskämpfe auf einige Regionen beschränkt, so den Raum Karlsruhe, aber auch Chemnitz und Frankfurt. Dort sank der Benzinpreis zeitweise noch unter den Dieselpreis, der keine ungewöhnlichen Schwankungen zeigte. Nach Darstellung der Mineralölunternehmen profitieren die Verbraucher von den regionalen Preiskämpfen, während die Unternehmen an den betroffenen Tankstellen beim Benzinverkauf Verluste machten. Im bundesweiten Durchschnitt kostete Benzin am Dienstag 1,38 Euro und Diesel 1,31 Euro je Liter.

Ausgangspunkt für die Turbulenzen am Benzinmarkt war eine Initiative der Aral, die in der vergangenen Woche den Preisabstand zwischen Super und Normal an der Tankstelle einebnete. Grund: Am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam haben sich die Preise für Normal- und Superbenzin stark angeglichen. Am Dienstag kosteten sie exakt das gleiche: 775 Dollar je Tonne. Das kann von Tag zu Tag etwas schwanken und mal die eine oder die andere Sorte etwas teurer sein. Generell ist Normalbenzin in Europa nicht mehr sehr gefragt, weil nur noch in Deutschland und Österreich flächendeckend Benzin mit 91 Oktan verkauft wird.

Diesel weist in Deutschland gegenüber Otto-Kraftstoffen einen Steuervorteil von rund 20 Cent auf. Bei Benzin kassiert der Fiskus 65,5 Cent Mineralölsteuer je Liter, bei Diesel 47,0 Cent. Dazu kommt die Mehrwertsteuer. Gegenwärtig kostet Diesel im Einkauf jedoch 822 Dollar je Tonne, also mehr als Benzin. "Diesel ist schon seit langem teurer als Benzin und im Winter wird das noch deutlicher, weil die Nachfrage nach Heizöl steig", sagte Aral-Sprecher Ulrich Winkler. Umgerechnet in Eurocent je Liter war Diesel im Einkauf im Durchschnitt des Monats November um neun Cent teurer als Benzin. Der Steuervorteil reduziert sich damit auf etwa elf Cent.

Bislang weist die Branche Vermutungen zurück, nach denen sie Normalbenzin in Deutschland vom Markt nehmen will. Rund ein Viertel des verkauften Otto-Kraftstoffs entfällt auf diese Benzinsorte. Nach Angaben von Winkler ist eine leichte Tendenz zu Superbenzin zu erkennen, seitdem es bei Aral nicht mehr teurer ist als Normal. Für weitergehende Aussagen über das Kundenverhalten sei es noch zu früh

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