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PSA

Deutsche Industrie ist Vorbild

Foto: dpa

Christian Streiff will PSA für die Weltmärkte fit machen. Für die Sanierung und weltweite Expansion von PSA Peugeot-Citroën verweist der Lothringer, der lange in Deutschland gearbeitet hat, über den Rhein: "Die deutsche Industrie ist Vorbild."

05.09.2007

"Ich habe viel Achtung vor den Deutschen", betonte Streiff am Dienstag (4.9.) bei der Vorstellung seiner Effizienzkur für den zweitgrößten europäischen Autohersteller. "Die deutschen Hersteller etablieren in der Welt die Standards für Qualität, Leistung, Zuverlässigkeit." Streiffs Erfolgsstrategie für PSA richtet sich daran aus. So will der Starmanager die Mängelquote halbieren, die Zeit zur Fehlerbehebung um zwei Drittel verkürzen und PSA bei der Servicequalität in die Spitze führen. Am Erfolg lässt er keinen Zweifel. "Die Gene von PSA kommen denen der Deutschen am nächsten", sagt er.

Parallelen zu Airbus-Sanierung

Dem großen Familienkonzern verschreibt Streiff eine Sanierungskur, die ein wenig an Airbus erinnert. In seiner 100-Tage-Zeit bei dem Flugzeugbauer hatte Streiff dort das Sanierungsprogramm "Power8" entworfen, das eine Globalisierung der Fertigung, Stellenabbau in der Verwaltung und Risikopartnerschaften mit Lieferanten vorsieht.

Für PSA plant Streiff nun neue Werke außerhalb Westeuropas, die Senkung der Verwaltungs- und Fixkosten um 30 Prozent und langfristige Entwicklungspartnerschaften mit den Zulieferern. Anders als bei Airbus, wo Streiff sich massivem politischem Einfluss ausgesetzt sah, muss er sich aber bei PSA nur mit der Peugeot-Familie verständigen.

Zwei-Marken-Strategie

Im Wettbewerb setzt Streiff auf die Zwei-Marken-Strategie. Peugeot und Citroën sollen dabei gleichermaßen die einzelnen Marktsegmente bedienen, aber mit unterschiedlicher Formensprache andere Kundengruppen ansprechen. "Peugeot soll robust und elegant sein und Sicherheit geben, Citroën soll als Avantgarde überraschen", sagt er. Übersetzt heißt das wohl: Peugeot ist für die konservativere Klientel und die kleine Schwester Citroën für jüngere, städtischere Käufer.

Streiff hat die Ziele hoch gesetzt. Doch voll überzeugen konnte er am Dienstag die Märkte nicht: Die Peugeot-Aktie brach nach seiner Ankündigung um zwei Prozent ein. Schließlich ist auch der ewige Konkurrent Volkswagen aus seinem Zwischentief heraus und wieder voll angriffsbereit. Auch Renault setzt gerade zu einer Modelloffensive an und hat mit dem Billigauto Logan in den Schwellenländern einen Vorsprung rausgefahren. Und selbst die schon totgesagte Fiat-Gruppe feiert fröhliche Auferstehung mit Modellen in PSA-Segmenten, von der japanischen Konkurrenz ganz zu schweigen.

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