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PSA-Geschäftszahlen 2016

Gewinnzuwachs bei künftiger Opel-Mutter

Der französische Autobauer PSA verbucht für das Geschäftsjahr 2016 einen kräftigen Gewinnzuwachs. Wie das Unternehmen am Donnerstag (23.2.) mitteilt, verdoppelte sich mit 1,73 Milliarden Euro der Gewinnzuwachs des Autobauers.

PSA verkauft 3,15 Millionen Autos

Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Der Umsatz schrumpfte jedoch - wechselkursbedingt - um 1,2 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Die Aktionäre dürfen eine Dividende in Höhe von 48 Euro-Cent erwarten.

Im Geschäftsjahr konnte PSA die Fahrzeugverkäufe auf 3,15 Millionen Einheiten um 5,8 Prozent verbessern. Die PSA-Kriegskasse enthält nun Nettobarmittel in Höhe von 6,8 Milliarden Euro.

„Wir sind jetzt in der Lage, weitere Gelegenheiten beim Schopf zu packen“, zitiert das Handelsblatt den PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon nach der Bekanntgabe der Zahlen in einer Telefonkonferenz. Konzernchef Carlos Tavares spricht klarer aus, was die Franzosen sich von einem Opel-Kauf erhoffen. „Opel braucht Hilfe“, gibt er zu. Doch mit dem Wissen von PSA könne man den deutschen Autobauer wieder rentabel machen, meldet das Handelsblatt. „Wir können Opel auf das Niveau der Effizienz bringen, das PSA heute schon hat“, sagt Tavares. Die Rüsselsheimer befänden sich in einer ähnlichen Lage wie PSA vor vier Jahren. Man könne erklären, wie das geht, doch den Turnaround müssten Opel-Management und -Belegschaft aus eigener Kraft stemmen. „Ich vertraue darauf, dass Opel einen guten Job machen wird“, so Tavares weiter.

Mit der Übernahme der Marke erhofft sich Tavares, vom deutschen Opel-Image zu profitieren. „Es gibt Käufer, die einfach keine französische Marke wollen“, sagt er. Durch Opel könne man neue Segmente im Markt erreichen. Technologisch wollen die Franzosen aber den Ton angeben.

Opel könnte zwei Milliarden Euro kosten

Sollte PSA Opel übernehmen so rechnen die meisten Analysten mit einem Preis von zwei Milliarden Euro. Doch wie hoch der Preis genau ausfalle, hänge davon ab, welche Altlasten General Motors den Franzosen mit auf den Weg gibt, berichtet das Handelsblatt weiter. In den Büchern der Opelaner lagern noch milliardenschwere Pensionsverpflichtungen. In Finanzkreisen wird allerdings nicht damit gerechnet, dass diese Verpflichtungen ausgelagert werden. Vorstellbar sei, dass GM seiner Tochter Opel die nötigen Finanzmittel mit auf den Weg gibt, um künftige Lasten abzudecken. Das könnte am Ende auch den Preis spürbar drücken.


Zur Finanzierung der Opel-Übernahme dürfte es zu einer Kapitalerhöhung bei PSA kommen. Die Chancen, die Aktien bei Investoren unterzubekommen seien gut, heißt es aus Finanzkreisen. Analysten predigen seit Jahren, dass der europäische Automarkt konsolidiert werden müsste. PSA und Opel könnten der Auftakt sein, hoffen die Börsianer. Die Kapitalerhöhung wäre auch deswegen wichtig, weil Autohersteller für die Autofinanzierung eine hohe Eigenkapitalquote benötigen.

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