Produktionsstopp BMW 7er Benziner, X1 20i, X2 20i

Otto-Partikelfilter muss nachgerüstet werden

BMW 750i xDrive, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 8 Bilder

BMW nimmt den 7er mit Benzinmotor aus dem Programm, auch X1 20i, M3 und M550i sind betroffen. Grund für den Produktionsstopp: Für den WLTP-Zyklus müssen Benziner mit Partikelfiltern nachgerüstet werden. Das dauert.

Wie die „Automobilwoche“ berichtet, hat BMW die Benziner-Versionen des BMW 7er aus dem Programm genommen. Die Oberklasse-Limousine ist nur noch mit Dieselmotor bestellbar. Das Flaggschiff „werde als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang aus dem Angebot genommen“, zitiert das Manager Magazin einen BMW-Sprecher. Als Grund für den Bestellstopp nannte der Autohersteller den neuen Prüfzyklus WLTP und den Straßentest zur Ermittlung der Emissionen (RDE), die ab September 2018 alle Neuwagen bestehen müssen. Benziner schaffen das häufig nur mit Partikelfilter. Den 7er habe BMW im vergangenen Jahr in Europa 3540 Mal mit Benziner verkauft, schreibt das Manager Magazin. Der Benzin-Hybrid sei von dem Produktionsstopp nicht betroffen.

Produktionsstopp betrifft X1, X2, M3, M550i

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Betroffen sind von dem Produktionsstopp auch BMW X1 und X2 20i sowie der M3 und der M550i xDrive. „“Es wird bei manchen Modellen zu planmäßigen Angebotsunterbrechungen sowohl bei BMW als auch bei Mini kommen„, zitiert die Automobilwoche BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Schon im Februar hatte BMW die Auslieferung des X3 20i und 30i kurzzeitig unterbrochen, weil es Probleme beim Einbau des Otto-Partikelfilters gegeben hatte. Während die Dauer der Unterbrechung bei X1 und X2 noch nicht näher beziffert ist, kommt für den M3 mit dem neuen Messzyklus das vorläufige Aus: Die aktuelle Baureihe ist eingestellt, ein neuer M3 kommt erst mit der Nachfolgebaureihe frühestens 2020.

Der Grund: neuer Prüfzyklus WLTP

Der BMW 5er-Baureihe fehlt demnächst ihr ziviles Top-Modell, der BMW M550i xDrive. Wie ein Sprecher im Februar 2018 im Gespräch mit auto motor und sport bestätigte, wird es “eine Angebotsunterbrechung„ bei dieser Motorisierung geben. Der M550i packt die strengen Anforderungen des neuen WLTP-Zyklus nicht. (WLTP = “Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure„).

Man habe alles versucht, um diese (faktische) Produktions-Unterbrechung zu vermeiden, doch ausgerechnet beim stärksten 5er wird dies bis zum 1. Juni 2018, dem Stichtag für das Inkrafttreten des WLTP, nicht klappen.

BMW M550i braucht einen Otto-Partikelfilter

Der 4,4 Liter große V8-Motor mit Biturboaufladung erfüllte bei seiner Homologation zwar die Grenzwerte nach dem damals gültigen NEFZ, überschreitet sie aber, wenn nach dem neuen WLTP-Zyklus gemessen wird. “Derzeit ist der BMW M550i xDrive nach Euro 6c und NEFZ zugelassen„, heißt es seitens BMW. “Ab September 2018 muss der PN-Grenzwert (Anzahl der Feinstaubpartikel, Anm. d. Red.) auch unter RDE-Fahrbedingungen eingehalten werden.„

spa 10/2017 Vergleichstest Audi S6, BMW M550i, Lexus GS F, Porsche Panamera 4S Foto: Hans-Dieter Seufert
Braucht einen Partikelfilter: der 4,4-Liter-V8-Biturbo-Motor im BMW M550i.

Deshalb braucht der M550i einen Partikelfilter für Ottomotoren. BMW behauptet, die “Angebotsunterbrechung wäre eine ganz normale Prozedur bei derartig aufwendigen Umrüstungen„.

Anders als man vielleicht glauben mag, ist es nicht ganz einfach, den Otto-Partikelfilter in ein bereits fertiges Fahrzeug zu integrieren. Einerseits muss die komplette Motorsteuerung auf den Einsatz dieses Filters abgestimmt werden. Andererseits ist ein Otto-Partikelfilter kein kleines Bauteil, das man einfach in den Auspufftrakt integrieren könnte. Bei manchen Typen wird es dann arg eng bei der Integration des Partikelfilters ins Auto.

Weiterhin besteht das Problem, dass die Nachfrage nach Otto-Partikelfiltern – oh Wunder – derzeit sehr hoch ist und die Lieferanten stellenweise nicht mit der Produktion hinterher kommen.

Verbrauchszyklus WLTP für Euro 6c
So wird ab 1. September gemessen

Auslieferungen gehen vorerst weiter

Wie lange die Produktonsunterbrechung dauern wird, konnte BMW im Februar auf Nachfrage nicht sagen. Im Netz kursieren Gerüchte, die besagen, dass eine Nachrüstung mit Homologation mindestens fünf bis sieben Monate dauern könnte. Bestellungen, die bereits getätigt wurden, werden bearbeitet und ausgeliefert.

Gute Nachrichten gibt es auch: Der BMW M5 erfüllt alle Anforderungen der Abgasnorm Euro 6d TEMP, also auch wenn nach WLTP-Zyklus gemessen wird.

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