Pro & Contra Renault Alpine

Wiederbelebung einer Sportwagenlegende

Renault Alpine Foto: Renault 69 Bilder

Mit einer Studie macht Renault Appetit auf eine (vielleicht) kommende Alpine – einen kleinen Sportwagen à la Alfa Romeo 4C.

Marcus Peters freut sich auf einen günstigen Sportwagen

Endlich! Renault erfüllt uns, den Sportwagenfans, einen lang gehegten Wunsch, erweckt Alpine aus dem Todesschlaf. Eine kleine, leichte, wendige Alpine – genau so bitte! Ich stelle mir die Neue als Mischung aus Alfa Romeo 4C und Lotus Elise vor. Ein kompaktes Kurvensuchgerät, das tief über dem Asphalt schnüffelt, sich durch engste Straßenschluchten schlängelt und keine Rennstrecke braucht, um zu brillieren.

Mittelmotor mit Antrieb aus der Großserie. Leichtbau durch Weglassen. Keine Material-Extravaganzen und damit für uns Normalsterbliche bezahlbar. Ja genau, bezahlbar! Abgehobene Supersportwagen für Superreiche gibt es schon genug. Allein es fehlte lange Jahre das kleine Mittelmotor-Glück. Bis Lotus 1996 mit der Elise kam. Ein britischer Meilenstein, dem 2013 der Alfa Romeo 4C als späte italienische Antwort folgte. Und bald schon könnte sich ein Renault Alpine als französischer Dritter im Bunde hinzugesellen. Mit einem Großkonzern im Rücken, sodass man nicht ständig Angst um den Fortbestand der Marke haben muss.

Wenn die Truppe von Renault Sport das Alpine-Projekt in die Hand nimmt, dann kommt da auf jeden Fall ein Knaller heraus – so etwas wie der Clio R.S. in Sportwagenform. Dessen aufgeladener 1,6-Liter-Vierzylinder wäre absolut ausreichend für einen leichten Zweisitzer. Blast ihn auf 250 PS auf, und fertig. Ein teures Doppelkupplungsgetriebe braucht man in so einem Minimalisten nun wirklich nicht; lasst uns doch einfach mal wieder per Hand schalten – ganz im Sinne des aktiven Fahrens.

Es ist zu schön, als dass man schon wieder abwinken könnte. Gegenargumente sind dieses Mal einfach nicht zugelassen – schon aus Eigennutz: Ich will diese Alpine fahren.

Renault Alpine Vision
Das Sportwagen-Comeback 1:30 Min.

Heinrich Lingner hält nichts vom Alpine-Revival

Erinnern Sie sich an Dominique Strauss-Kahn, jenen gescheiterten Präsidentschaftskandidaten in spe und ehemaligen IWF-Direktor? Dann sind Ihnen womöglich auch die Panamera-Bilder in Erinnerung geblieben. Im Sommer 2011 erregte sich die gesammelte französische Presse darüber, dass DSK, so sein Kürzel, von Paparazzi dabei abgelichtet wurde, wie er einem Porsche Panamera entstieg. Es war nicht einmal ein Turbo, nur ein S, und er gehörte nicht ihm, sondern dem Medienberater Ramzi Khiroun, doch konnte Strauss-Kahn auf dem Höhepunkt der Sexaffäre offenbar nichts Schlimmeres tun als Porsche fahren.

Was ich damit sagen will: In den letzten 30 Jahren ist Frankreich irgendwie der Spaß am Auto vergangen, die eigene Industrie baut nur noch lustlose Klein- und Kompaktwagen. Alles, was größer ist als ein 508 oder Talisman, wird als üble Kapitalistenschleuder verachtet, und Leute, die sich in so was blicken lassen, werden als eine Art Vaterlands- und Volksverräter öffentlich geschmäht. Wie soll denn, bitte schön, in so einer spaßbefreiten Atmosphäre ein zartes Sportwagen-Pflänzchen wie eine neue Alpine gedeihen können? Eben.
Zudem war Renault das Alpine-Erbe jahrelang egal, das Unternehmen hat die Marke sang- und klanglos entschlafen lassen. Und nun, drei Jahrzehnte und ein paar Designstudien später, soll ein neuer Sportwagen den Namen wiederbeleben? Wer soll denn so ein Auto kaufen? Junge, hippe Kunden etwa, die nicht mal geboren waren, als die A110 ihre letzten Rallyes gewann? Lasst lieber stecken, Freunde, und entwickelt etwas, was die Marke Renault wirklich brauchen könnte, einen echt pfiffigen Twingo vielleicht oder einen Espace-Nachfolger, der den Namen tatsächlich verdient.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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